Tod im Heidemoor

Tod im Heidemoor
Preis: 0,99 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.renefalk.tromix.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781533316998
Der dritte Fall für Denise Malowski und Tobias Heller - Am Rande eines neu entstandenen Moores in der Wahner Heide nahe dem Flughafengelände Köln-Bonn Airport wird im Spätsommer eine männliche Leiche gefunden. Der Tote kann überraschend schnell identifiziert werden und dennoch stehen die Kriminaloberkommissare Denise Malowski und Tobias Heller einmal mehr vor einem Rätsel. Was hatte der ihnen nicht unbekannte Kriminelle hier in dieser Abgeschiedenheit zu suchen und weshalb musste er sterben? Derweil bekommen ihre Kollegen es mit dem rätselhaften Verschwinden zweier Halbwüchsiger zu tun. Wurde ihnen ihre kindliche Abenteuerlust zum Verhängnis? Das Kriminalkommissariat 1 der Kripo Siegburg hat es diesmal mit gleich zwei schwierigen Fällen zu tun. Oder gibt es etwa einen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen? Im Verlauf der Ermittlungen wird jedoch schon bald klar, dass alles weitaus schlimmer ist, als gedacht. Und wieder scheint die Zeit gegen sie zu sein ...
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Prolog

Tim Berger fürchtet sich.

Hier in diesem finsteren Wald ist es für den Jungen extrem unheimlich um fünf Uhr nachts, kilometerweit von zu Hause entfernt. Er versucht natürlich, die Angst vor dem Freund zu verbergen. Trotzdem kann der Zehnjährige ein leichtes Zittern in der Stimme kaum verhindern.

»Warum muss es denn unbedingt das Moor sein, Tom?«

Tom, der eigentlich Wolfram Schmitz heißt und mit Tim gemeinsam die vierte Grundschulklasse besucht, geht es genaugenommen ebenso wie Tim, aber das würde er selbstverständlich niemals zugeben!

»Willst du jetzt einen Moorgeist sehen, oder nicht, Huck?«, erkundigt er sich stattdessen betont forsch bei dem Kumpel seit Kindergartentagen, wobei er versucht, seiner Stimme einen festen Klang zu verleihen.

Die zwei Freunde sind auf dem Weg zum Planitzweg inmitten der Wahner Heide. Dort gibt es nämlich seit kurzem wieder ein Moor, das auf Betreiben der Köln-Bonner Flughafengesellschaft in den letzten Jahren aufwändig renaturiert worden ist, nachdem dort keine Truppenübungen der belgischen Streitkräfte mehr ab-gehalten werden.

Die von den Buben für ihr nächtliches Abenteuer erwählte Lokalität liegt aber nicht gerade in der Nach-barschaft. Von ihrem Zuhause in der Waldstraße sind

es reichliche vier Kilometer durch zu dieser Stunde besonders finsteren Wald und holprige Feldwege.

Daher sind sie auch bereits um vier Uhr in der Frühe aus ihren Zimmern geschlichen und haben sich mit den Fahrrädern auf den Weg gemacht. In den Nebeln des Morgengrauens wollen sie dort bei dem Moor auf der Lauer liegen.

Seit Wolfram im elterlichen Bücherschrank ›Tom Sawyer und Huckleberry Finn‹ entdeckt hat, spielen sie in ihrer Freizeit mit Begeisterung ›Tom und Huck‹ und reden sich auch gegenseitig so an.

In ihrer Fantasie erleben sie seitdem die unglaublichsten Abenteuer, während sie in Wolfies Baumhaus gemeinsam das Buch von Mark Twain lesen.

Wolfram will sich selbst und dem Freund gegenüber natürlich auf gar keinen Fall eingestehen, Länge und Beschaffenheit der Strecke unterschätzt zu haben.

So äugt er immer wieder heimlich ängstlich auf sein Handy, das er, mit GPS und Google Maps ausgestattet, am Lenker befestigt hat.

Auf dem Rückweg müssen sie sich ohnehin beeilen. Spätestens um acht Uhr sollten sie zurück in ihren Zimmern sein, wenn sie den nächtlichen Ausflug vor den Eltern geheimhalten wollen.

»Kommen Gespenster denn nicht immer um Mitternacht?«, wagt Tim jetzt doch einen zaghaften Einwand.

»Moorgeister doch nicht, Huck«, behauptet sein Freund im Brustton der Überzeugung. »Die erscheinen bei Vollmond und im Morgengrauen mit dem Nebel. Das weiß aber jeder! Sieht man doch auch so in den

Filmen. Und außerdem ist das so weit weg von zu Hause, dass wir uns dann schon am Abend hätten fortschleichen müssen, um vor Mitternacht dort zu sein. Das hätten unsere Eltern aber sicher bemerkt.«

Gegen eine dermaßen bestechende Logik gibt es selbstverständlich keine Argumente. Und schließlich ist ›Tom‹ ja auch der Anführer! Und dass der noch nie einen Horrorfilm im Fernsehen anschauen durfte und alles nur aus Erzählungen von Klassenkameraden weiß, verschweigt er auch geflissentlich.

Die Bäume sind jetzt einem befestigten Weg, dem Planitzweg, gewichen, der mitten durch den Wald in Richtung Flughafengelände führt. Etwas abseits davon liegt das gleichnamige Moor.

»Wir sind sicher bald da«, dringt die Stimme des Freundes in Tims Gedanken. »Gleich da vorne müsste ein Feldweg sein, von da ist es dann nicht mehr weit.«

Kurze Zeit später sehen sie, im Licht der Fahrradlampen, tatsächlich einen kleinen Weg von der Hauptstrecke abgehen. Sie steigen von ihren Rädern, um das jetzt etwas unwegsam gewordene Gelände weiter zu Fuß zu durchqueren. Die Warnschilder bezüglich eventuell von früheren Truppenübungen zurückgebliebener Munition werden dabei geflissentlich ›übersehen‹.

Bereits nach kurzer Zeit liegt die Oberfläche des Moores dunkel glitzernd vor ihnen im Licht des Vollmondes. Wolfram und Tim legen die Räder in das hohe Heidegras, wo sie, umgeben von dichtem Gesträuch, nicht gleich gesehen werden können. Dann stapfen sie in ihren Gummistiefeln vorsichtig durch das sumpfige Gelände zum Rand des Moores, nachdem Wolfram zur

Sicherheit das Handy aus der Halterung am Lenker seines Rades genommen und eingesteckt hat.

»Gibt es hier eigentlich auch Schlangen?« Tim Berger traut sich endlich, die lang gehegte bange Frage zu stellen, während sie die vorsorglich mitgeführten Liegematten ausbreiten, zum Schutz ihrer Kleidung vor Schmutz. Seine Stimme ist dabei zu einem Flüstern geworden.

Bewertung: 5.0 von 5 (2 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 103 mal Aufgerufen Am 7. Juli 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Köln, regional, Rheinland, Thriller
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