Ungesagte Worte

Ungesagte Worte
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: www.lauragambrinus.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781512303247
Carlotta schwärmt schon, so lange sie denken kann, für Damiano Mantovani. Seine Bücher, allesamt Bestseller, füllen ihre Regale. Das Schicksal hat den berühmten Schriftsteller schwer getroffen. Nun will er wieder schreiben, will wieder leben. Carlotta soll gemeinsam mit ihm an seinem neuen Buch arbeiten. Aber – kann sie das überhaupt, wenn sie ihre wahren Gefühle vor ihm verbergen muss? Damiano ist auf Anhieb von Carlotta fasziniert. Sie könnte die Richtige sein, um ihn bei der Arbeit zu begleiten. Und weit darüber hinaus. Denn er fühlt sich zu ihr hingezogen. Schnell entwickeln sich tiefere Gefühle zwischen den beiden. Doch die Schatten von Damianos Vergangenheit lauern bereits im Verborgenen ...
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Leseprobe

Unvermittelt fangen meine Knie an, zu zittern, mein Atem geht heftig, als ich sehe, wie er die rechte Hand nach mir ausstreckt. Automatisch mache ich einen Schritt auf ihn zu und greife nach seiner Hand. Ehe ich richtig verstehe, was da gerade passiert, zieht er mich langsam näher zu sich heran und umfasst mit der Linken mein Gesicht. Sein Daumen streicht sanft über meine Wange und berührt meinen Mundwinkel. Dann beugt er sich ein wenig vor, und sein Mund streift zart meine Lippen. Spielerisch, tastend.

Ich muss das träumen.

Vorsichtshalber schließe ich meine Augen, um nur ja nicht so schnell aufzuwachen. Ich fühle mich gut in Damianos Armen. Warm und geborgen. Ich schiebe fast schüchtern meine Hand unter seine Jacke und erst mal nur seinen Rücken hinauf, bis ich an seinem Schulterblatt innehalte. Seine Lippen werden ein wenig forscher, pressen sich nachdrücklicher auf meine, bis ich ihm meinen Mund öffne. Er knabbert vorsichtig an meiner Unterlippe, saugt sie sachte ein, ehe ich seine Zungenspitze spüre. Er ist sehr behutsam, überfällt mich nicht, überredet mich eher. Meine Zunge kommt ihm entgegen, hilflos verliere ich mich in diesem zarten, sanften, beinahe fragenden Kuss.

Jetzt lässt Damiano meine andere Hand los, und ich schiebe auch sie unter seine Lederjacke, bis sie über seinem Herzen zu liegen kommt. Verblüfft spüre ich, mit welcher Geschwindigkeit es hämmert – fast so schnell wie meins! Er fasst mich um die Taille und zieht mich ganz eng an sich.

Nach einem endlosen Moment, in dem wir uns wortlos in die Augen sehen, lässt mich Damiano genauso langsam los, wie er mich an sich gezogen hat, tritt einen Schritt zurück und räuspert sich. „Tut mir leid. Ist das hier – sehr dumm von mir?“

Mir wird kalt, als ich seine Wärme nicht mehr unter meinen Handflächen spüre. Fasziniert starre ich auf seinen Mund, der mich soeben noch so zärtlich geküsst hat.

Oh Gott, kann dieser Mann küssen!

„Nein – das … ist doch nicht dumm“, krächze ich. Am liebsten würde ich das sofort wiederholen und gar nicht mehr damit aufhören, aber …

„Ich weiß, ich bedränge dich schon wieder“, sagt er leise. „Aber, verdammt noch mal, Carlotta – geh nicht einfach so!“

„Ja, aber – wie denn dann?“, wiederhole ich verzweifelt meine Frage von vorhin.

Und dann sagt er etwas, das mich an meinem Gehör zweifeln lässt:

„Am liebsten gar nicht!“

Ich lehne mich an die Wand, weil meine Knie auf einmal unkontrolliert zittern. Der Schlüssel fällt klirrend zu Boden. „Gar nicht?“

„Nein, gar nicht.“ Er bückt sich, hebt den Schlüssel auf und gibt ihn mir.

„Danke.“ Ich spiele nervös mit dem Anhänger. „Hast du dann vielleicht Lust, morgen noch mit mir zu frühstücken, ehe ich fahre?“, schlage ich vor, weil mir mal wieder nichts wirklich Intelligentes einfällt.

„Als Trostpreis sozusagen? Das ist es nicht, worauf ich hinaus will.“

Was soll ich darauf antworten? „Ich würde mich freuen.“

Er schüttelt den Kopf. „Nein, tut mir leid. Das reicht mir nicht. Auf ein lauwarmes Frühstück kann ich verzichten.“

Das reicht ihm nicht? Will er etwa eine heiße Nacht? Um ehrlich zu sein – das, was ich da an meinem Bauch gespürt habe, ehe er sich wieder zurückzog, hat sich sehr danach angefühlt.

„Du hast mich gerade von selbst losgelassen, wenn ich dich daran erinnern darf“, rücke ich die Fakten ins rechte Licht. „Ich bin keineswegs schreiend davongelaufen.“

„Nein, das nicht.“ Er verstummt und fährt sich über das Gesicht. „Ich wollte dich nicht einfach so gehen lassen, darum habe ich dich geküsst, aber dann fühlte es sich auf einmal so verkehrt an.“

„Verkehrt?“

„Ja. Mir wurde plötzlich wieder bewusst, wie sehr du dich dagegen gesträubt hattest, auch nur mit mir zusammenzuarbeiten. Du kommst mir kein bisschen entgegen – dabei konnte ich einfach nicht anders.“

Ich weiß genau, es wäre besser, wenn ich jetzt diese verdammte Tür öffnen und hinein gehen würde. Wenn ich – allein – eine ruhige Nacht verbringen und morgen wieder fahren würde.

Lauter vernünftige Handlungen.

Nur dass ich in diesem Moment leider überhaupt keine Lust habe, vernünftig zu sein. Das war ich so lange – eigentlich schon mein gesamtes Leben. Was, wenn ich es heute mal nicht wäre?

Es wäre besser, wenn …

„Nun ja, Carlotta, du hast mich leider ziemlich verwirrt … ach, lassen wir das. Ich bin seit einer Woche schon nicht mehr ganz ich selbst, ich dachte, das wäre dir letzten Sonntag schon aufgefallen.“

„Aber ich weiß doch gar nicht, wie du bist, wenn du ganz du selbst bist“, wende ich in einem Anfall von absurdem Perfektionismus ein. Meine Intelligenz und mein gesunder Menschenverstand haben sich eindeutig schon längst verabschiedet.

„Ja, da hast du allerdings recht!“ Er hebt in einer hilflosen Geste die Hände und streckt mir dann die Rechte entgegen. „War schön, dich zu sehen. Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Arbeit. Vielleicht trifft man sich ja mal wieder.“

Das ist der Moment. Dieser eine Moment im Leben, in dem man die Wahl hat. Tut man das eine oder das andere? Unternimmt oder unterlässt man etwas? Lasse ich Da….

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Seitenaufrufe: 113 mal Aufgerufen Am 15. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Große Liebe, Italien, Liebe, Missverständnis, Romanze, Schwärmerei, Sommer, Sonne, Trauer, Verlust
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