Was die Weiber lieben und hassen

Was die Weiber lieben und hassen
Preis: 11,95 €
Autor:
Genres: Belletristik, Humor
Webseite: http://heidrun-diegedankensindfrei.blogspot.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783845915692
Heidrun Böhm erzählt in ihrem Roman "Was die Weiber lieben und hassen" die Geschichte von Rita, einer auf den ersten Blick normalen alleinstehenden Frau, die mit ihrem Leben gut zurechtkommt. Rita ist Altenpflegerin, leistet treu und bescheiden ihren Dienst, liest gerne Trivialliteratur, schreibt Kurzgeschichten-und hat ein dunkles Geheimnis. Sie kann nicht mit ansehen, wie alte kranke Männer im Altenheim in ihren Betten vegitieren. Rita lernt eine bekannte Schriftstellerin kennen. Diese soll auf Grund unangenehmer Ereignisse in ihrem Privatleben ein Biografie schreiben, um ihre Leser nicht zu verlieren. Sie bittet Rita um Hilfe. Wird ihr Geheimnis dadurch ans Tageslicht kommen? Oder gelingt es ihr, die Vergangenheit aufzuarbeiten, und ein neues Leben anzufangen?
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Leseprobe

Kommissar Peter Berger war Single, fünfundsechzig Jahre alt und seit kurzer Zeit pensioniert.     

Aus seiner ehemals braunen Lockenpracht war ein spärlicher grauer Haarkranz geworden. Unter seinen blauen Augen bildeten sich schwarze Schatten und seine Stirn wies tiefe Falten auf.

Er liebte es, durch die Wälder zu streifen und die klare Luft einzuatmen. Dem Rauschen der Blätter im Wind und dem Gesang der Vögel hörte er gerne zu.    

An einem sonnigen Maitag machte er sich auf den Weg in den Wald. Die Glocken der nahen Kirche schlugen neunmal, der Wind war mild und streichelte seine Wangen. Er pfiff ein kleines Lied, das er schon seit seiner Kindheit kannte: „Das Wandern ist des Müllers Lust.“ Das Lied erinnerte ihn an den Tag, an dem sein Vater gestorben war.

Diese Melodie hatte sich in seinem Gehirn festgesetzt wie eine Klette.

„Hör endlich auf damit“, sagte er laut zu sich selbst. Peter schüttelte heftig den Kopf.

Mit großen Schritten ging er weiter bis er die mächtigen dunkelgrünen Tannen am Waldrand erreicht hatte. Weißgraue Wolken wanderten über den blassblauen Himmel. Die Tannen wiegten sich im Sommerwind. Ein Habicht, der auf Beute aus war zog stumm seine Kreise. Peter atmete tief durch blieb stehen und betrachtete das friedliche Bild, das sich ihm bot.

Blitzartig war er da. Wie ein giftiger Pfeil, der immer wieder abgeschossen wird, jagte der Gedanke an das Lied und die nachfolgenden Ereignisse durch seinen Kopf. Peter griff sich an die Stirn stöhnte presste die Lippen zusammen und setzte sich auf die Wiese. Sein Kopf schmerzte. Der Blick in seine Vergangenheit quälte ihn, kam jedoch immer wieder.      

Er war ein weiteres Mal zehn Jahre alt, ein fülliges Kind mit großen braunen Knopfaugen, kurzen Beinen und blonden Haaren. Sein Vater war Förster, seine Mutter Hausfrau und eine eifrige Spaziergängerin. Sie nahmen ihren Sohn bei Wind und Wetter mit in den Wald. Auch an diesem Tag waren sie nachmittags losgelaufen.

„Peter ist wie wir, er liebt es, im Wald zu sein“, sagte die Mutter. „Ja, er wird ein Förster wie ich“, sagte der Vater beschwingt. Er spitze die Lippen,  und pfiff fröhlich das Lied: „Das Wandern ist des Müllers Lust.“

Mutter nahm die kleine warme Hand ihres Sohnes lächelte ihn an und strich ihm das Haar aus der Stirn. Peter murrte leise. Er mochte es nicht, wenn die Mutter ihn bei der Hand nahm. Er wollte durch den Wald sausen, die Vögel im Gebüsch aufschrecken und Rehe aufstöbern, wie sein Vater.

Peter schüttelte Mutters Hand ab und lief los. Das Laub raschelte unter seinen Füßen, er breitete die Arme aus und atmete tief die klare Waldluft ein.

Plötzlich knallte es. Seine Mutter schrie – verzweifelt, schrill. Peter drehte sich um, sah ihre weit aufgerissenen, vor Entsetzen funkelnden Augen, sah, wie sein Vater die Augen schloss, stöhnte und sich an die Brust griff.    

Sein Körper sank zu Boden, wo er in sich zusammenklappte, wie eine Gummipuppe, aus der die Luft entwichen war.

Vater war sofort tot gewesen. Ein Versehen oder ein geplanter Mord? Peter wusste es bis heute nicht. Die Kugel des unbekannten Schützen hatte ihn mitten ins Herz getroffen. Die Polizei nahm an, es sei ein Unfall gewesen, ein Versehen.

Peter verfolgte Zeit seines Lebens der Gedanke, dass Mutter oder ihr Liebhaber jemanden damit beauftragt hatten, seinen Vater zu töten. Denn nicht lange nach seinem Tod heiratete Mutter wieder. Es war ein Mann, mit dem Peter nicht zurechtkam. Der Mörder seines Vaters wurde nie gefunden.

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Seitenaufrufe: 47 mal Aufgerufen Am 19. August 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Altenheim, Biografie, Demenz, Geheimnis, geschichte, Kommissar, Roman, Schriftsteller, Weiber
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