Was du liebst lass frei

Was du liebst lass frei
Preis: 4,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.jj-winter.com
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9780692259573
“Wenn wir wirklich und aufrichtig lieben, bedeutet das zugleich den Tod.“ Nach dem tragischen Ende ihrer Eltern ist Maria felsenfest überzeugt, dass sie dazu bestimmt ist, nie die wahre Liebe zu erfahren. Selbst als sie Juliano begegnet, der mit einer Gauklertruppe durch das Land reist und dem sein Ruf als „Liebesgott“ vorauseilt, weigert sie sich vehement, seiner schier unwiderstehlichen Anziehung nachzugeben. Die achtundzwanzigjährige Maria muss jedoch erkennen, dass hier weit größere Mächte ihren Einfluss spielen lassen. Auf Juliano lastet seit Jahrhunderten ein geheimnisvoller Fluch, den einzig die wahre Liebe brechen kann – und der Preis für seine Erlösung ist hoch …
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Konfuzius sagt:

„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir –für immer!“

***

Seine Lenden schmerzten. Wild schoss das Blut durch seine Adern. Er war bereit. Bereit, sie zu verführen und zu hören, wie sie in der Hitze des Gefechts laut seinen Namen schrie. So, wie er es täglich bis zu fünf Mal von fremden Frauen gewohnt war.

Sie hingegen schien noch nicht in dem Feuer gefangen zu sein, das er für gewöhnlich nur durch seinen Anblick und die Aussicht auf Erfüllung in seinen Opfern entfachte. Sie saß einfach nur da und sah ihn mit großen Augen an. Ohne den Blick von ihr abzuwenden, streifte er sein Hemd ab und beförderte es durch die kleine Öffnung nach draußen, um das Publikum anzustacheln. Üblicherweise folgten jetzt die Kleider seiner Gespielin. Die Frau vor ihm machte allerdings keine Anstalten, es ihm nachzutun, sah ihn weiterhin nur stumm aus diesen wunderbaren braunen Augen an.

„Jetzt du!“, forderte er sie auf, während er mechanisch seinen Gürtel aus der Hose zog und zu dem Hemd auf die freie Fläche vor seinem Zelt warf.

Sie blickte sich um. In einer Ecke entdeckte sie ein fein säuberlich zusammengelegtes Häufchen Hosen und Hemden. Achselzuckend griff sie nach dem Packen Wäsche und warf ihn hinterher. Die Ansammlung von Schaulustigen vor

seinem Heiligsten begann lautstark zu johlen. Sein Mund klappte auf, und er musterte sie entgeistert.

„Hätte ich sie einzeln rauswerfen sollen?“, erkundigte sie sich kleinlaut.

Fassungslos antwortete er: „Das waren meine Sachen zum Wechseln.“

Zerknirscht blickte sie an ihm hoch und zog schuldbewusst die Schultern nach oben. „Sorry, ich dachte, diewären dazu da.“

Er schüttelte verwirrt den Kopf. Was war das denn? Sonst fielen die Frauen in Scharen vor ihm nieder. Bettelten darum, dass er sie auswählte und beglückte. Sie konnten es gar nicht erwarten, sich die Kleider vom Leibe zu reißen und zu genießen, was er mit ihnen teilte.

Verunsichert erhob sich Maria und eilte nach draußen, um seine Gewänder wieder einzusammeln. Er folgte ihr irritiert. Die Gruppe vor dem Zelt lachte noch lauter, als er mit in die Hüften gestemmten Händen hinter ihr stand undkopfschüttelnd dabei zusah, wie sie jedes einzelne Stück fein säuberlich wieder zusammentrug. Auch das Hemd und den Gürtel hob sie auf und überreichte ihm alles mit einem leisen „Entschuldigung“. Ein paar der Männer brüllten, und Maria senkte verlegen denBlick, als ihr bewusst wurde, dass sie es war, die sie dermaßen belustigte.

Franco, dessen Aufgabe es war, Julianos Geschichte zu erzählen, hatte sich bisher recht ruhig verhalten, angesichts des bizarren und für ihn vollkommen unverständlichen Ablaufs der Show. Seit vielen Jahren begleitete er Juliano nun schon. Hatte schon einiges erlebt. Aber das hier war auch ihm neu.

Endlich räusperte er sich: „Oho, was für eine stürmische Maid. Sie hatte wohl Angst, dass sie in dem Zelte nicht ausreichend Platz für ihr Liebesspiel fände. Aber seid versichert, holde Jungfer, Meister Juliano ist ein begnadeter

Künstler. Ihm wird es gelingen, trotz der Enge euer Blut zum Kochen zu bringen und euch in die höchsten Gefilde von Lust und Ekstase zu geleiten. Denn er ist Meister Juliano, der Liebesgott!“

Marias Blick schweifte schuldbewusst zwischen ihm und dem Zelt hin und her, während Juliano sie noch immer ungläubig anstarrte. Zumindest nahm sie an, dass er das tat. So genau konnte sie dies unter der Maske, die er trug, nicht erkennen. Ohne ein Wort griff er nach ihrem Arm und zog sie in sein Zelt zurück. Die Sachen flogen unachtsam in eine Ecke, und erneut heftete er seinen Blick auf ihre sanften braunen Augen.

„Es tut mir leid, wenn ich deine Show ruiniert habe. Ich verspreche auch, mich von jetzt an zu benehmen.“

Maria kannte seine Vorstellung. Hatte Arbeitskolleginnen davon reden hören. Ziel war es, den Festbesuchern da draußen vorzugaukeln, dass es hier drinnen tatsächlich zu sexuellen Handlungen käme und Juliano, der Liebesgott, beinahe stündlich eine holde Maid beglückte.

„Okay. Ich bin bereit, fangen wir an!“ Schnell nahm sie im Schneidersitz Platz und blickte zu ihm auf, unsicher, ob sie beginnen sollte zu stöhnen, oder ob er den Takt vorgab. Überrascht sah Juliano auf sie nieder, als sie sich nun so bereitwilligfügte und darauf zu warten schien, dass er sein Spiel beginne. Langsam trat er näher, postierte sich so, dass der Knopf seiner Hose unmittelbar vor ihren Augen war, und wartete gespannt, ob sie die Initiative ergreifen würde.

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Seitenaufrufe: 55 mal Aufgerufen Am 2. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Erlösung, Fantasy-Liebesroman, Fluch, Gaukler, Götter, Italien, Liebe, Mittelalterfest, Tirol
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