Toorag – Die Jack Schilt Saga

Toorag – Die Jack Schilt Saga
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Science-Fiction
Webseite: www.jackschilt.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781530734030
„Ein Universum von Sternen explodierte hinter meinen Augen, glühend heißer Schmerz raste wie ein Feuerball durch die Schädeldecke. Zähne und Klauen bohrten sich an allen erdenklichen Stellen ins Fleisch, eine neuerliche Welle des Schmerzes brandete meinem Gehirn entgegen, bereit, mein Bewusstsein endgültig zu rauben.“ Zunächst tappt Jack Schilt vollkommen im Dunkeln, warum er auf den vom Krieg zerrissenen Exilstern Sahul verschleppt wird. Erst nach einer Reihe dramatischer Geschehnisse kristallisieren sich allmählich die Beweggründe seiner Entführung heraus, hinter der mehr steckt, als er auch nur im Entferntesten ahnt. Jack blickt auf Sahul in die tiefsten Abgründe menschlicher Verhaltensweisen. Neben offenem Hass und erbitterter Feindschaft trifft er dort aber auch auf die faszinierende Jezzie, die ihm eine ganz und gar andere Seite Sahuls zeigt.
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Leseprobe

„Sag was du willst, aber hier stimmt was nicht“, gab ich leise von mir.

 „Auch schon bemerkt?“ Wir blieben stehen und drehten uns unbehaglich im Kreis. Anfangs fiel mir nichts auf. Dann jedoch sah ich, wie sie aus der Deckung hervortraten, blitzschnell, nur wenige Meter entfernt. Wir sahen uns plötzlich von allen Seiten umzingelt von – ich traute den Augen kaum – Frauen! Fünf an der Zahl! Noch dazu so gut wie unbekleidet! Sie trugen lediglich ein Lendentuch, ähnlich meinem, aber deutlich kürzer. Es bedeckte soeben das Nötigste. Ein Köcher mit Pfeilen auf dem Rücken und der dazugehörige Bogen komplettierte ihre Kluft. Kein Schuhwerk. Zunächst erkannte ich die Gefahr nicht, in der wir schwebten, blendete die auf unsere Körpermitten zielenden Pfeile komplett aus. Ich konnte nicht anders als auf ihre nackten Brüste zu starren, die uns geradezu bizarr entgegenblickten.

 „Nimm die Hände hoch!“ hörte ich Kincaid neben mir sagen. Er war um Fassung bemüht, wie seine Stimme deutlich verriet. „Wir wollen ihnen keine Gelegenheit geben, ihre Pfeile an uns auszuprobieren!“

 Simultan hoben wir die Hände. Die Frauen entspannten sich wenig. Offenbar trauten sie uns keinen Millimeter über den Weg. Reglos standen sie da, wie Wachsfiguren. Fünf unnachgiebig starrende Augenpaare, stechend wie Feuer, waren auf uns gerichtet. Welch unwillkommene Situation! Alles konnte jetzt passieren.

  Mein Blick wanderte von einer zur anderen. Ihr Erscheinungsbild brannte sich in mein Gehirn ein, noch heute erinnere ich mich jeder Einzelheit, als wäre es erst gestern geschehen. Sie waren durchweg jung, keine hatte bisher das dreißigste Lebensjahr erreicht. Ihre phantastischen Löwenmähnen faszinierten mich beinahe mehr als die annähernd hüllenlosen, schneeweißen Körper. Wie zerbrechlich sie wirkten! Und doch besaßen sie die Macht, uns in Sekundenbruchteilen niederzustrecken. Dieser Gegensatz beeindruckte  mich wohl am meisten.

 Kincaid wagte eine erste Entschärfung der Situation und sprach die Frauen in seiner Sprache an. Sofort ruckten die Pfeile einen Tick nach oben, ging Nervosität durch fünf Paar gespannter Armmuskeln. Offenbar behagte ihnen dieser Schritt wenig.

 „Hast du irgendwas Versautes zu ihnen gesagt?“ fragte ich und wandte mich ihm zu, bemüht, meine Stimme möglichst unbeeindruckt klingen zu lassen. Irgendetwas sagte mir, dass unterwürfiges Gehabe welcher Art auch immer augenblicklich völlig fehl am Platz war. Tatsächlich gelang es Kincaid, ein schwaches Grinsen aufzusetzen.

 „Ich habe ihnen nur einen schönen Tag gewünscht“, kam die um Selbstsicherheit kämpfende Antwort.

 „Scheint sie nicht sonderlich beeindruckt zu haben“, erwiderte ich augenzwinkernd. „Wahrscheinlich verstehen sie deine Affensprache nicht.“

 Unvermittelt kam Bewegung in die Sache. Der lockere Unterhaltungston, den ich an den Tag lenkte, schien die Frauen erheblich zu irritieren.  „Wieso sprecht ihr Ingarihi? Wer seid ihr? Was sucht ihr hier?“ fuhr uns eine der fünf Jägerinnen an, die Kincaid am nächsten stand, doch galt ihre Frage unmissverständlich meiner Person. Die Ausdrucksstärke ihres Gesichts suggerierte mir, in ihr die Anführerin zu vermuten.

 „Welche Frage darf ich zuerst beantworten?“ gab ich ruhig von mir, meinem Gegenüber entschlossen in die Augen sehend. Ihre Mähne war, wie ich feststellte, einen Hauch heller, wie gereifter Honig, und wirkte geradezu provokativ. Da sie es vorzog, die Frage unerwidert zu lassen, sprach ich einfach relativ planlos weiter. „Mein Freund und ich wurden von marodierenden Costadori überfallen. Seitdem sind wir auf der Flucht. Wir haben gewiss keine bösen Absichten.“

 „Wo genau fand der Überfall statt?“ kam die präzise Frage.

 Ich sah keinen Grund, nicht die Wahrheit zu sagen. „Auf Buangan.“

 „Auf Buangan? Der Insel im Norden?“

 Ich nickte bestätigend.

 „Schwachsinn! Warum belügst du mich?“ Hilfesuchend fand ich Kincaids einigermaßen ratlosen Blick. Worauf wollte die Gute jetzt hinaus? Zugegeben, die Wahrheit klang etwas unglaubwürdig. Dennoch handelte es sich um selbige. Gerade als ich ansetzte, um etwas zu entgegnen, ergriff die Anführerin bereits wieder das Wort. „Ihr kommt mit uns!“ Und in einer Sprache, die ich nicht verstand, wandte sie sich an eine ihrer Gefährtinnen, die daraufhin den Bogen sinken ließ. „Arme auf den Rücken! Wird’s bald?“

 Einander unglücklich anblickend, folgten Kincaid und ich, wenn auch zögerlich, der Aufforderung.

 „Wenn ihr euch bewegt, seid ihr tot! Wenn ihr nur atmet, seid ihr tot! Habt ihr das verstanden?“ Während zwei Paar gespannte Pfeile weiterhin bedrohlich auf uns zeigten, wurden uns mit überraschend flinken Fingern die Handgelenke auf dem Rücken zusammengebunden. Dies geschah mit derart verblüffender Schnelligkeit, was mich zu glauben veranlasste, dass Fertigkeiten wie jene zu den alltäglichen Aufgaben der wilden Frauen zählten.

 „Wieso werden wir festgehalten?“ forderte Kincaid zu wissen. „Was hat das zu bedeuten?“

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Seitenaufrufe: 30 mal Aufgerufen Am 3. Mai 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Aliens, Dystopie, Endzeit, Fantasy, Science Fiction, Space, Zukunftsroman
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