Vermächtnis der Engel

Vermächtnis der Engel
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Romantik
Webseite: http://carolynlucas.org
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Nichts fürchtet die 25jährige Buchhändlerin Sarah mehr als Veränderungen. Als sie dem charismatischen Rafael begegnet, ahnt sie, dass er ihr Leben in Aufruhr versetzen wird. Sarah verliebt sich, obwohl sie spürt, dass Rafael Geheimnisse vor ihr verbirgt. Je intensiver die Beziehung sich entwickelt, desto mehr unheimliche Vorfälle ereignen sich in Sarahs Umgebung. Erst der mysteriöse Asael eröffnet ihr die Wahrheit: Rafael und er sind Engelssöhne, gesandt, um Sarah zu verführen. Im Krieg der Engel kommt ihr eine bedeutende Aufgabe zu.
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Prolog

Herbst 1997

»Sarah! Sarah, sag doch was!«

Wie durch Watte hörte sie Fabiennes Stimme. Sarah wollte ihrer Freundin antworten, wollte etwas Beruhigendes sagen, aber sie konnte kein Wort von sich geben. Von einem Moment zum anderen hatte Sarah die Kontrolle über ihren Körper verloren und war auf den Betonboden des Schulhofs geprallt. Sie brach in das Zittern aus, das Sarah kannte und fürchtete. Das Zittern, das ankündigte, dass sie bald wieder von einer Vision, wie ihr Vater es nannte, geplagt würde. Hier, auf den grauen Steinen, vor der ganzen Klasse, die sich in der großen Pause versammelt hatte. Endlich ließen die Krämpfe etwas nach, sodass Sarah Worte formulieren konnte.

»Hilf mir.« Flehend streckte sie die Hand aus. Ihr Blick, durch Tränen vernebelt, suchte nach Fabienne. »Hilf mir, bitte.«

Fabienne kniete sich neben sie, nahm Sarahs Kopf auf den Schoß und strich ihr die Haare aus der schweißfeuchten Stirn.

»Holt Hilfe. Holt Frau Schütte oder Herrn Langmeier«, schnauzte Fabienne die anderen Kinder an, die um sie herum standen, als gäbe es etwas Spannendes zu sehen. »Glotzt nicht. Helft uns!«

Doch die Kinder der vierten Klasse schreckten zurück, als wäre Sarah ansteckend, als könnte eine Berührung dazu führen, dass sie sich ebenfalls auf dem Boden wälzen und seltsames Zeug brabbeln würden.

»Feuer. Schmerz«, murmelte Sarah. Sie spürte die kühlen Pflastersteine in ihrem Rücken, fand aber nicht die Kraft aufzustehen. Zu verwirrend waren die Sätze, die aus ihrem Mund drangen. »Lege unter ihn scharfe und spitze Steine und bedecke ihn mit Finsternis. Er soll für ewig dort wohnen, und bedecke sein Angesicht mit Finsternis, damit er kein Licht schaue.«

Selbst wenn sie sich mit aller Kraft bemühte, den Mund geschlossen zu halten, gelang es den schrecklichen Worten immer wieder, ihr zu entwischen. Im letzten Jahr war es schlimmer geworden. Zu jeder Zeit, an jedem Ort konnten das Zittern und die Visionen Sarah überfallen. Gestern hatte sie ihre Eltern belauscht, die überlegten, sie auf eine Schule für besondere Kinder zu schicken. Allein. Ohne Fabienne. Wie sollte Sarah dort überleben?

»Die spinnt voll«, hörte Sarah jemanden sagen. Ein Kichern folgte diesen Worten, ein Kichern, dem sich bald andere anschlossen, als wären sie erleichtert, als erlöste sie das Lachen von dem Grauen, das sie spürten.

»Ich kenn die. Das hat die öfter«, erklang eine zweite Stimme. Bösartig und kalt.

Obwohl ihr immer noch seltsame Sätze durch den Kopf strömten, erkannte Sarah den Sprecher. Finn. Seit der ersten Klasse machte er ihr das Leben schwer. Wie gern hätte sie Mut oder Kraft aufgebracht, sich gegen ihn zu wehren. Aber jetzt konnte sie nur die Sätze ausstoßen, die in ihr brodelten wie ein Vulkan, die an die Oberfläche drängten, selbst wenn sie die Zähne so fest zusammenbiss, dass ihre Kiefer schmerzten.

»Wenn sich ihre Söhne untereinander erschlagen, und wenn die Väter den Untergang ihrer geliebten Söhne gesehen haben werden, so binde sie für 70 Geschlechter unter die Hügel der Erde bis zum Tag ihres Gerichts und ihrer Vollendung, bis das ewige Endgericht vollzogen wird.«

»So ein Blödsinn!« Wieder Finn. Eine kurze Pause. Dann mit einem gemeinen Lachen: »Los, wir holen Wasser. Das kippen wir auf sie. Das hilft bestimmt.«

Aufstehen, ich muss aufstehen, dachte Sarah, aber ihr Körper wehrte sich gegen ihre Wünsche, als hätte jemand anderes die Macht ergriffen. Sie spürte Tränen aufsteigen, Tränen der Erniedrigung und Tränen der Wut, weil sie keine Möglichkeit hatte, sich gegen Finns Angriff zu wehren. Schlimm genug, dass ihr furchtbarer Anfall alle Aufmerksamkeit auf sie lenkte. Aber wie würden die anderen Kinder erst lachen, wenn sie nass und zappelnd hier läge. Sarah schmeckte Blut. In ihrer Angst hatte sie sich die Unterlippe zerbissen. Selbst der Schmerz erlöste sie nicht von ihrem Anfall. Auch Fabiennes Anwesenheit half nicht.

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Seitenaufrufe: 43 mal Aufgerufen Am 9. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Buchhändlerin, Engel, Freundschaft, Krieg, Liebe, Romantik, Studentin, Vertrauen
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