„Und eisig weht der kalte Wind“

„Und eisig weht der kalte Wind“
Preis: 14,99 €
Autor:
Genres: Historisch, Sachbuch
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783743189959
Dieses Buch "Und eisig weht der kalte Wind" erzählt die wahre, Lebens- und Leidensgeschichte meiner Mutter Bertha "Sichla" Weiss, einer deutschen Sintiza, die im Alter von 14 Jahren von den Nationalsozialisten, zusammen mit all ihren Angehörigen, von Hamburg aus nach Polen in die Konzentrationslager verschleppt wurde. Es war eine der unzähligen Sintifamilien, die im III. Reich den Großteil ihrer Angehörigen durch die geplante Volksvernichtung der Nazis an den Juden, sowie an den Sinti und Roma, verloren hatte. Lesen Sie hier die Geschichte eines 14- jährigen Mädchen, die ihre Eltern, ihre 7 Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkels sowie die meisten deren Kinder verloren hat, weil sie alle von den Nazis in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Sie war fast 20 Jahre alt, als sie endlich von den Alliierten befreit wurde und hatte 59 fürchterliche und grauenvolle Monate Haft in verschiedenen Konzentrationslagern überlebt. Aber sie hatte ihre gesamte Familie und mehr als 60 weitere Angehörige verloren. Sie war die einzige Überlebende der ganzen Familie.
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Glückliche Jahre

In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, kam die Familie Weiss von Thüringen nach Hamburg. Die Sintifamilie wollte dort zusammen mit ihren Verwandten leben, die schon lange hier ansässig waren.
So kam Emil Weiss, mit seiner Frau Alma-Dorothea und seinen, damals noch 2 Kindern, nach Hamburg und siedelten sich dort an.
Der Vater Emil (Sagemann), war nicht nur bei den Sinti ein bekannter Geiger. Auch so berühmte Musiker wie der berühmte Violinvirtuose – Georges Boulanger, der zu dieser Zeit und auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg, als internationaler Star anzusehen war, kamen zu ihm nachhause und fragten ihn nach seinem Rat und nach Tipps. Sie wollten von ihm gerne mehr über die Vorgehensweise und die Technik der Sinti „Zigeuner“ in der Musik wissen! So wurde er auch immer wieder, als Musiker in dem bekannten Orchester „Georges Boulanger und seine Solisten“ engagiert. Auch in der Nachbarschaft, war die Familie gerne gesehen und wurde sehr geschätzt. Man traf sich nachmittags und plauderte miteinander. Die Männer unterhielt sich im Wohnzimmer „der guten Stube“ wie man damals sagte und die Frauen tranken in der Küche Kaffee zusammen.
So wie es zu dieser Zeit üblich war
Die Kinder besuchten die Schule und hatten ihre Freunde auch unter den Nicht-Sinti.
Da auch der Großvater, August Weiss und seine Frau Bertha, in Hamburg lebten, war ein Großteil der Familie zusammen und lebte ein „gutbürgerliches“ Leben.
Es war eine „heile Welt“.
Die Familie ging ihrem täglichem Leben nach und wuchs mit den Jahren.
Kinderreichtum war zu dieser Zeit etwas ganz normales, nicht nur bei den Sinti und wurde sogar vom Staat gewünscht und mit dem Mutterkreuz-Orden ausgezeichnet.
Auch die Geschwister unseres Großvaters Sagemann, lebten mit ihren Familien im Umkreis von Hamburg und man sah sich regelmäßig.
Da die ganze Familie aus hochbegabten Musikern bestand, der Großvater spielte Harfe, seine Söhne Geige, Klavier, Cello und Gitarre, musizierten sie auch so oft es ging miteinander. Hierzu kamen dann alle Nachbarn zusammen und es waren immer schöne Ereignisse.

Ein Schatten fällt auf die Welt!

Bis eines Tages ein Schatten auf Deutschland und die ganze Welt fiel!
Es trat ein Mann in die Öffentlichkeit, der vielen Deutschen (auch vielen Sinti) aus der Seele sprach.
Er versprach den Menschen Wohlstand und Arbeit. Denn den meisten, im „gemeinen“ Volk, ging es zu dieser Zeit nicht gut.
Er versprach die „Schmach“ des verlorenen Krieges zu tilgen und Deutschland wieder zu einer Macht zu machen, die auch der „Erzfeind Frankreich“ wieder respektieren würde. Es gab sehr viele Sinti, die als Soldaten im Ersten Weltkrieg ihrem Kaiser und Vaterland gedient hatten und auch diese, waren anfangs diesem Propagandisten sehr zugetan. Der Name dieses Mannes, der all das versprach war  Adolf Hitler!                                 Als sich die politische Stimmung, auch die vieler Bürger änderte und die jüdischen Mitbürger, ersten Diskriminierungen ausgesetzt waren, entschloss sich unser Großvater Emil Weiss, den Beruf als Musiker aufzugeben, um nicht als „Zigeuner“ aufzufallen. Denn er sagte:
Jetzt sind es die Juden, vielleicht wird es bald aber auch andere wie uns Sinti betreffen. Er wusste allerdings nicht wie schnell er recht behalten sollte!
Zu dieser Zeit war es niemandem befohlen einen „Zigeuner“ zu diskriminieren, zu benachteiligen oder gar zu töten. Jedoch wäre aber auch niemand, für eine solche Tat zur Rechenschaft gezogen worden.
Unser Großvater Emil, arbeitete deshalb fortan im Hoch- und Tiefbau, ging jeden Morgen um 4 Uhr mit seiner Essenstasche zur Arbeit und kam spät abends wieder Nachhause.
Die Sintikinder wurden nach und nach von den Schullehrern anders behandelt als vorher. Denn plötzlich sahen viele sie als Ausländer an und von den Behörden wurde ihnen alsbald der Schulbesuch gänzlich verboten.
Die Sinti durften dann irgendwann zum Beispiel auch keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen, oder Hotels buchen.
So gab es plötzlich vielerlei Präsalien und Diskriminierungen, denen sie ausgesetzt waren.
Dann kam das Jahr 1939 und der Zweite Weltkrieg brach aus.

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Seitenaufrufe: 62 mal Aufgerufen Am 21. Januar 2018 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Diskriminierung, Konzentrationslager, KZ-Haft, Sinti, Völkermord, Zigeuner
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