Wynne Shane Trilogie – Band 2: Zwischen Freund und Feind

Wynne Shane Trilogie – Band 2: Zwischen Freund und Feind
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Fantasy
Webseite: www.mystery-art.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783981718249
Völlig auf sich allein gestellt, reist Emily nach Mexiko, um Gabriels letztem Hinweis zu folgen. Ihre abenteuerliche Reise führt sie mitten in den Dschungel, zum Volk der Lacandonen. Während die Auswirkungen des anstehenden Weltunter-gangs immer deutlicher werden, stößt Emily an ihre körperlichen und geistigen Grenzen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Doch die größte Herausforderung wartet noch auf sie – sie muss sich ihrer Bestimmung stellen. Kann eine alte Legende ihr Schicksal entscheidend verändern?
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Leseprobe

Was zuletzt geschah

… Als ein Klatschen an ihre Ohren drang, löste Emily sich erschrocken von Gabriel. Sie visierte den Punkt

in der Dunkelheit an, von dem das Geräusch gekommen war, und konnte ein Zittern nicht unterdrücken.

Gabriel schob sie hinter sich. Er drehte den Kopf leicht zu ihr, ohne den Blick von der Dunkelheit

abzuwenden. „Emily, wenn ich sage lauf, dann rennst du los. Du läufst direkt zum Auto. Egal, was passiert,

du bleibst nicht stehen.“

„Aber…“

„Du fährst ohne Umwege zu mir. Sieh dir die Unterlagen im Arbeitszimmer an. Du wirst wissen, was du

zu tun hast.“

„Ich lass dich hier nicht allein.“

„Emily, ich werde darüber nicht diskutieren. Du wirst genau das machen. Ich werde nachkommen, sobald

ich kann. Hast du verstanden?“

Sie nickte zögernd.

„Versprich es mir.“

Emily brachte die Worte nicht über ihre Lippen. Gabriel drehte sich zu ihr um und hielt sie an den

Schultern fest. „Versprich es.“

„Ja, ich verspreche es. Aber nur, wenn du mir versprichst, dass du nachkommen wirst.“ Gequält sah sie ihn

an.

„Natürlich.“

Direkt vor ihnen löste sich aus der Dunkelheit ein Schatten und kam langsam auf sie zu. Nat. Erleichtert

atmete Emily auf. Er schien unversehrt zu sein. Als sie auf ihn zulaufen wollte, hielt Gabriel sie am

Handgelenk fest.

„Gabriel, es ist alles in Ordnung.“

Emily konnte Gabriels Gesicht nur schwach erkennen, aber selbst in der Dunkelheit glich sein Mund einer

harten Linie. Ohne ihre Hand loszulassen, zog er sie an seine Seite. Was war denn nur in ihn gefahren?

„Ganz wie in alten Zeiten, nicht wahr, Gabriel?“

Emily war verwirrt. Woher kannten sich die beiden? Ein ungutes Gefühl überkam sie. Sie konnte nicht

sagen, was es war, aber etwas an der Situation stimmte ganz und gar nicht.

Nat kam einige Meter vor ihnen zum Stehen. „Bruderherz, willst du mich denn gar nicht begrü.en?“

Emilys Kinnlade sackte nach unten. Hatte sie gerade richtig verstanden? Erstaunt blickte sie von einem

zum anderen, aber auch in der Dunkelheit konnte man durchaus eine gewisse Ähnlichkeit feststellen.

Warum war ihr das nicht viel früher aufgefallen?

Gabriels Miene war wie in Stein gemeißelt, und seine Stimme klang unnatürlich ruhig. „Ich wusste es.“

Was hatte das zu bedeuten? Wenn Nat Gabriels Bruder war, musste er auch ein Gestaltenwandler sein.

Warum hatte Bec das nicht erkannt?

„Emily.“ Ein Strahlen erhellte Nats Gesicht, doch die Herzlichkeit darin fehlte.

„Halte dich von ihr fern!“

Gabriels Stimme hatte einen kalten und gefährlichen Klang angenommen. Emily hatte gedacht, dass sie

Gabriel schon oft wütend gesehen hatte, aber das schien nichts im Vergleich zu dem Gefühl, das er seinem

Bruder entgegenschmetterte.

