Winterjunge

Winterjunge
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Romantik
Webseite: http://henniborssdorff.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783958150157
“Ich hatte zwei Probleme. Erstens: Ich wurde nicht braun. Zweitens: Ich verliebte mich nicht.” Lu Kranich landet zu mitternächtlicher Stunde in – ja, wo eigentlich? Keine Ahnung. Sicher ist nur, dass das fantastische Dorf in einer tiefen Winterwelt liegt und ganz offenbar auf sie gewartet hat. Und dass sie diesem magischen Ort bedingungslos verfällt – genau wie dem Jungen, den sie dort kennenlernt, womit ihr zweites Problem schlagartig vom Tisch ist. Doch wer ist der Winterjunge? Und wer ist hinter Lus Geheimnis her? Nacht für Nacht macht sich die 14jährige auf in eine Welt, die aus der Zeit gefallen ist.
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Leseprobe

Meine Stirn war heiß. Es war jetzt im Moment schön, einfach nur krank zu sein.  

In der Mittagszeit klingelte es an der Haustür.

“Ein Päckchen für dich. Du bist doch Lu Kranich?” Der Mann von der Paketpost drückte mir einen flachen Karton in die Hand. Ich unterschrieb, flüchtete ins warme Wohnzimmer und riss die Pappdeckel auf. Mein Blick fiel auf einen fliederfarbenen Briefbogen.

Hallo du armes krankes Huhn,

ich wollte dir schon längst dieses Päckchen schicken. Hoffentlich geht es dir bald so gut, dass du mit der Arbeit loslegen kannst.

Liebe Grüße – Andrea

Jetzt packte ich ein in Seidenpapier eingewickeltes Lebkuchenherz aus, auf dem in ebenso weißem Zuckerguss stand: Liebe ist kosmisch… Außerdem kamen Bastelbögen zum Vorschein, auf denen kunstvolle Fachwerkhäuser in auseinandergeklapptem Zustand aufgedruckt waren. Es sah nach ziemlich viel Arbeit aus. Auf jeden Fall kein Kleinkinderbastelkram. Im Geiste sah ich das Dörfchen schon auf meiner Fensterbank. Wunderschön kitschig. Ich kicherte in mich hinein, studierte die Bastelanleitung und legte los.

Nachts wurde ich wach. Ich fand es merkwürdig hell.

Liebe ist kosmisch … Die Aufschrift auf Andreas Lebkuchenherz an der Wand strahlte mich regelrecht an. Ich und Liebe!

Da wisperte jemand. Ich bekam die heftigste Gänsehaut meines Lebens. Leise stand ich auf, ging ans Fenster, schob den Vorhang ein Stückchen auf. Es war niemand zu sehen. Ich schaute auf das fertig dekorierte Winterdorf auf meiner Fensterbank. Da konnte ja wohl niemand reden. Plötzlich musste ich grinsen und dachte, ich sei halt übergeschnappt. So was sollte es ja geben. Ich klemmte die Haare hinter die Ohren und beugte mich über das Dorf. Da stand ganz deutlich eine Eins auf einem der Häuschen. Um besser sehen zu können, ging ich mit meinem Kopf ganz tief über den Marktplatz. Da passierte es: Mein Kopf wurde nach unten gezogen, als hänge mir jemand ein unglaubliches Gewicht um den Hals – Gegenwehr zwecklos. Ein Schwindel ergriff mich und dann ging alles ganz schnell. Der Boden schwand unter meinen Füßen, ich verlor die Kontrolle, es rauschte in meinen Ohren, ich überschlug mich und landete hart mit dem Hintern auf einem Holzfußboden.

„Scheiße!“ Benommen blieb ich sitzen. Vor mir baute sich ein Mann in einem karierten Hemd auf. So ging also Halluzinieren. Langsam drehte ich meinen Kopf einmal nach links, dann nach rechts. Der Mann stand immer noch da.

„Mir wird schlecht.“

„Das kommt schon mal vor“, sagte der Mann seelenruhig. „Wegen dem Dreh und der Plötzlichkeit, mit der es von statten geht. Ich bin der Schuster. Du bist in Nummer eins.“

„Nummer eins?“

„Genau! Merk dir das. Man kann nämlich nur durch das Haus zurück, durch das man gekommen ist. Verstanden?“

„Nee, ist klar! Also, wie …?“

„Du musst um spätestens eine Minute vor eins wieder verschwinden – oder vierundzwanzig Stunden bleiben. Wie du willst. Alles klar? Geh nur ins Dorf. Heute ist Nikolaus. Aber vergiss nicht die Zeit.“

Ich verließ das Haus und stapfte unsicher vorwärts. Kalt war es und es hatte geschneit.

Da kam ein Junge auf mich zu. Ich erschrak, weil er mich ansah, und wollte mich gerade umdrehen und einfach zurück in das Haus des Schusters gehen. Da stand er plötzlich vor mir.

„Du bist wohl nicht von hier?“ Er schaute mich immer noch an und ich blieb verdattert stehen.

Es brauchte einige Zeit, bis ich begriff, dass er wirklich nur mich meinen konnte. Ich fühlte, dass ich erstens rot wurde – zum Glück war es dunkel! – und zweitens, dass jetzt ich mit Sprechen an der Reihe war. Ehe ich etwas herausbrachte griff der Junge meinen Arm und zog mich hinter sich her.

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Seitenaufrufe: 252 mal Aufgerufen Am 9. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: das geheime Dorf, die große Liebe, Polarkreis, Rovaniemi, Schnee, Winter
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