Wenn Rache süchtig macht

Wenn Rache süchtig macht
Preis: 1,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.heidioehlmann.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Die Verwaltungsangestellte Betty hatte es nie leicht in ihrem Leben. Bereits im Kindesalter wurde sie von ihren Mitschülern wegen ihres massiven Übergewichts aufgezogen. Die Hänseleien zogen sich weiter durch ihre Jugend bis ins Berufsleben hinein. Eines Tages fasst sie den Entschluss, dass es aufhören muss. Also krempelt Betty ihr ganzes Leben um. Von einem Tag auf den anderen verzichtet sie diszipliniert auf sämtliche Dickmacher und beginnt Sport zu treiben. Der Erfolg lässt nicht allzu lange auf sich warten. Das motiviert die junge Frau, weiterzumachen. Sie lässt sich von niemandem in ihren Lebensstil reinreden, auch nicht von ihrer Mutter Renate, die keinen Wert auf kalorienbewusste Ernährung legt. Eines Tages eskaliert es zwischen Renate und ihrer Tochter so sehr, dass Betty ihrer Mutter einen Denkzettel verpasst. Zu ihrem Erstaunen geht die Sache anders aus, als sie es erwartet hätte. Nach anfänglicher Betroffenheit spürt Betty, dass ihr die Tat Genugtuung verschafft hat. So entsteht in ihrem Kopf die Vorstellung, sich an jedem zu rächen, der ihr jemals wehgetan hat. Ein paar Jahre später setzt sie ihren Plan endlich in die Tat um und merkt schnell, dass sie süchtig nach Rache ist.
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Kapitel 1

Ich stochere in meinen Nudeln herum und warte, dass es endlich passiert. Solange kann es doch nicht dauern. Marc, der mir gegenübersitzt, verschlingt seinen Teller Spaghetti, ohne aufzuschauen. Er sieht immer noch munter aus, viel munterer, als ich ihn gerne hätte.

»Was ist, schmeckt es dir nicht?«, fragt Marc.

»Doch, doch das Essen ist ausgezeichnet. Ich habe nur keinen Appetit.«

Natürlich ist das Essen großartig. Ich habe es selbst in Marcs Küche zubereitet. Mit der Soße habe ich mir besonders viel Mühe gegeben. Ich habe sie durch ein paar Gewürze und eine geheime Zutat verfeinert, von der ich nur ungern etwas essen will. Außerdem sind mir eindeutig zu viele Kohlenhydrate auf meinem Teller. Das erleichtert mir den Verzicht, obwohl ich einen ziemlichen Hunger habe. Mein Magen gibt schon Geräusche von sich, die mir sagen, dass er gefüttert werden möchte. Aber ich bleibe eisern.

Marc scheint von meinen Magengeräuschen nichts mitzubekommen. Er ist viel zu sehr damit beschäftigt, seinen Teller zu leeren.

»Ach so. Na, wenn du nicht willst, gib mir doch deine Portion.«

Nach den Worten stopft er sich den Rest seiner Nudeln in den Mund, schiebt seinen Teller beiseite und zieht gleichzeitig meinen zu sich heran.

Ich freue mich, dass er meine Portion Nudeln, besonders die leckere Nudelsoße, auch noch isst. Das wird die Wirkung meiner geheimen Zutat sicherlich verstärken. So langsam hatte ich schon Bedenken, zu wenig davon in die Tunke getan zu haben. Ich weiß zwar, dass nur eine Prise reicht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Aber ich bin dennoch froh, dass ich einen gehäuften Teelöffel meiner Geheimzutat in die Soße gegeben habe. Marc scheint nichts davon zu merken. Dabei habe ich gehört, dass die zugefügte Beigabe etwas bitter schmecken soll. Bei der Menge müsste man es eigentlich herausschmecken. Da ich es aus gesundheitlichen Gründen nicht probieren möchte, wird es mir immer ein Rätsel bleiben, ob es wirklich so ist.

