Weltwirtschaft am Abgrund

Weltwirtschaft am Abgrund
Preis: 0,99 €
Autor:
Genre: Sachbuch
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als E-Book
Durch die ständig steigenden Verbraucherpreise realisiert der Bürger unbewusst, dass mit unserem Geldsystem irgendetwas nicht stimmt. In Wahrheit steigen aber nicht die Preise, sondern das Geld wird immer wertloser. Das vorliegende Buch will dem Leser zeigen, wie die Finanzindustrie funktioniert und wie Risiken und Schulden auf den Bürger abgewälzt werden. Es geht der Frage nach, was Geld eigentlich ist und woher es kommt. Dabei wird dokumentiert und veranschaulicht, wie es Regierungen und der internationalen Hochfinanz gelingen konnte »legalisiertes Falschgeld« in Umlauf zu bringen, welches eine ständige Umverteilung von »Fleißig« nach »Reich« möglich macht. Der Autor kommt zu der Feststellung, dass ein Staatsbankrott und eine Währungsreform unausweichlich sind. Der Leser wird durch verschiedene Szenarien darauf eingestimmt, was zu erwarten ist. Ein Wirtschaftscrash von ungeahnten Ausmaßen ist möglich. Es werden Prognosen abgegeben und auf Risikofaktoren eingegangen. Zudem folgen Anregungen, wie ein störungsfreies Wirtschaftssystem aussehen könnte. Das Buch mündet in konkreten Strategien, wie man sich finanziell gegen die nächste Wirtschaftskrise aufstellen kann.
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Leseprobe

1. Vorwort

In ihrem Buch »The Fourth Turning« legen die Autoren William Strauss und Neil Howe dar, dass die Geschichte der westlichen Welt genau wie ein Kalenderjahr durch vier Jahreszeiten geprägt ist. Diesem Zyklus sind unsere westlichen Volkswirtschaften unterworfen, egal welche Parteien gerade regieren.  Jede Jahreszeit dauert etwa fünfzehn bis zwanzig Jahre, somit dauert ein gesamter Zyklus ungefähr sechzig bis achtzig Jahre. Ein neuer Zyklus beginnt in der Regel nach Kriegen, Revolutionen oder sonstigen tiefgreifenden Einschnitten in die Gesellschaft. Der aktuell laufende Zyklus hat mit dem Ende des zweiten Weltkrieges eingesetzt.

Der Frühling (1950er/60er Jahre) ist stets gekennzeichnet von wirtschaftlichem Aufschwung und Aufbruchsmentalität, es werden viele Kinder geboren und es herrscht ein starker Fokus auf die Familie, Fleiß wird belohnt, und es existiert eine breite und starke Mittelschicht mit wenig Streuung von Wohlstand und Armut nach oben oder unten. Es herrscht wenig Arbeitslosigkeit und die Wirtschaft erzielt hohe Wachstumsraten.

Im Sommer (Ende 1960er bis Mitte 1980er Jahre) kommt es zu einer wirtschaftlichen Hochphase. Wohlstand und Sicherheit gelten als selbstverständlich, alte Werte werden immer mehr in Frage gestellt (z.B. 68er Bewegung).

Danach setzt die Phase des Herbstes (Mitte der 1980er bis ca. 2005) ein. Man blickt auf eine Vielzahl sozialer und zivilisatorischer Errungenschaften zurück. Die Menschen entwickeln jedoch mehr und mehr die Neigung für materielle Dinge. Die Ich-Gesellschaft entwickelt sich.

Der Winter (ab ca. 2005 bis ca. 2025) lässt in der breiten Gesellschaft das Gefühl einer Krise aufkommen, meist ausgelöst durch ein tatsächliches Ereignis. Es entstehen neue Dynamiken in der Gesellschaft und der Wirtschaft. Gesetze werden verabschiedet, die vorher noch undenkbar waren. Es kommt vermehrt zu Krisen, an deren Ende ein dicker Knall steht. Ab dann beginnen die Menschen sich wieder auf traditionelle Werte zu besinnen. Es folgt eine Neuordnung und ein neuer Zyklus beginnt.

Im Rahmen dieser Analogie wären wir somit im Winter angekommen. Neben einer Reihe militärischer Konflikte zeigen sich zur Zeit vermehrt Wirtschaftskrisen, Staatsschuldenkrisen und Währungskrisen rund um den Globus, welche sich in den nächsten Jahren höchst wahrscheinlich noch verschärfen werden. Als markanten Wendepunkt für den Beginn des Winters kann der September des Jahres 2008 herangezogen werden, als der Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes, die Lehmann-Pleite und der Börsencrash stattfanden. Wahrscheinlich wäre die Krise, welche erst ab 2008 richtig ins Bewusstsein der Menschen drang, noch früher hereingebrochen, doch konnte man in den 1990er Jahren durch Basisinnovationen in der Informationstechnik (Internet etc.) eine Weile noch reales Wachstum erzielen, bis die Technologieblase, auch »Dotcom-Blase« genannt, im März 2000 platzte, mit jedoch recht wenig Auswirkung auf die Realwirtschaft, außer dass etliche Kleinanleger »geschoren« wurden.

Im Rahmen des oben beschriebenen gedanklichen Rahmens der vier Jahreszeiten kann man davon ausgehen, dass die Krise sich etwa Mitte bis Ende der 20er Jahre noch ausleben wird. Am Ende des Zyklus wird ein traumatisierendes Ereignis stehen, bevor es zu einem Neuanfang kommt.

Falls das skizzierte Gedankenexperiment ungefähr stimmt, wie im weiteren Verlauf des Buches noch zu zeigen sein wird, stellt sich als nächstes die Frage: Wie kann es eigentlich zu einem solchen (Todes-) Zyklus kommen, gegen den keine politische Partei oder Ideologie etwas auszurichten vermag? Ist er naturgegeben oder von Menschen gemacht? Um es vorweg zu nehmen: In diesem Fall ist eindeutig der Mensch dafür verantwortlich. Grundfragen solcherart, von denen eine mächtiger als die andere ist, werden im Verlauf dieses Buches erhellt.

Zu Anfang sollen einige theoretische Grundlagen erörtert werden, die für das weitere Verständnis notwendig sind, danach soll die Genese der nun seit Jahren andauernden Wirtschaftskrise diskutiert werden. Mit diesem Hintergrund wird sich der »Zukunftsschau« gewidmet, und in kühner Weise versucht, aus den gewonnen Erkenntnissen Aussagen über das mit Schlagseite dahindümpelnde Finanzsystem – und somit über die Zukunft der Menschheit – zu machen. Die letzten Kapitel enthalten Lösungsvorschläge für ein weniger störanfälliges Wirtschaftssystem und wie solch eine Transformation gelingen kann.

2. Exponentielles Wachstum

Die meisten Menschen neigen zu linearem Denken, das heißt, sie gehen intuitiv davon aus, dass alle Prozesse der Realität mehr oder weniger geradlinig und mit gleicher Geschwindigkeit ablaufen. Man extrapoliert Erfahrungswerte oder Vergangenes linear in die Zukunft, nach dem Leitsatz: Wenn eine Entwicklung in der Vergangenheit so lange gebraucht hat, dann braucht sie in der Zukunft genauso lange. Jedoch die Systeme der Wirklichkeit sind oft viel dynamischer.

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Seitenaufrufe: 64 mal Aufgerufen Am 16. August 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Grexit, Staatsbankrott, Währungsreform, Wirtschaftscrash
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