Ventry Seaside

Ventry Seaside
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781549608698
Band 1 der Fred Morierty Reihe. Er träumte davon ein erfolgreicher Singer/Songwriter zu werden und verließ sein beschauliches Heimatstädtchen um in London als Musiker zu leben. Mitten in Notting Hill, in der Nähe der Portobello Road findet er eine Wohnung und Jobs in Plattenläden. Langsam etabliert er sich als Studiomusiker und lernt die Blitz-Kids rund um Boy George, Visage und Spandau Ballet kennen. Ein Bekannter vermittelt ihm einen Job bei den ehemals erfolgreichen Boomtown Rats, die einen letzten Versuch starten ihrer Karriere neuen Schub zu verleihen. Doch der Erfolg will sich nicht einstellen. Der 23. Oktober 1984 verändert alles. Bob Geldof sieht in einer Nachrichtensendung der BBC einen Beitrag der ihn all seine Energie in ein Hilfsprojekt namens Band Aid stecken lässt. Fred wird von ihm engagiert um bei der Produktion der Platte mitzuhelfen. Plötzlich ist er Teil des ersten und bis heute größten Hilfsprojekts, das von Pop- und Rockstars aus Großbritannien auf die Beine gestellt wurde. Danach stellen sich Phil Collins, Sting, George Michael & Co. ein weiteres Mal für ein Projekt von Bob Geldof zur Verfügung. Live Aid wird am 13. Juli 1985 zur Global Jukebox. Anschließend verlässt Fred London um seinen Traum von einer eigenen Musikkarriere zu verwirklichen. In Dingle (County Kerry, Irland) trifft er bei einer Familienfeier seinen Großvater, der ihm von seiner Zeit als junger Kämpfer im irischen Osteraufstand von 1916 und seiner Flucht nach Amerika erzählt.
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Leseprobe

Notting Hill – 1
Die Band Aid-Platte wurde zu einem Phänomen. Es wurden täglich 320.000 Stück gepresst und das war bei weitem immer noch nicht genug. Auch die T-Shirts für die Bob und Midge eine Konzession vergeben hatten, konnten nicht schnell genug gedruckt werden. Täglich flossen Unsummen an Geld auf das dafür eingerichtete Konto. Mitte Dezember rief mich Bob an und schrie 3 Millionen, wir haben 3 Millionen Pfund auf dem Konto und jeden Tag kommt noch mehr rein.
Nach dem Aufnahmemarathon zur Band Aid Single war ich in mein Alltagsleben zurückgekehrt und verdiente bei verschiedenen Studiojobs wieder Geld.
Am Tag nach Bobs Anruf kamen die Sternsinger ins Haus und sangen Silent Night und anschließend Do they know it´s Christmas. Ich ging zurück in die Wohnung, fing an zu heulen, holte 10 Pfund die ich den Kids gab und war fassungslos welche Dimensionen die Sache binnen so kurzer Zeit angenommen hatte.
Ich zog meine Jacke an und ging eine Runde spazieren. In den vergangenen Monaten war kaum Zeit gewesen durchzuatmen und ein wenig Ruhe einkehren zu lassen. Keine hundert Meter von meiner Wohnung in der Talbot Road erreichte ich die Portobello Road. Es war Samstag und die Straße war gefüllt mit Verkaufsständen. Jeden Freitag und Samstag dasselbe Bild. Ich hatte mich mittlerweile daran gewöhnt, dass an diesen beiden Wochentagen die Straße voll war mit den Angeboten der Händler. Seit Tagen regnete es. Nicht stark aber immerhin. Durch meinen Job als Studiomusiker arbeitete ich meistens vom späten Nachmittag bis lange in die Nacht hinein oder ab und an auch bis zum nächsten Morgen wenn die Sonne schon wieder aufgegangen war. Die Tage verschlief ich meist. Ich schlenderte die Straße entlang und blieb beim einen oder anderen Stand stehen und blätterte durch das Angebot an Schallplatten, probierte eine Vintage-Jacke aus den 60ern an und kaufte mir bei einem der Essensstände ein Chicken-Marsala-Curry. Die Monate mit den Boomtown Rats und Band Aid waren mit Sicherheit die aufregendste und ermüdendste Zeit meines Lebens gewesen und abgesehen davon hatte es unendlich Spaß gemacht. Deutlich mehr Spaß als für diverse Produzenten bei Plattenaufnahmen als Musiker oder Tontechniker zu arbeiten, obwohl diese Aufträge meiner Existenz eine absolute Sicherheit verliehen.
Allerdings drängte sich in den vergangenen Monaten ein Gedanke immer weiter in den Vordergrund. Dass ich als Singer/Songwriter keinen Schritt vorwärts gekommen war seit meiner Ankunft in London. Mir fiel es zusehends schwerer die finanzielle Sicherheit des Studiojobs zu schätzen. Ich spazierte weiter die Straße entlang. Nach dem afghanischen Shop, in dem von der Mausefalle bis zur Vorhangstange alles zu finden war, machte ich einen Zwischenstopp in einem der vielen Coffee-Shops die sich in den letzten Jahren etabliert hatten. Wie aus dem Nichts waren sie aus dem Boden geschossen und überboten sich mit den verschiedenartigsten Café Latte Variationen. Ich dachte wieder über meine Zukunft nach und beschloss, dass es Zeit wäre für den nächsten Schritt. Sollte ich den Sprung schaffen wollen mit meinen eigenen Songs aufzutreten, dann müsste ich den Schritt in absehbarer Zeit wagen und wahrscheinlich auch die Stadt verlassen. Hier steckte man mich in die Schublade Studiomusiker. Dieses Etikett würde ich vermutlich nicht mehr ablegen können……
Niamh
Die Nacht, oder das was davon übrig war verbrachte ich bei Niamh. Sie hatte sich in einem der Holiday Cottages die ihrer Familie gehörten in Ventry, rund 6 km von Dingle entfernt, eingemietet. Das war ihre Bedingung gewesen auch diesen Sommer wieder im Ort zu verbringen. Ich erzählte ihr von dem Schreck der mich erfasst hatte, als nach dem Song den wir vorgetragen hatten, einige Sekunden absolute Stille herrschte. Du hast sie im positiven Sinn überrascht. Deine Ankunft hatte sich in der Familie schon herumgesprochen und alle waren neugierig dich kennenzulernen. Nachdem sie erfahren hatten, dass du vier Jahre in der Londoner Musikszene verbrachst hast und du deutschsprachig aufgewachsen bist waren die wildesten Spekulationen in Umlauf gekommen. Ich weiß nicht ob jemand auf dein Aussehen und dein Outfit gewettet hat, wundern würde es mich aber nicht. Die Erwartungshaltung schwankte zwischen einem drogenabhängigen Punk bis zu einer original schwulen Boy George-Kopie. Das muss gestern eine herbe Enttäuschung für alle Anwesenden gewesen sein. Ein langweiliger Hetero, warf ich ein wenig sarkastisch ein. In gewisser Weise schon, du warst so normal, sympathisch und aufgeschlossen. Als du dann einen irischen Folksong vorgetragen hast den keiner von uns kannte und glaub mir, gestern war eine in ganz Irland bekannte Traditional-Sängerin anwesend die praktisch jedes in Irland jemals vorgetragene Lied kennt, hast du sie vollends aus dem Konzept gebracht.
Den Vormittag verbrachten wir im Bett.

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Seitenaufrufe: 24 mal Aufgerufen Am 3. Oktober 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Blitz Kids, Dingle, Dublin, Notting Hill, Osteraufstand 1916, Portobello Road, Ventry
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