VermisstenFall

VermisstenFall
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Humor, Krimi & Thriller
Webseite: www.juergen-edelmayer.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783734778711
Tim Strecker, Detektiv minderer Begabung, soll einen Vermissten aufspüren. Der ist untergetaucht, weil er einem Waffenhändler auf die Schliche gekommen sein will. Strecker macht sich widerwillig auf die Suche und stellt bald fest, dass ihm dieser Fall über den Kopf wächst. Auch sein väterlicher Freund, Kommissar Auguste Le Meur, ist von Streckers Ermittlungen alles andere als begeistert, zumal mit deren Beginn die Mortalitätsrate drastisch ansteigt. Unterstützung erhält der Detektiv dagegen von dem Rollstuhlfahrer und Computerhacker Maschine, der ihn mit technischem Equipment und einer illegalen Schusswaffe versorgt.
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Leseprobe

Mein ohnehin viel zu kurzer Schlaf wurde durch penetrantes Telefongeläut rüde unterbrochen. Mit zusammen-gekniffenen Augen tastete ich nach dem Hörer.

„Ja?”, stieß ich knapp und kurz angebunden hervor. Der unverschämte Störenfried sollte ruhig merken, dass mir sein Anruf äußerst ungelegen kam.

„Tim, bist du es?”

Das war unverkennbar Sigrid Beck, Anfang dreißig, dynamische Eigentümerin eines Fotostudios in Taunusstein, wo ich einen Teil meiner Brötchen verdiente. Ich jobbe gelegentlich als Teilkörpermodell. Sigrid hat gewissermaßen meine Knie entdeckt. Wenn sie mich anrief, dann nicht ohne einen guten Grund.

„Sigrid, was ist los? Habe ich einen Termin verpasst? Ich dachte, wir sehen uns erst nächste Woche.”

„Nein Tim. Es geht nicht um irgendein Fotoshooting. Ich brauche deine Hilfe.”

Das hörte sich gar nicht gut an. Sigrid war eine erfolgreiche Geschäftsfrau, selbstbewusst und gewohnt, auf eigenen Füßen zu stehen. Sie hatte all die Eigenschaften, die mir abgingen: Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit, Ausdauer. Üblicherweise war ich derjenige, der von uns beiden der Hilfe bedurfte. Und genau hier lag das Problem. Wenn Sigrid mich brauchte, steckte sie ‘A’ richtig in der Klemme, und ich konnte ihr ‘B’ meinen Beistand nicht versagen, denn ich schuldete ihr eine ganze Menge.

„Was kann ich für dich tun?”, fragte ich, bemüht, möglichst unbeteiligt zu klingen.

„Ich brauche deine detektivischen Fähigkeiten”, sagte sie.

Ich schloss die Augen und schickte ein Stoßgebet zum Himmel. Alles, nur das nicht. Die Bilanz meines bisher einzigen Detektivfalls belief sich auf vier tote Menschen und eine Hundeleiche. Nicht zu vergessen, dass ein brutaler Schläger mit einer Eisenstange auf mich eingeschlagen und mir dabei fast die Kniescheibe zertrümmert hatte. Wenn es nach mir ging, würde ich alles tun, um ein ähnliches Fiasko zu vermeiden.

„Das ist nicht dein Ernst, oder?” Es war ein irrationaler Rettungsversuch. Der Griff nach einem Strohalm, der nie existiert hatte. Durch die Telefonmuschel hörte ich, wie Sigrid tief durchatmete.

„Tim,” sagte sie. „Um eins mache ich Mittagspause. Schaffst du es bis dahin nach Taunusstein?”

„Sicher.” Eine Antwort, die ich nach meinem Blick auf den Wecker sofort bereute. Es war bereits kurz vor zwölf. Hatte ich wirklich so lange geschlafen? Was soll’s, dachte ich. Der Tag war sowieso im Eimer.

„Ich bin spätestens um eins bei dir”, sagte ich und legte auf.

Glücklicherweise befand sich die Bushaltestelle nicht weit von meiner Wohnung in der Drudenstraße entfernt. Taunusstein lag nur etwa zehn Kilometer außerhalb von Wiesbaden, und um die Mittagszeit fuhren wegen der Schulkinder häufiger Busse dorthin.

Umgeben vom Lärm dutzender Schreihälse grübelte ich über Sigrids Hilferuf nach. Vor allem fragte ich mich, was sie dazu veranlasst hatte, mich als Privatdetektiv anzuheuern. Ich habe noch nicht einmal eine Lizenz und Sigrids Begeisterung für mein Tätigkeitsgebiet hatte sich bisher durchaus in Grenzen gehalten.

Ich erreichte das in Taunusstein-Hahn gelegene Fotostudio pünktlich zum Beginn von Sigrids Mittagspause.

„Wir fahren am besten zu mir”, sagte sie. „Mein Auto steht gleich dort drüben.”

Wir überquerten die Straße und stiegen in Sigrids blauen Mini-Cooper. Beim Einsteigen sah ich, wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite zwei Männer der dunkelhaarigen attraktiven Fahrerin des Kleinwagens bewundernde Blicke zuwarfen. Die Kerle bewiesen Geschmack.

„Wohnst du immer noch hier in der Gegend?”, fragte ich.

Sigrid rückte die Nickelbrille, die so gar nicht zu ihrem übrigen Äußeren passen wollte, zurecht und sagte: „In Bleidenstadt, nur einen Kilometer von hier.”

„Da gibt es doch diesen Biomarkt an der Hauptstraße, können wir da kurz anhalten?”, fragte ich. „Ich habe noch nicht gefrühstückt.”

Sigrid grinste. „Ach so, du hast Angst, bei mir nichts Fleischloses zu essen zu finden. Glaubst du vielleicht, ich habe vergessen, dass du Vegetarier bist?”

„Nun ja … “ Sie hatte mich eindeutig ertappt.

„Und auch keinen Alkohol trinkst?”, bohrte sie weiter.

Ein Lieferwagen scherte knapp vor uns ein, was Sigrid dazu bewog, ihre Aufmerksamkeit von mir abzulenken. Wütend drückte sie auf die Hupe.

„Armleuchter!”

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Seitenaufrufe: 32 mal Aufgerufen Am 31. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Detektiv, Krimi, Tim Strecker, Wiesbaden
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