Zeitsprung

Zeitsprung
Preis: 1,49 €
Autor:
Genres: Belletristik, Fantasy
Erscheinungsjahr: 2013
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783844282436
1945, unmittelbar vor Kriegsende wurde das deutsche U-Boot 296 vor der französischen Atlantikküste von einem Torpedobomber schwer beschädigt und galt seit her als vermisst. Das Flugzeug selber musste in dieser Bucht notlanden und versank auf den Grund des Atlantiks. Es wurde für Wracktaucher interessant und so begab sich auch der 23 jährige Dirk Boregard in die Tiefe. Dabei entdeckte er einen seltsamen Zylinder, in dem er hindurch schwamm und im Jahre 1945 auftauchte. Da er die Besatzung von U-296 vor dem Torbedoangriff warnte, konnte das U-Boot rechtzeitig abtauchen. Als er in seine Gegenwart zurückkehrte, musste er feststellen, dass nichts mehr so war wie zuvor. Niemand kannte ihn. Ein mysteriöser Fremder ließ ihn einen Brief zukommen, in dem er aufgefordert wurde, in die Vergangenheit zurückzukehren. Ein Brief, dessen Handschrift seine eigene war. Ohne Geld und Ausweis reiste er in seine Heimatstadt Hamburg zurück. Auch dort war er ein Fremder. Weder seine Eltern, die unabhängig mit anderen Personen verheiratet waren, noch sonst jemand konnte sich an ihn erinnern. Eine Woche irrte Dirk Boregard als Obdachloser umher, bis er zu der Erkenntnis kam, wieder durch diesen Zylinder in das Jahr 1945 zurückzukehren. Auf U-296 bestätigte sich dann, was er befürchtete. Druck und Verlag: epubli GmbH, Berlin - Copyright: © 2013 Michael Siemers
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Leseprobe