So bitter kann es aber nicht sein, sonst würde Marc das Essen nicht so hinunterschlingen. Eine andere Möglichkeit ist, dass er es schmeckt, aber so einen großen Hunger hat, dass ihm der bittere Beigeschmack nicht stört. Das werde ich wohl nie herausfinden. Denn ich kann Marc schlecht fragen, ob ihm die Soße zu bitter ist. Dann kann ich ihm gleich sagen, dass ich das Essen vergiftet habe.

»Dir scheint es ja vorzüglich zu munden«, höre ich mich sagen.

Meine Hoffnung, dass Marc sich zum Geschmack äußert, wird enttäuscht. Er nickt mir nur zu und kaut unermüdlich weiter. Womöglich schmeckt er nichts Ungewöhnliches heraus.

Ich versuche ruhig zu wirken. Innerlich sieht es in mir anders aus. Ich bin fürchterlich nervös. Mein linkes Bein, welches über das rechte geschlagen ist, wippt hin und her. Dabei beobachte ich Marc, wie er genüsslich meinen Teller leert. Es sind höchstens noch Nudeln für drei Gabeln auf seinem Teller. Ich sehe ihm zu, wie er sich eine Gabel Nudeln nach der anderen in den Mund schiebt. Gleichzeitig frage ich mich, was ich damals in der Oberstufe an ihm fand. Besonders gut sieht er nicht aus. So viel besser kann er zu Schulzeiten auch nicht ausgesehen haben. Vielleicht hatte ich damals einfach eine andere Wahrnehmung. Ich weiß es nicht mehr. Das Einzige, was ich mit Gewissheit sagen kann, ist, dass er noch genauso oberflächlich ist, wie er früher schon war.

Damals in der siebten Klasse war ich schrecklich verliebt in ihn. Er ist ein Jahr älter als ich und war zu der Zeit eine Stufe über mir. Als ich es endlich schaffte, nach monatelanger Schwärmerei meinen ganzen Mut zusammenzunehmen, und ihm sagte, was ich fühlte, lachte er mich eiskalt aus. Seit diesem Tag machten sich Marc und seine Freunde jeden Tag über mich lustig. Er hatte allen seinen Freunden von mir und meinem Liebesgeständnis erzählt. Dass er so mies sein konnte, hätte ich nie von ihm gedacht.

Der tägliche Schulaufenthalt wurde für mich zum Spießrutenlauf. Jeden Tag musste ich Beleidigungen ertragen, die sich überwiegend auf mein Gewicht bezogen. Zugegeben, ich hatte mehr als nur ein Paar Kilo zu viel auf den Rippen. Um es genau zu sagen: Ich war fett. Ganz gleich, was ich anzog, ich sah immer aus, wie eine Presswurst in einer viel zu engen Pelle. Alles an mir quoll regelrecht aus meinen Klamotten raus und wabbelte vor sich hin. Selbst weitere Kleidung brachte keinen Erfolg. Ich fühlte mich immer wie eine Tonne.

Am schlimmsten war es im Sportunterricht. Nicht nur, dass mir Sportoutfits überhaupt nicht standen. Ich hatte bei jeder Bewegung das ungute Gefühl, mein Körper würde sich verselbstständigen. Natürlich machten sich die anderen Mädchen, die mit einer ganz normalen Figur, regelmäßig über mich lustig. Es gab in meiner Klasse nur ein anderes Mädchen, was eine ähnliche Figur hatte wie ich. Sie hatte auch einige Kilos zu viel auf den Hüften. Mein Gewicht konnte sie aber nicht schlagen. Ich war eindeutig die Dickste in der Klasse. Deshalb wurde auch nur ich gehänselt.

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Seitenaufrufe: 35 mal Aufgerufen Am 2. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Gift, Hänseleien, Mobbing, Mordgedanken, Rache, rachsüchtig, Vergeltung, Vergiftung
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