Nats Lippen verzogen sich zu einem Schmollen. „Gabriel, warum denn so abweisend? Sollte Emily das

nicht selbst entscheiden? Schließlich hat sie sich vor kurzem noch sehr gerne von mir berühren lassen. Es gab

Momente, da habe ich dich sogar verstanden, Bruderherz. Ihre Lippen schmecken geradezu

außergewöhnlich. Und schließlich ist sie extra gekommen, um mich zu retten.“

Emily konnte spüren, wie Gabriel sich bei diesen Worten versteifte. Er warf ihr einen ungläubigen Blick

zu. „Das ist dein Exfreund? Das ist der nette Kerl, von dem du gesprochen hast?“

Emily fühlte sich zunehmend unbehaglich. „Ich wusste schließlich nicht, dass er dein Bruder ist. Woher

sollte ich auch?“

„Es gibt sieben Milliarden Menschen auf dieser Welt, und du nimmst ausgerechnet ihn? Wenn wir das

hier überleben, müssen wir dringend ein Gespräch über deine Definition von nett führen.“

Emily runzelte die Stirn. „Warum sollten wir das nicht überleben? Er ist doch dein Bruder.“

Nat kam weiter auf sie zu. Vor Bec blieb er stehen und sah Emily direkt an. „Em, du überraschst mich.

Du hast es also tatsächlich geschafft.“ Er sah auf Bec. „Eigentlich schade, sie war eine exzellente Gefährtin.

Eigensinnig und unkontrollierbar, aber doch eine treue Seele.“

Emily traute ihren Ohren nicht. War sie nicht eigentlich hergekommen, um ihn zu retten?

Nat sah sie mit einem Lächeln an. „Vielleicht möchtest du ja ihren Platz einnehmen? Das wäre nur fair,

nachdem ich dich gestern am Leben gelassen habe.“

„Du? Du warst das?“ Emily lief es eiskalt den Rücken hinunter. Ihre Finger berührten ihren Hals.

„Ich weiß, die Geschichte vom Pfleger für bedrohte Tierarten hat dir besser gefallen, aber zumindest kenne

ich mich bestens mit Tieren aus. Es ist also fast das Gleiche.“

Emilys Gehirn arbeitete fieberhaft.

„Hast du etwa Katrina umgebracht?“

Als Nats Lippen sich zu einem eiskalten Lächeln verzogen, hatte Emily das Gefühl, dass ihr der Boden

unter den Fü.en weggerissen wurde. Ihr Magen verkrampfte sich.

„Du! Du hast Bec den Auftrag gegeben, Pesh umzubringen!“

Sie musste sich eingestehen, dass sie tatsächlich der leichtgläubigste Mensch auf dieser Welt war. Wie hatte

sie sich so täuschen können? Wenn sie daran dachte, dass sie beinahe miteinander …

„Warum hast du dich an mich herangemacht und mich nicht auch gleich umgebracht?“

„Wo wäre denn da der Spaß?“ Nats Lächeln war eisig, und er schüttelte den Kopf. „Man muss doch nicht

gleich jeden umbringen, der einem im Weg steht, wenn man sein Ziel auch auf vergnüglichere Weise

erreichen kann. Emily, ich garantiere dir, wir hätten zusammen viel Spaß gehabt.“

Emily lief es erneut eiskalt den Rücken hinunter.

„Und dann musstest du dir dieses Amulett umlegen.“

Emily dämmerte es. Deswegen hatte Nat bei ihrem letzten Treffen nicht diese faszinierende Anziehungskraft

auf sie ausgeübt. Er hatte sie jedes Mal mental beeinflusst. Ihr wurde schlecht.

„Nathan, du wirst sie nicht bekommen. Wenn du dich ihr noch einen Schritt näherst, bringe ich dich um.“

Nat sah Emily an. „Komm schon, Em. Was kann er dir außer dem sicheren Tod bieten? An meiner Seite

könntest du leben.“

Gabriel hielt unmerklich ihr Handgelenk fester, doch das brauchte Emily nicht. „Nein, danke. Ich

verzichte.“

Nats Augen verengten sich, und das Lächeln verschwand. Auf einmal wirkte er nicht mehr wie der nette

Mann, den sie kennengelernt hatte. Tödliche Kälte ging von ihm aus.

„Bist du dir da auch sicher?“

Emily brachte nur ein Nicken zustande.

„Emilia, du enttäuschst mich. Nach fast zweihundert Jahren hast du noch immer nichts dazugelernt.

Wolltest du denn nicht genau diesen Fehler kein zweites Mal begehen?“

Verständnislos sah Emily ihn an. Was wollte er damit andeuten? Tief in ihrem Inneren hörte sie plötzlich

ganz leise das Rufen einer Frau.

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Seitenaufrufe: 23 mal Aufgerufen Am 11. April 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Apokalypse, Gestaltwandler, Liebe, Magie, Urban Fantasy, Vampir, Wolf
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