Ich legte meine Papiere und die Summe von zweihundert Euro als Kaution auf den Tisch. Wie immer wurde ich freundlich von den beiden begrüßt und wie gewohnt nach meinem allgemeinen Befinden befragt. Fragen, die jedem Hobby-taucher gestellt wurden. Nicht nur der Ausweis wurde kontrolliert, sondern auch das internationale Tauchbuch, um sicherzugehen, dass sich nicht irgendein Laie etwas auslieh, mit dem er möglicherweise gar nicht umgehen konnte. Was das anging, da machte das Ehepaar Clemont keine Ausnahme. Ganz gleich, wie gut man sich kannte. Nachdem sie alles sorgfältig in ihrem blauen Buch eingetragen hatte, händigte sie mir alles Benötigte aus. Pressluftflasche, Atemgerät, Neo-prenanzug, Flossen, Brille, Bleigurt und noch ein paar Dinge. Ich zog mich um und hing meine privaten Sachen in einen eigens dafür vorgesehenen Blechspind, der von Claire persönlich abgeschlossen wurde. Die Flasche auf die Schulter gewuchtet und die übrigen Sachen in meiner anderen Hand, machte ich mich auf dem Weg zum Strand. Da das Flugzeugwrack sehr nahe lag, konnte ich mir die Zumietung eines Bootes sparen. Der Wind wehte schwach von Südost und ließ das Meer sehr ruhig erscheinen. Nach und nach legte ich die Sachen an und wa-tete einige Meter in das Wasser hinein. Es war kälter als sonst und ich überlegte, ob ich es nicht doch lieber verschieben sollte. Aber ich entschied mich denn doch fürs Tauchen. Kaum, dass mir das Wasser bis zur Brust ging, tauchte ich ab und schwamm ruhig und gleichmäßig über den sandigen Grund in Richtung des Wracks. Das Wasser erlaubte aufgrund des ruhigen Wetters und den ablandigen Wind eine verhältnismäßig gute Sicht. Ein paar kleine und mittlere Fische kreuzten meinen Weg und akzeptierten mich wohl eher als einer der Ihrigen. Je weiter ich schwamm, umso kühler wurde es. Trotz der Tiefe von mittlerweile zwanzig Meter durchflutete das Tageslicht das Wasser. Die Unterwasserfauna nahm mit jedem Meter zu und die ersten kleinen Felsen ragten aus dem Grund heraus, die gelblich schimmerten. Es war sehr wichtig genau nach Kompass zu tauchen, da eine Abweichung von zwanzig Meter am Wrack vorbei geführt hät-te. Zwar hatte man ein Untiefenseezeichen angebracht, aber den direkten Weg unter Wasser machte es nun mal spannender. Die Faszination der Unterwasser-welt beginnt schon damit, einen Fisch zu beobachten, der ungestört vor einem her schwimmt. Dann nach links oder rechts ausweicht, um dann neugierig wie-der auf ein zu schwimmt und dem Taucher unmittelbar vor der Taucherbrille in die Augen guckt. Zum Greifen nahe, man aber respektvoll darauf verzichtet. Eine Welt, die friedlich und sortiert funktioniert. Die alles von der Wasserober-fläche aufnahm, es verschlang und für immer und ewig bei behielt. Bis hin zum natürlichen Zersetzungsprozess. Möge man nur an die Titanic denken, die mit all ihrem Prunk und Luxus in 4000 Meter Tiefe liegt und sich der Verrottung hingeben muss. Stiller und abgeschiedener kann ein Grab nicht sein. Nach ein paar Minuten erreichte ich das besagte Wrack, was geradezu unversehrt auf dem Grund lag. Tragflächen und Höhenruder waren noch vollständig und mit Algen und Muscheln übersät. Die Propeller waren stark deformiert und steckten bis zur Hälfte im Sand. Die Kanzel war abgetrennt und gewährte einen gespenstischen Einblick ins Innere des Cockpits. Von den Instrumenten waren viele bereits he-rausgerissen und von Souvernierjäger gestohlen. Der Steuerknüppel in der Mitte aber war noch fest mit dem Flugzeug verbunden. Sitz und Gurte waren so mit Grünalgen verwachsen, dass man diese nur schwerlich erkennen konnte. Hier und da schwammen ein paar kleine Fische in das Innere herum, um irgendwo anders wieder herauszukommen. Forschend umkreiste ich das Wrack und genoss den Anblick des alten Relikts aus dem Zweiten Weltkrieg. Das ist das auf-regende beim Wracktauchen. Jedes Wrack beinhaltete seine eigene Geschichte. Spiegelte Schicksale wider und lieferte den eigenen Fantasien viel Raum. Man genoss nahezu romantische Träumereien unter Wasser. Je tiefer so ein Wrack lag, umso geheimnisvoller war es. Ist das Wrack einmal am Meeresboden, wird es von Lebewesen als Lebensraum erschlossen. Schnell siedeln sich niedere Pflanzen, insbesondere Algen und Tiere wie Schwämme, Krebse und Schnecken an der Metalloberfläche an. Im Laufe der Zeit wachsen auch Korallen auf dem Wrack. Durch diesen Bewuchs verwischen sich mit der Zeit die klaren Konturen des Objektes und der Taucher kann das Wrack aus der Entfernung nur noch schemenhaft erkennen. Das trägt auch zur Faszination des Wracktauchens bei. Leider ist die Tauchtiefe nur auf knapp vierzig Meter begrenzt. Dennoch ist es immer wieder ein berauschendes Erlebnis die Unterwasserwelt zu betrachten, oder wie ich, ein Wrack zu bestaunen. Gespenstisch, beinahe unheimlich. Doch gleichermaßen abenteuerlich und inspirierend. Denn die Unterwasserwelt ist eigentlich nicht für den Menschen bestimmt, wie der Mond oder Innere eines Berges. Bewegt er sich dort, so produziert der ….

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Seitenaufrufe: 91 mal Aufgerufen Am 26. April 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Obdachlose, U-Boot, Zeitreisen
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