Tyne – Liebe ohne Morgen

Tyne – Liebe ohne Morgen
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Romantik
Webseite: http://www.bookshouse.de/buecher/Liebe_ohne_Morgen___Tyne_1
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9789963528578
Was als harmlose Studienfahrt zu den historischen Stätten Schottlands beginnt, endet für die Studentin Susan in einer unerwarteten Zeitreise. Während der Besichtigung der Ruine von Crichton Castle stürzt sie in eine Bodenspalte und findet sich unversehens im Jahre 1766 wieder. Der charismatische Mann, dem sie in die Arme fällt, stellt sich ihr als Daniel MacFarlane vor. Er ist einer der drei legendären Highlander, dessen unglaubliche Geschichte man ihr noch vor wenigen Stunden als fantastische Legende erzählte. Mit Daniels Hilfe, viel Mut und einer gesunden Portion Galgenhumor macht sich Susan daran, sich mit ihrer neuen Situation anzufreunden, doch die MacFarlanes hüten ein dunkles Geheimnis. Sie sind samt und sonders Vampire – Seelen der Nacht. Ausgerechnet jetzt droht ihre Vergangenheit, sie einzuholen, und das bringt nicht nur die Brüder, sondern auch Susan in tödliche Gefahr.
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Mountains divide us and a waste of seas;

but still the blood is strong, the heart is Highland

and we in dreams behold the Hebrides.

Prolog

24. Februar 1587

Eisiger Wind peitschte die Gischt des Loch Arkaig über die Ufer des großen Sees bis weit in die Ebene, die sich dahinter erstreckte. Die wenigen, vom Sturm gebeugten Bäume und Sträucher schienen sich mit letzter Kraft an den schlammigen Boden zu klammern.

  Daniel versuchte, sich mithilfe seines riesigen Schwertes aufzurichten und wischte sich den Schweiß aus den Augen. Als er die Hand zurückzog, entdeckte er das Blut. Vorsichtig tastete er über die Stirn und zuckte mit schmerzverzerrter Miene zurück.

  Die offene Wunde an seiner Schläfe war wohl nicht so harmlos, wie er gehofft hatte. Auch sein Bein bereitete ihm Sorgen, er hatte Mühe, es durchzustrecken. Immer wieder knickte es ihm weg. Sein Blick wanderte über das verlassen daliegende Schlachtfeld.

  Zahllose Tote lagen überall verstreut. Die Überlebenden waren bereits verschwunden. Hier und da vernahm Daniel noch das leise Wimmern der Sterbenden. Der Sturm trug den metallischen Geruch kürzlich vergossenen Blutes vermengt mit dem Duft frisch aufgerissener Erde über das Feld. Warum nur hatte sich sein Vater zu diesem Wahnsinn überreden lassen? Sonst stets der besonnene Chieftain der MacFarlanes – zumindest, wenn es um die Sicherheit des eigenen Clans ging – hatte seine Entscheidung diesmal, die Camerons bei ihrem Kampf für unabhängige Highlands zu unterstützen, in einem Gemetzel geendet. Welch ein Irrsinn. Der Plan, dass die Hinrichtung der Königin die Möglichkeit bieten würde, das Regime der Clans wiederherzustellen, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Daniel war wütend. Nicht nur auf seinen Vater, der sie in diesen sinnlosen Kampf hineingezogen hatte, nein, auch auf sich selbst. Was sollte er hier? Was sollten seine Brüder hier? Ein Gedanke, der ihn unvermittelt aufrüttelte. Jonathan, Andrew, wo waren die beiden? Er weigerte sich zu glauben, dass sie gefallen waren. Das konnte und durfte nicht geschehen sein. Als er versuchte, einen vorsichtigen Schritt zu tun, schoss ein infernalischer Schmerz durch seinen Körper. Daniel blickte an sich hinunter und was er sah, gefiel ihm überhaupt nicht. Sein grobes Hemd war von Blut durchtränkt, der nasse Kilt klebte ihm klamm und kalt am Körper. Zunehmend fühlte sich sein linkes Bein taub an. Nur mit Mühe konnte er sich bücken und den Kilt anheben. In stetem Strom lief Blut aus einer klaffenden Wunde am Oberschenkel hinab in seine Stiefel. Das sah nicht gerade nach einer leichten Verletzung aus. Er atmete ein, so tief es der Schmerz in seinem Brustkorb eben zuließ, straffte seine Schultern und stolperte, das Toben in seinem Körper ignorierend, los in Richtung Ufer.

  »Wenn ihr fühlt, dass das Ende kommt, versucht, das Wasser zu erreichen. Nur von dort aus könnt ihr über die Fluten in die Ebenen unserer Väter gelangen.«

  Daniel hatte zwar keine Lust auf die Ebenen der Väter, aber zumindest hoffte er, dass auch seine Brüder diesen Satz ihres Vaters verinnerlicht hatten und er sie dort finden konnte. Mit zusammengebissenen Zähnen kämpfte er sich seinen Weg durch Tote und Sterbende. Mit jedem Schritt, mit jeder noch so kleinen Bewegung schwand seine Kraft. Nur mit Mühe gelangte er an das steinige Ufer des Loch Arkaig. Immer wieder knickte sein Bein ein und sein Schwert war nur eine ungenügende Stütze. Daniel stemmte sich, soweit er es noch vermochte, gegen den Sturm, der in seiner ganzen Urgewalt über dem großen Loch und der Ebene tobte. Er sah seinen Bruder sofort. Jonathan MacFarlane war eine eindrucksvolle Erscheinung, doch jetzt lag er verkrümmt und blutbeschmiert zwischen den grauen Steinen, eine Hand nach dem Wasser ausgestreckt, als könnte es ihm in irgendeiner Form seine Kraft zurückgeben. Sein langes dunkles Haar klebte in seinem Gesicht und am Körper. Daniel wusste instinktiv, dass sein älterer Bruder mit dem Tod rang. Er sank auf die Knie und kroch auf Jonathan zu. Als er ihn erreichte, sah er die riesige Wunde in dessen Brustkorb.

  »Nein, Jonathan, du darfst nicht sterben. Wofür? Warum? Ich hasse unseren Vater, ich hasse all das Gerede von Ehre und Ruhm. Was bringt es den Toten, die dafür starben?« Tränen liefen über Daniels Wangen. Wütend strich er seine blutbesudelten blonden Locken aus dem Gesicht.

  »All das nutzt uns nichts mehr, kleiner Bruder. Ich sah Vater fallen. Alles, woran ich mich noch klammere, ist, dass Andrew lebt. Unser Kleiner darf nicht auch noch sein Leben verloren haben.« Die tiefe Stimme seines Bruders war nur noch ein leises Flüstern, kaum dass Daniel ihn zu verstehen vermochte.

  »Wundervoll. Hier liegen wir nun, verblutend, für nichts als das Wissen, dass wir unsere vermaledeite Pflicht erfüllt haben.« Zornig warf Daniel sein Schwert von sich.

  »Wer sagt Euch, dass Ihr sterben müsst, Ihr Herren?«

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Seitenaufrufe: 77 mal Aufgerufen Am 24. August 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: highlander, Liebe, Romance, Schottland, Vampire, Zeitreise
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