unfinished

unfinished
Preis: 11,90 €
Autor:
Genre: Belletristik
Webseite: http://writing-spirit.jimdo.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783739211749
Katsu ist ein junger, leidenschaftlicher Bassist - aber auch genauso dickköpfig. Eine Eigenschaft, die ihm in keiner Band einen langen Aufenthalt gewährt. Als Ausgleich zu diesem frustrierenden Dauerzustand winken angenehme Stunden mit seinem neuen Freund Shiro, seines Zeichens ebenfalls Bassist. Doch mit seiner Dickköpfigkeit eckt er nicht nur bei seinen Kollegen an, sondern auch bei Shiro, was schließlich zum ungewollten Bruch ihrer Beziehung führt. Neben den eigenen Charakterschwächen und Liebeskummer sieht sich Katsu eines Tages aber mit einem noch viel größeren Drama konfrontiert...
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Leseprobe

In unregelmäßigen Abständen war das Rattern der Nähmaschine zu hören, bevor eine längere Pause eintrat – bis das dominante, arbeitswütige Geräusch erneut erklang. An der Maschine saß Aki und fingerte abwechselnd am einzunähenden Reißverschluss, der Jeanshose sowie dem Handrad des Arbeitsgeräts herum. Ihre Hände wussten ganz genau was sie taten und ihre Augen verfolgten jede einzelne Bewegung wachsam.

Auf einem Sofa an der gegenüberliegenden Wand lag Katsu, die Füße über die Armlehne baumelnd. Einer davon wippte im Takt zu „Poison“ von Alice Cooper, dessen Klänge durch den Raum schallten. Seine Arme waren locker hinter dem Kopf verschränkt und die Augen geschlossen. Wäre das Fußwippen nicht gewesen, hätte man meinen können, er würde schlafen.

Über der ganzen Szenerie lag eine Atmosphäre der Besonnenheit, der Ausgeglichenheit und Sorglosigkeit, bis…-

„Ach scheiße…!“ Aki fluchte leise und rümpfte die Nase. Die Nadel war abgebrochen. Für wenige Augenblicke ließ sie von der Maschine ab, beugte sich hinunter zu einer Schublade und suchte in dieser gezielt nach dem Döschen mit den intakten Nähnadeln. Sie fand sie schnell, begab sich wieder auf Augenhöhe mit ihrem Arbeitsgerät und machte sich ans Auswechseln. „Hast dich eigentlich schon bei ihm gemeldet?“, fragte Aki irgendwann in den Raum, nachdem sie von Katsu schon eine ganze Weile lang nichts mehr gehört hatte, wand sich dafür jedoch nicht extra um sondern schraubte statt dessen die neue Nadel in die dafür vorgesehene Halterung.

„Hmm…? Bei wem?“, brummte Katsu abwesend, ohne mehr als seine Lippen zu bewegen.

„Blondie“, half Aki ihm auf die Sprünge, während sie mit zusammengekniffenen Augen den Faden neu einfädelte.

„Hab seine Nummer nicht“, antwortete er knapp.

„Als ob das ein Hindernis sei“, entgegnete die Freundin. „Frag doch mal Akira, ob der jemanden kennt, der mit FreaX im Kontakt steht. Er kennt doch tausend Leute.“  Der Faden war eingefädelt und so ratterte die Maschine fleißig weiter.

Katsu blinzelte. Sein Fuß hörte auf zu wippen. „Ich glaube nicht, dass Akira nochmal mit mir reden will.“

Knack.

Die Nadel war den Zähnen des Reißverschlusses zu nahe gekommen und brach erneut.

Im Zeitlupentempo hob Aki ihren Kopf und richtete ihren Blick auf Katsu. „Sag nicht, du bist schon wieder geflogen“, kam es von ihr in einem monotonen Ton.

Katsu sah sie mit einer Mischung aus Verlegenheit und Trotz an. „Na und? Alive war eh nicht die richtige Band für mich!“

Die junge Schneiderin schenkte wieder ihrem Arbeitsgerät die nötige Aufmerksamkeit und machte sich erneut ans Nadelauswechseln. „Man, Katsu… Wie oft willst du das noch machen…?“

„Was?“ Das Unverständnis in dem Jungen wuchs.

„Das ist jetzt schon die dritte Band infolge, die dich rausgeschmissen hat. Wenn du so weiter machst, wird dir dein Ruf irgendwann voraus sein und keiner wird dich mehr nehmen wollen.“ Aki musste feststellen, dass ihr die Nähnadeln langsam auszugehen drohten. Sollte der aktuelle Verschleiß anhalten, müsste sie sich rasch Neue besorgen.

„Als ob ich mich selbst rauskatapultieren würde.“ Katsu setzte sich auf und verhakte seine Beine in einer schneidersitzähnlichen Position. Er hasste dieses Thema. Aki wusste, dass er es hasste. Er fühlte sich jedes Mal auf ein Neues ungerecht behandelt, wenn sie darüber sprachen.

„Gewissermaßen tust du das auch“, entgegnete sie, legte die zweite kaputte Nadel auf den Tisch neben die erste.

„Stimmt doch gar nicht!“ Katsu wurde lauter als beabsichtigt. „Ich hab Akira doch nicht darum gebeten, mich zu feuern!“ Wieso bekam immer er die Schuld, wenn es mit seinen Bandprojekten wieder mal nicht so lief wie geplant? Wieso wurde immer er zum Sündenbock gemacht? Seine Augen hafteten trotzig auf den Hinterkopf der Freundin.

„Was soll man mit ’nem Bassisten anfangen, der nie erscheint? Der diverse Proben ins Wasser fallen lässt und zu Auftritten zu spät kommt – wenn er denn mal kommt? Mit so jemanden kann man einfach nicht zusammen arbeiten. Das könnte ich auch nicht.“

Die Worte der Rothaarigen ließen Katsus Trotz immer weiter in die Höhe schnellen. Er hasste es, wenn sie so mit ihm sprach. Als sei er der Verbrecher, der hingerichtet werden sollte. „Sag mal, habt ihr euch irgendwie abgesprochen? Bist du jetzt auf Akiras Seite? Wollt ihr mich beide fertig machen?“ Seine Stimme erhielt einen hysterischen Anstrich.

Aki setzte zu einer Antwort an, doch Katsu lies sie gar nicht mehr zu Wort kommen.

„Du redest von Sachen, von denen du keine Ahnung hast! Du spielst noch nicht mal in einer Band! Du arbeitest alleine und ohne irgendwelche Kollegen oder einem Team! Was weißt du denn schon von meinen Angelegenheiten?! Du hast keine Ahnung! Null!!“ Der aufbrausende Junge hatte sich vom Sofa erhoben und griff nach seiner Jacke, die auf dem Boden lag. Mit großen Schritten stapfte er an Aki vorbei. „Kümmere dich um deinen eigenen Scheiß.“

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Seitenaufrufe: 48 mal Aufgerufen Am 15. März 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Band, Bass, Beziehung, Drama, Japan, JRock, Leben, Liebe, Musik, Selbstfindung
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