Weihnachtliches Wunder

Weihnachtliches Wunder
Preis: 1,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2013
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783944421346
Eine weihnachtliche Kurzgeschichte Auf sich allein gestellt, findet der neunjährige Erylan kurz vor Weihnachten in einem leerstehenden Haus einen einsamen Unterschlupf vor der eisigen Kälte. Als er am Heiligen Abend am wärmenden Feuer einschläft, wird er von einem Mann überrascht. Eine ganz besondere Weihnachtsgeschichten, die sich auch zum Vorlesen sehr gut eignet.
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Leseprobe

Fremdartige Geräusche drängten sich in sein Bewusstsein. Träumte er noch?

Nein! Er schreckte hoch. Das Quietschen der Eingangstür hallte durch die leeren Räume. Das klang gespenstisch. Spukte es hier?

Erylan setzte sich auf und rieb sich das Gesicht. Die restliche Glut im Kamin leuchtete sacht. Von draußen fiel nur das wolkenverhangene Mondlicht ins Zimmer.

»Das ist also alles, was mir geblieben ist!«, seufzte eine dunkle Männerstimme.

Geister benutzten keine Türen, sie gingen durch die Wand und Selbstgespräche führten sie wahrscheinlich ebenso wenig. Vor seinem geistigen Auge sah Erylan das Kloster, den Mann mit seiner Kutsche, seinen eiskalten Blick. Er musste fliehen!

Sofort!

Als er aufstand, spürte er schmerzlich seine wunden Fußsohlen. Halb hinkend, halb rennend verließ er durch die hintere Tür, die knarrte, sein warmes Zimmer.

»Wer ist da?«, forderte die Männerstimme im energischen Ton.

In diesem hinteren Flur, der unter der großen Treppe lag, die nach oben führte, war die Finsternis so mächtig, dass Erylan die Luft wegblieb. Hier hinten konnte man nicht mal die eigene Hand vor Augen sehen. Keinen einzigen Schritt traute er sich, weiterzugehen. Zurück konnte er aber auch nicht.

»Sprecht! Wer seid Ihr?«

Erylan klopfte das Herz bis zum Hals, sein Atem war flach und seine Hände fühlten sich feucht an. Langsam drehte er den Kopf zur Seite und sah zurück. Im Türrahmen zu jenem Zimmer erkannte er die Silhouette eines großgewachsenen Mannes.

An dieser Gestalt gab es kein Vorbeikommen. Ihm blieb nur die Flucht weiter in die Dunkelheit hinein. Am Ende des Flurs gab es drei Türen, das wusste er. Plötzlich war sein Kopf leer. Ihm wollte nicht einfallen, wie die Zimmer angelegt waren, wie er dieses Haus verlassen konnte, ohne dem Fremden in die Arme zu laufen.

»So gebt Euch doch zu erkennen! Wenn Ihr eine Bleibe sucht, so wird sich etwas finden.«

Die Stimme klang freundlich, fast sympathisch. Erylan überlegte, welcher Anlass diesen Fremden hierher verschlagen haben könnte. Wer nachts in leerstehende Häuser eindrang, sollte jedenfalls kein Ordnungshüter sein. Seine Flucht erschien ihm in diesem Moment recht lächerlich.

Andererseits könnte der Fremde böse Absichten verfolgen.

Erylan besaß außer den Kleidern am Leibe nichts, um was man ihn hätte erleichtern können. Seine Gedanken waren fehl am Platz.

»Wenn Ihr erlaubt, werde ich ein Holzscheit in die Glut legen, dann können wir uns gemeinsam aufwärmen.« Der Fremde wartete keine Antwort ab, drehte sich um und ging. Damit verschwand er aus seinem Blickfeld.

Erylans Ängste und Zweifel waren wie weggeblasen.

Eine seltsame Situation

Möglicherweise suchte der Fremde auch nur nach einem warmen Obdach für die Nacht. Vielleicht war er genauso einsam wie er selbst. Es gab keinen Grund, sich zu verstecken, keinen Grund davonzulaufen!

Langsam, denn jeder Schritt war schmerzhaft, ging Erylan den Flur zurück. Deutlich spürte er etwas Feuchtes unter seinen Fußsohlen, er musste aufpassen, nicht auszurutschen. Am Türrahmen angekommen, blieb er kurz stehen und schaute ins Zimmer.

Der Fremde hockte vor dem Kamin, er sah nicht einmal auf, als Erylan näherkam. Das schulterlange, dunkle Haar verdeckte hängend das Gesicht.

»Eure Füße«, dabei pustete er kräftig in die Glut, bis das Holz Feuer fing, »müssen verbunden werden.« Er klang ehrlich, fast fürsorglich.

Inzwischen war Erylan hinter ihm angelangt. Seine freundlichen Worte gaben ihm Mut.

»Gesegnete Weihnachten!«, flüsterte er.

Stürmisch drehte sich der Fremde um, dabei stand er auf. Er sah erschrocken aus. Vermutlich hatte er einen Erwachsenen erwartet. Seine Gesichtszüge wirkten wie versteinert. Seine weit aufgerissenen Augen musterten Erylan intensiv von oben herab. Das Feuer hüllte den Raum in ein warmes geborgenes Licht.

Der Fremde nahm auf die Truhe Platz. »Dir ebenfalls ein gesegnetes Weihnachtsfest! Komm, setzt dich zu mir!«

Das Feuer loderte auf und schien dem Fremden ins Gesicht. Große, braune Augen hatte er mit breiten Augenbrauen und einem dichten Bart, so wie Erylan sie von Seefahrern kannte.

Er ging auf die äußerste Kante der Truhe zu, wollte dem Fremden nicht zu nahe kommen. Doch als er sich setzte, überkam ihn ein Gefühl von Geborgenheit, vergleichbar mit einem alten Freund, den man wiedergefunden hatte.

»Es war nicht meine Absicht, dich mitten in der Nacht aufzuschrecken.« Der Fremde rutschte ein Stück auf Erylan zu und legte ihm die Wolldecke um. »Wie alt bist du?«

»Neun«, glitt ihm über die Lippen, obwohl er sich eigentlich ein bisschen älter machen wollte. Der Fremde nickte und schaute auf das Feuer. Auch Erylan sah den tanzenden Flammen einen Moment zu und genoss die Wärme des Feuers. Ein Ast fiel auf den Kaminboden und die Funken verglimmten in der Luft.

»Das ist ein einsames Weihnachtsfest für einen Jungen in deinem Alter.«

Bei diesen Worten wurde es Erylan noch einmal richtig bewusst, das war sein erstes Weihnachtsfest ohne seine Familie.

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Seitenaufrufe: 28 mal Aufgerufen Am 5. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: berührend, Bestseller, Empfehlenswert, festlich, geheimnisvoll, Kindheit, stimmungsvoll, Suche, Weihnachten, Wunder
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