Versprich mir einen Kuss

Versprich mir einen Kuss
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Zwei Menschen, verbunden durch eine grausame Fügung. Julias Glück zerbricht, als sie ihren Mann verliert. Ihr Leben scheint sinnlos geworden zu sein, bis sie auf Stephan trifft. Eine heilende Verbindung entsteht, doch dann schlägt das Schicksal erneut zu. Julias Entscheidung, ihrem Mann zu folgen, kann und will Stephan nicht akzeptieren. In einer Zeit voller Schmerz, Angst und Trauer beginnt eine zarte Liebe zu erblühen. Werden die Gefühle stark genug sein, der verzweifelten Julia neue Hoffnung zu schenken?
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Leseprobe

Kapitel 1

Unerwartet

Nach diesem einen Tag sollte Julias Leben nicht mehr sein, wie es einmal war.

Er fing an, wie ein Tag so anfängt: Aufstehen, Zähne putzen und anziehen. Es war zwar Samstag, aber die junge Studentin musste trotzdem früh raus. Sie arbeitete neben dem Studium in einem süßen kleinen Lädchen, um ihre Kasse aufzubessern. Wirklich nötig hatte sie das allerdings nicht. Tobias, Julias langjähriger Freund und seit kurzem Ehemann, arbeitete Vollzeit in einer nahen Firma. Zum Leben reichte das Geld, aber Julia hatte neben dem Studium Zeit. Wieso also nicht? Außerdem wollte Tobias zum Sommersemester hin nebenberuflich studieren. Sicher war sicher!

Der Vormittag verlief toll. Julias Chefin Cordula war da und machte Inventur, während Julia selbstgemachte Nähereien an interessierte Kundinnen verkaufte, meistens junge oder werdende Mütter.

»Ach, Julia… Wie sieht es denn bei euch aus mit den Namen?«

Julia arbeitete schon seit drei Jahren in dem kleinen Laden und mit Cordula verstand sie sich bestens.

»Wir sind uns noch nicht sicher. Mir gefällt Luana, ihm Chiara. Wir sind also bei den etwas ausgefallenen Vorschlägen.« Julia grinste.

»Na, macht euch nicht zu verrückt. Noch bist du ja nicht schwanger.« Cordula rollte mit ihrem Schreibtischstuhl etwas zurück, sodass Julia sie im Türrahmen erblicken konnte. Die Mittfünfzigerin neigte den Kopf nach vorne, um fragend über ihre Lesebrille schielen zu können. Ihr feuerrotes Haar wippte dabei wild um ihr rundes Gesicht, »ihr arbeitet doch hart daran, oder?« Ein schelmisches Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus und ließ Julia stilvoll erröten.

»Natürlich! Ohne Fleiß kein Preis… oder so«, entgegnete Julia.

»Ach Kind, ihr seid noch so jung.«

Julia und Tobias waren tatsächlich erst Mitte zwanzig, frisch verheiratet und eigentlich mitten in ihren Aus- oder Weiterbildungen. Trotzdem schrie es in Julia nach einem süßen kleinen Fratz, der sie Nacht um Nacht wach hielt. Ihre Eierstöcke schienen bei dem bloßen Anblick von Kleinkindern zu verbrennen.

»Ich weiß. Wir legen es zwar drauf an, aber sehr verbissen sind wir noch nicht.« Sie lächelte und strich einige handgenähte Körnerkissen glatt. Sie ging in die Knie, wobei diese knackten wie bei einem alten Mann, und verstaute sie in der Vorratstruhe hinter dem Verkaufstresen.

»Ich finde ja eher alte Namen…« Cordula wurde vom Telefon unterbrochen. Leicht genervt rollte sie mit den Augen, hob den Hörer von der Ladestation und trällerte freundlich in die Sprechmuschel:

»Nähstübchen Neustadt, Cordula am Apparat!… Ja… aha… ja, natürlich.« Die Meisternäherin erhob sich untypisch schwerfällig von ihrem Arbeitsplatz und kam zu ihrer Angestellten.

»Julia, das ist für dich…« In ihrem Blick lag etwas, das Julias Magen unruhig werden ließ. Mit zitternden Händen und einem Kloß im Hals, nahm sie das Telefon entgegen.

»Ja?«, hauchte sie atemlos.

»Guten Tag, spreche ich mit Frau Fuchs?« Die Männerstimme klang sehr geschäftig und routiniert.

»Ähm ja…« Zu mehr war Julia noch nicht in der Lage.

»Mein Name ist Franz Kolkebeck. Ich arbeite im Krankenhaus Neustadt Mitte. Ihr Mann, Tobias Fuchs, wurde heute hier eingeliefert.« Er schwieg.

»Ist… ist… äh… ähm…« Die Frage ‚Ist etwas schlimmes passiert?‘ kam ihr einfach nicht über die Lippen. Stattdessen fragte sie: »Geht es ihm gut?«

»Frau Fuchs, Sie sollten besser vorbei kommen. Nehmen Sie sich ein Taxi – oder lassen Sie sich bringen. Haben Sie unsere Adresse?«

»Ja… ähm… bis gleich…« Ohne eine Antwort abzuwarten legte sie auf.

»Was ist denn los, Schätzchen?« Cordula hatte sich diskret in ihr Büro verzogen, als Julia den Anruf entgegen nahm, nun stand sie aber wieder halb im Türrahmen. Offensichtlich wusste sie nicht recht, wie sie sich verhalten sollte.

»Ich muss… zum Krankenhaus…«

»Ist etwas schlimmes passiert?«, traute Cordula sich zu fragen.

»Ich… weiß nicht…« Aber eigentlich wusste sie es doch.

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Seitenaufrufe: 44 mal Aufgerufen Am 15. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Hoffnung, Krankenhaus, Krebs, Liebe, Romantik, Suzuki, Tod, Verzweiflung
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