Take me Higher

Take me Higher
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: www.26books.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783945932001
Menschen, die an Flugangst leiden, wagen höchstens einen Rundflug über eine mittelgroße Stadt. Aber Mora Edwardson, die ihre Ängste konsequent leugnet, muss unbedingt ans andere Ende der Welt fliegen! Auf dem Flug nach Sydney ernennt Mora kurzerhand den attraktiven Jet Corman zu ihrem Beschützer, und ahnt nicht, dass sie sich damit in ein schwindelerregendes Abenteuer stürzt ... im wahrsten Sinne des Wortes.
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Kapitel 5

Am Kofferband wartete neben mir ein Häufchen Elend namens Jet. Cassie war bereits mit ihren Koffern abgerauscht.

„Ich kann es nicht ertragen, mich von jemandem im Streit zu trennen“, sagte er niedergeschlagen.

„Sie ist diejenige, die sich im Streit getrennt hat“, gab ich zu bedenken. Jet hatte sich für seine Familie entschieden. Alles andere hätte ich ihm auch nie durchgehen lassen. Ehrlich. Ich mischte mich, wenn es ging, nicht in die Angelegenheiten anderer Menschen ein, aber wenn er nach Cassies Nötigung eingeknickt wäre, hätte ich mich nicht mehr zurückhalten können.

„Ja, aber ich fühle mich für sie verantwortlich. Schließlich ist sie mir zuliebe mitgekommen. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätten wir unseren Urlaub in Thailand verbracht. Wenn ihr etwas passiert … Ich habe mich sehr egoistisch verhalten.“

„Nein, Cassie war egoistisch. Jemanden vor so eine unmögliche Wahl zu stellen, ist doch voll daneben.“

„Fair war es nicht, das stimmt.“ Er angelte einen Koffer vom Laufband und stellte ihn neben seinen anderen. „Ich habe mein Gepäck beisammen. Aber was mache ich jetzt mit meiner Familie?“

„Na, genau das, was du vorhattest. Du verbringst eine schöne Zeit bei ihnen.“

Er wirkte nicht überzeugt. „Cassie erwartet vielleicht, dass ich nach ihr suche.“

„Sie ist erwachsen und kann auf sich selbst aufpassen. Weißt du was, sie hätte mit ihrer Einstellung das Familientreffen zu einer sehr peinlichen und konfliktbeladenen Sache gemacht. Ohne sie kannst du es viel mehr genießen. Und sie genießt ihren Urlaub allein vielleicht auch mehr. Und wenn nicht, ist sie selbst schuld, schließlich war es ihre Entscheidung.“

„Aber meine Familie war der Auslöser für ihre Entscheidung.“

Warum suchte er ständig die Schuld bei sich? „Nein, Cassies Familienneurose ist der Auslöser.“

Er nickte verstehend und seine warmen braunen Augen sahen gleich ein bisschen weniger traurig aus. „Danke, dass du versuchst, mein Weltbild geradezurücken. Ich weiß schon, dass du recht hast, aber ich habe trotzdem Schuldgefühle.“

„Genau das wollte Cassie. Dir Schuldgefühle machen. Sie hat es echt gut drauf.“ Ich hoffte, ich klang nicht zu sehr nach Hobbypsychologin.

Jet straffte die Schultern. „Vielleicht ändert sie ihre Meinung ja noch.“ Er checkte sein Handy. „Wenn nicht sofort, dann in ein oder zwei Tagen“, fügte er hinzu und steckte das Handy wieder in die Hosentasche.

„Spätestens beim Rückflug seht ihr euch wieder“, tröstete ich ihn.

Wir waren inzwischen die Letzten am Kofferkarussell, auf dem ein grüner Koffer einsam seine Runden zog.

„Sieht so aus, als wäre mein Gepäck weg“, stellte ich lakonisch fest. „Ein Glück, dass ich nichts eingepackt habe, woran ich hänge.“

Jet begleitete mich zum Baggage Service Counter, wo ich mein Ticket vorlegte, ein Formular ausfüllte und ein Overnight-Kit ausgehändigt bekam.

„Hast du einen Mietwagen?“, fragte Jet, als wir in die Halle mit den Schaltern der Autoverleiher kamen.

„Nein, ich habe nichts gebucht. Ich steige in irgendeinen Bus und lasse mich überraschen, wo er mich hinbringt.“

Jet zog eine Augenbraue hoch. „Ich will dich nicht bemuttern oder so, aber das gefällt mir jetzt gar nicht.“ Ich konnte ihm ansehen, dass er fieberhaft nachdachte. „Es ist schon sechs Uhr. Was ist, wenn du keine Übernachtungsmöglichkeit findest? Oder wenn du überfallen wirst?“

Der Ärmste, jetzt musste er sich schon um zwei Frauen Sorgen machen. Hätte ich doch bloß nichts gesagt. „Ich mache das immer so und es war nie ein Problem. Ich kann wunderbar improvisieren und mich durchwursteln.“

Er sah trotzdem aufrichtig besorgt aus. „Wenn wir uns jetzt verabschieden, erfahre ich nie, was aus dir geworden ist.“

„Außer, wenn mir etwas Spektakuläres zustößt. Dann kannst du es in den Nachrichten sehen.“

„Damit macht man keine Witze“, sagte er streng. „Man fliegt doch nicht ans andere Ende der Welt, ohne wenigstens die erste Übernachtung zu buchen.“

„Man vielleicht nicht, aber ich. Das Universum hat extra für Leute wie mich einen Vorrat an gutem Karma. Das steckt alles in den schwarzen Löchern.“

Grinsend und kopfschüttelnd bat Jet, einen Blick in mein Overnight-Kit werfen zu dürfen. „Mit Zahnbürste, Shampoo, Seife und einem T-Shirt kommst du aber nicht weit.“ Er sah zwischen dem Overnight-Kit und seinen Koffern hin und her. „Ich könnte dir etwas von Cassies Sachen leihen. Sie hat für jede Art von Aktivität und Wetter gepackt. Einiges davon ist in meine Koffer gewandert, weil ihre voll waren.“

„Danke, das wäre toll. Gib mir deine Handynummer, dann rufe ich dich an, wenn wir wieder in London sind, und bringe dir die Sachen zurück.“

„Ich habe eine noch bessere Idee.“ Er lächelte und wirkte mit sich und der Welt im Reinen wie seit dem Abflug nicht – also seit ich ihn kannte. „Das Universum hat mir gerade ein bisschen supergutes Karma für dich zugesteckt. Ich nehme dich mit zu mir. Und keine Angst – ich bin genau so harmlos, wie ich aussehe.“

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Seitenaufrufe: 165 mal Aufgerufen Am 9. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Australien, charmant, Chicklit, frech, Humor, Liebe, Reisen, Romantik, witzig
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