Weil Liebe immer stärker ist

Weil Liebe immer stärker ist
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: http://anna-fricke-autorenhomepage.webnode.com
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
„Du schuldest mir ein Leben“, flüsterte sie voller Verachtung zu der Suzuki. Seit dem Motorradunfall hat Lily Angst vor der Autobahn. Sie entschließt sich zu einer Konfrontationstherapie, doch dann verliebt sie sich ausgerechnet in Sven, ihren Fahrtherapeuten. Dumm nur, dass dieser bereits in festen Händen ist. Während Sven mit seinen Gefühlen ins Hadern gerät, setzt die Frau an seiner Seite alles daran Lily aus seinem Leben zu vertreiben.
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Leseprobe

„Verdammt! Verdammt, verdammt, verdammt…!“

Nun war es doch schon über ein Jahr her und trotzdem bereitete es ihr Schmerzen, das Motorrad anzusehen.

Früher sah die kleine und wendige Suzuki GSXR 750 so für sie aus:

Sportlich lehnte sich das blaue Design mit den stürmischen Zacken vorne über die Gabel, als versuchte es, das Vorderrad einzuholen. Gleichzeitig legte sich die glatte, glänzende und im Wind fast zerfließende Verkleidung um die empfindlichen Stellen der kleinen Lady. Die integrierten Blinker schmiegten sich unauffällig in das zackige Design und schienen sich nur davon abheben zu wollen, wenn man mit dem linken Daumen zärtlich über den schwarzen Schalter strich. Der wundervolle schwarze Rahmen wirkte dezent und stabil, die silbernen Fußrasten hoben sich entsprechend deutlich davon ab. Ein selbst montierter Auspuff sorgte für den vollen Sound. Auf der kräftigen Brust der schlanken Lady thronte ein gewölbter Tank in einem dunkleren Blau. Der Übergang war fließend. Durchbrochen wurde diese friedvolle Farbe von dem weißen Zacken, der sich frech fast bis zu der Sitzbank zog, die in den gleichen Farben bespannt war. Das luftige Heck lag ausgefedert etwas höher als der Tank und verlieh der Dame ein super sportliches Aussehen. Das Weiß des Hecks wurde durch das helle Blau des Soziussitzes und dem schwarzen Riemen angenehm unterbrochen.

Aber seit dem Unfall vor einem Jahr… seitdem strahlte das Weiß weit weniger in Lilys Augen, das Blau wirkte eher wie die unberechenbaren Tiefen des Meeres und das kleine rote „R“ auf der Verkleidung starrte sie an wie ein Blutfleck, der niemals aufgewischt werden würde. Die gebeugte Schnauze wirkte nicht mehr sportlich, sondern fliehend. Sie floh vor all dem Unglück, das einen erwartete, wenn man den Wagemut besaß, sich auf sie zu setzen, um damit die Straßen unsicher zu machen. Das Heck wirkte nicht mehr luftig und verspielt, nicht mehr voller Vorfreude über kurvige Strecken oder lange Geraden, die man in einem rasanten Tempo bewältigen konnte… es wirkte, als würde es nur darauf warten, den unbedachten Fahrer abzuwerfen. Zu buckeln wie ein störrisches Pferd.

„Verdammt!“, stieß Lily erneut aus und schlug mit der geballten Faust gegen die Betonwand ihrer Mietgarage. Wieso hatte sie diese Höllenmaschine eigentlich noch? Nur, weil sie damals bei dem Unfall als einzige Unschuldige lebend davongekommen war, während die Yamaha r6 ihres Mannes in tausend Teile zersprungen war, als der LKW ausscherte und ihn einfach von der Straße fegte? Weil die Suzi, wie das Motorrad liebevoll von ihrer Besitzerin genannt wurde, unbeschadet im Grün gelandet war, während die Einsatzkräfte Lily von der Windschutzscheibe eines Fords kratzen mussten?

Wütend und feindselig starrte die Frau ihre Maschine an.

„Ich hätte dich verschrotten lassen müssen“, spie sie ihr ungehemmt entgegen. Ihr Ehemann war sofort tot gewesen und Lily hatte einen langen Heilungsprozess hinter sich. Ihr Körper war sehr gut verheilt. Man hatte ihr mehrfach gesagt, dass sie unglaubliches Glück gehabt hatte. Ihre Verletzungen waren vergleichsweise harmlos gewesen.

Der Massencrash, der durch einen fehlenden Schulterblick seitens des LKW-Fahrers verursacht worden war, hatte vielen Menschen das Leben gekostet. Er hatte sich bei ihr entschuldigt. Nicht persönlich, sondern mit einem Brief. Sie hatte ihn zerrissen und sich gewünscht, der unvorsichtige und wahrscheinlich übermüdete und überhaupt total bescheuerte Berufskraftfahrer wäre bei dem Unfall gestorben und nicht ihr Mann.

Mitleid für die anderen Betroffenen konnte sie lange nicht empfinden. Erst, als sie wegen anhaltender Wahnvorstellungen und Schlaflosigkeit in eine Therapie kam, konnte sie ihr Leben wieder ordnen. Sie hatte einige Zeit auf einer psychiatrischen Station gelebt, bis sie wieder soweit mit sich und ihrem neuen Leben klarkommen konnte.

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Seitenaufrufe: 43 mal Aufgerufen Am 15. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fahrschule, Lehrer, Liebe, Motorrad, Schicksal, Suzuki, Therapeut, Trauma, Unfall, Zufall
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