Wo geht’s denn hier nach Bethlehem?

Wo geht’s denn hier nach Bethlehem?
Preis: 10,69 €
Autor:
Genres: Humor, Kinder & Jugend
Webseite: http://sabinewaelz.jimdo.com
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781539154983
„Wo geht’s denn hier nach Bethlehem?“ Diese Frage stellt sich der sanftmütige Esel Kornelius, denn dort hofft er, seine verlorene Freundin Dina wiederzufinden. Zum Glück kennt Ochse Rufus den Weg – behauptet er zumindest. Obwohl Kornelius ihn nicht leiden kann, verhilft er Rufus kurzerhand zur Flucht – und bereut es schon wenig später. Mit seiner aufbrausenden Art macht sich der dicke Ochse unterwegs nicht gerade viele Freunde und hinter seiner großen Klappe versteckt sich ein richtiger Angsthase. Außerdem muss Kornelius schon bald feststellen, dass Rufus ihn gehörig an der Nase herumführt. Dank der Hilfe eines freundlichen Kamels und dem leuchtenden Stern schaffen sie es schließlich doch bis nach Bethlehem. Doch dann gerät Kornelius in große Gefahr – und Rufus muss über sich selbst hinauswachsen. Der tierische Roadtrip erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und lüftet das Geheimnis, wie Ochse und Esel schließlich vor der berühmtesten Krippe der Welt gelandet sind.
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Leseprobe

1. Dezember

Der unglückliche Esel

Es begab sich eines Nachts, vor über zweitausend Jahren, in einem fernen Land, dass ein alter und nicht sehr fröhlicher Esel einsam und allein auf einem steinigen Feld stand. Trübsinnig starrte er den Mond an. Sein Name war Kornelius. Er war müde und fand doch keinen Schlaf, denn so viele Gedanken schwirrten ihm durch sein Eselgehirn – und daran war Kornelius nicht gewohnt. Bisher hatte er ein zwar hartes aber doch beschauliches Leben geführt, das in immer gleichen Bahnen verlaufen war. Sein Besitzer Timon besaß einen kleinen Hof, auf dem er mit seiner Familie lebte. Dort hatte sich Kornelius mit der Arbeit auf dem Feld oder als Lastenträger sein tägliches Futter verdient. Leider war sein Besitzer kein sehr freundlicher Mensch. Der arme Kornelius hatte oft unter seinen plötzlichen Wutausbrüchen zu leiden gehabt, doch es hatte immer einen Lichtblick in seinem Eselleben gegeben – und der hieß Dina.

Dina war eine wunderschöne Eseldame, die auf dem Nachbarhof lebte. Die beiden kannten sich schon seit ihrer Geburt. Dina hatte immer ein freundliches Wort für Kornelius und hob ihm oft ein paar Karotten auf, wenn Timon mal wieder beschlossen hatte, ihm aus purer Bosheit sein Futter zu verweigern. Wenn sein Besitzer einen schlechten Tag hatte – und das kam in letzter Zeit immer häufiger vor –, dann ließ er das stets an Kornelius aus. Und der konnte ja nun wirklich nichts für Timons Kummer, er war ja nur ein armer Esel. Was wusste er schon von den Sorgen der Menschen – und was hatte er damit zu schaffen?

Schon auf seinem Hof hatte er oft den Kopf über das seltsame Betragen der Menschen geschüttelt, doch er hatte sein Los still ertragen, denn solange er nach einem langen Tag mit Dina darüber sprechen konnte, war seine Welt in Ordnung gewesen. Doch dann war alles aus den Fugen geraten. Irgendein ganz besonders wichtiger Mensch, ein sogenannter Kaiser hatte plötzlich Lust bekommen, alle Menschen im Land zu zählen. Wozu das gut sein sollte, das konnten Kornelius und Dina nicht verstehen. Es war ja auch wirklich verrückt. Dann hatte der Kaiser festgestellt, dass er die Menschen nicht einfach so zählen konnte und sich gedacht, dass es am einfachsten wäre, wenn ein jeder an den Ort zurückkehrte, an dem er geboren war. Das löste schon bald ein heilloses Durcheinander aus, denn viele Menschen lebten schon lange nicht mehr an ihren Geburtsorten und mussten nun ihr Hab und Gut zusammenpacken und sich auf die Reise machen. Auch Timon und seine Familie traf dieses Los. Unnötig zu sagen, dass dem armen Esel Kornelius die Aufgabe zufiel, ihr ganzes Gepäck quer durchs Land zu schleppen. Timon hatte auf die beschwerliche Reise so gar keine Lust, denn ihm hatte seine Heimat gefallen, während er an seinem Geburtsort nur ein Fremder sein würde. Er ließ seine geballte Wut darüber an Kornelius aus, indem er ihn ständig mit einem dicken Stock zur Eile antrieb. Doch das war noch längst nicht das Schlimmste an der Sache. Am allermeisten litt Kornelius unter der Trennung von Dina. Auch ihr Besitzer hatte sich auf den Weg machen müssen. Er stammte aus einer fernen Stadt namens Bethlehem. Und die lag dummerweise ziemlich weit entfernt von Timons Geburtsstadt. Und so kam es, dass Kornelius bereits einige beschwerliche Tage hinter sich hatte, als er hier auf diesem Feld stand. Er fand in dieser Nacht nur wenig Schlaf, so dass er am nächsten Morgen völlig übermüdet war. Ständig wanderten seine Gedanken zu Dina. Er fragte sich, wo sie jetzt wohl sein mochte und ob er sie jemals wiedersehen würde. Noch nie in seinem Leben war er auch nur einen Tag von ihr getrennt gewesen und er vermisste sie schrecklich. Weil er so traurig war, ging er ganz furchtbar langsam. Und weil er so langsam ging, wurde Timon immer wütender und ließ ihn den Stock spüren. Sein Rücken schmerzte von der schweren Last, die er zu tragen hatte. Als sie am späten Abend einen Gasthof erreichten, konnte der arme Esel sich kaum noch auf den Beinen halten. Er konnte sein Glück kaum fassen, als er erkannte, dass er die Nacht endlich einmal wieder in einem richtigen Stall verbringen durfte. Der Duft von Heu stieg ihm in die Nase und für einen Moment vergaß er seine Sorgen und begann gierig zu fressen. Doch kaum hatte er den ersten Bissen genommen, da hörte er ein fürchterliches Schnauben. Er wandte den Kopf und erblickte ein riesiges, bulliges Geschöpf mit rotglühenden Augen, das ihn böse anstarrte.

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Seitenaufrufe: 77 mal Aufgerufen Am 8. November 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Adventskalender, Bethlehem, Christkind, Esel, Flucht, Freundschaft, Ochse, Tiere, Weihnachten
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