Tage der Trauer:: Roana – Bonuskapitel 1

Tage der Trauer:: Roana – Bonuskapitel 1
Preis: 1,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Webseite: https://www.facebook.com/Maire.Bruening
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783736845893
Nach dem blutigen Kampf auf der Glouburg wünschen Roana und Rafael sich nichts sehnlicher, als in ihre Heimat Sizilien zurückzukehren. Doch für sie gibt es keine Rast. Ihre Widersacher sind noch am Leben und schmieden Rachepläne. Die Männer sind auf der Suche nach einem brisanten, angeblich verschollenen Dokument, welches in der Lage ist, die gesamte christliche Weltordnung für immer zu verändern. Es soll sich im Besitz einer jungen Klosternovizin befinden. Rafael und Roana machen sich auf, um das Mädchen zu entführen- und werden dabei in mysteriöse Ereignisse verstrickt, die es beinahe unmöglich machen Gut und Böse zu unterscheiden.
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Leseprobe

Rafael fuhr herum. Hinter ihm standen fünf Männer; ihre Hände lagen scheinbar gelöst in der Nähe der Schwertgriffe, die unter ihren Wollmänteln hervorlugten. Vier von ihnen tru-gen einfache Brigantinen aus Leder, der Fünfte dagegen war wie ein Ritter gerüstet. Sein schwarzer Wappenrock über dem Kettenhemd zeigte die drei Türme von Glouburg. Alle fünf waren jung und kräftig, mit muskelbepackten Schultern.

»Wer seid Ihr?«, schnauzte Ahmad. »Was schleicht Ihr hier herum? Seid Ihr hier, um Euch an fremdem Eigentum zu bereichern?«

Auf den Lippen des Ritters erschien ein dünnes, nicht sehr humorvolles Lächeln. »Nicht unbedingt«, antwortete er. »Sagen wir – wir sind auf der Jagd. Nach einem ganz besonderen Wild.« Der Ritter lachte abermals und diesmal stimmten auch seine Kumpane in sein Gelächter ein. »Wie es aussieht, ist uns die Beute gerade in die Arme gelaufen. Wie zuvorkommend von Euch, Dame Gwenfrewi mitzubringen. Das erspart uns eine Menge Arbeit.«

Verdammte Hölle, dachte Rafael.  Zwei gegen fünf war schon kein sonderlich gutes Ver-hältnis, aber wenn sich noch mehr Finsterlinge in der Ruine herumtrieben …

Er spürte ein Gefühl der Hysterie in sich emporkriechen. In welche Machenschaften hatte Gandar sie da hineingezogen? War sein Ziehvater wirklich der Mann gewesen, für den er ihn gehalten hatte? Oder gab es da etwas, ein Geheimnis, von dem er nichts wusste und das ihn nun in eine beinahe ausweglose Situation hinein zwang?

Rafael versuchte erst gar nicht, eine Lösung für dieses Rätsel zu finden. Aber er wusste, was er zu tun hatte. Der Ritter hatte sein eigenes Todesurteil ausgesprochen, ohne es zu bemerken. Selbst wenn es Roana und Gwenfrewi nicht gegeben hätte – Rafael hätte ihn töten müssen, um Gandars Grab zu schützen.

»Mein Kamerad wird Euch jetzt Eure Schwerter abnehmen«, sagte der Ritter. »Ich rate Euch, sie ihm ohne Widerstand zu übergeben, wenn Ihr nicht wollt, dass Euch vor der Zeit etwas zustößt.«

Rafael antwortete nicht. Er ließ die Lider halb über die Augen sinken und sagte einige schnelle Worte auf Arabisch.

»Nun, wird’s bald?«, sagte der Ritter. Unter den Lidern hervor beobachtete Rafael, wie seine Finger gegen seinen Oberschenkel trommelten, so als könne er nur mühsam seine Ungeduld bezwingen.  Plötzlich schien Rafael alles, was er sah, auffällig. Die Bilder kamen ihm nicht natürlich vor, sondern so, als seien sie extra für ihn gemacht worden.  Wie Zeichen dachte er. Halb unter dem Mantel verborgen sah er die Linke des Ritters. Sie lag auf dem Schwert, aber in falscher Haltung. Der Mann würde Zeit brauchen, um die Waffe zu ziehen. Wenige Herzschläge nur, aber die würde ihm Rafael nicht gönnen. Er löste seinen Schwertgurt, ging langsam in die Hocke und legte ihn auf den Boden.

Hinter ihm ertönte ein leises Rascheln. Roana begann ihr Ablenkungsmanöver. Er stellte sich vor, wie sie sich bewegte, sich zusammenkrümmte, wie unter Schmerzen und dann hörte er ihren spitzen Schrei; jetzt würde sie sich zu Boden werfen und in Deckung rollen.

Rafael sprang.

Er stieß sich mit aller Gewalt ab, flog mit weit ausgestreckten Armen wie ein lebendes Geschoss auf den Ritter zu und packte ihn bei den Schultern. Der Ritter schrie und prallte zurück; sein Knie zuckte hoch, um sich in Rafaels Leib zu bohren und ihn von sich herab zu schleudern. Rafael kassierte einen schmerzhaften Schlag in den Magen, aber die Kraft seines Sprunges war noch immer groß genug, um ihn weiter zu tragen. Er spürte, wie sein Leib und seine Oberschenkel über das Gesicht des Ritters schrammten. Dann prallte sein Knie mit der ganzen Gewalt seines Sprunges gegen das Kinn des anderen, schleuderte seinen Kopf in den Nacken und brach sein Genick.

Bewertung: 4.5 von 5 (2 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 35 mal Aufgerufen Am 16. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, BadBoy, Geheimnis, Glauburg, Kloster, Mittelalter, Roana, Verrat
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