Svantevit – historischer Roman

Svantevit – historischer Roman
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Webseite: www.autor-nmj.com
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Rügen in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Die große Insel und das angrenzende Festland sind Siedlungsgebiet des wendischen Stammes der Ranen, eines Völkchens, welches ebenso kriegerisch wie tüchtig im Handeltreiben ist. Der Fischerjunge Radik sehnt sich danach, in die berittene Garde der Burg Arkona aufgenommen zu werden. Doch so trutzig sich dieses Bollwerk auch über den steilen und felsigen Abgrund im Norden Rügens erhebt – die mächtigen Feinde, wie der Sachsenherzog Heinrich der Löwe und der dänische König Waldemar der Große, sind entschlossen, die Ranen zu unterwerfen. Hierbei können sie sich der eifrigen Hilfe einflussreicher kirchlicher Amtsträger sicher sein, denen der heidnische Tempel des Gottes Svantevit im Inneren der Burg Arkona schon lange ein Dorn im Auge ist.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Doch dann kam eine Biegung, die man nicht einsehen konnte. Erst dicht davor bemerkte Christian, dass es sich um eine Gabelung handelte. Er ritt auf der rechten Seite des Weges, also folgte er der rechten Abbiegung – wer vorne war, gab die Richtung vor. Doch als der Lärm hinter ihm leiser wurde, drehte er sich kurz um und merkte, dass da niemand folgte. Als er wieder nach vorne sah, erblickte er direkt vor sich einen Jungen, der wie erstarrt dastand. Immer noch im vollen Galopp würde er das Kind im nächsten Augenblick unter die Hufe bekommen, doch zum Ausweichen war es auch bereits zu spät. Also gab Christian die Zügel frei, statt an ihnen zu ziehen und, wie erhofft, sprang das Pferd in einem großen Satz über den Jungen hinweg. Kaum, dass das Tier stand, schwang er sich aus dem Sattel und lief zurück.

Der Junge, Christian schätzte ihn auf sieben oder acht Jahre, hatte sich zu ihm umgedreht. Er hielt ein Körbchen mit Pilzen in der Hand, an dem man erkennen konnte, dass er etwas zitterte.

„Na, das ist ja noch mal gut gegangen.“

Christian beugte sich zu dem Kind hinunter und lächelte, während er ihm beruhigend über den Kopf streichelte. Ihm waren sogleich die leuchtend grünen Augen des Jungen aufgefallen, die mehr neugierig als ängstlich blickten. Um den Hals trug das Kind an einem Lederband einen tropfenförmigen Bernstein.

„Verflucht!“, stöhnte Christian, als seine Finger etwas Feuchtes spürten.

Er besah sich den Kopf des Jungen und konnte erkennen, wie etwas Blut durch die hellblonden Haare troff. Ein Huf musste die kleine Platzwunde verursacht haben. Christian zog ein Tuch hervor und drückte es sanft auf die Verletzung.

„Ist nicht schlimm! Tut es weh? Hast wohl einen tüchtigen Schreck bekommen?“

Der Junge reagierte nicht und Christian fiel ein, dass ihn das Kind natürlich nicht verstehen konnte. Er blickte sich suchend um. Wo waren nur die anderen? Es war völlig still.

Bald war die Blutung gestillt und der rote Fleck in den hellblonden Haaren sah schlimmer aus, als es war. Christian hielt sein Pferd am Zügel und blickte abwechselnd zurück zur Weggabelung und auf den Jungen. Was sollte er bloß tun? Er musste die anderen wiederfinden. Aber der Junge schien irgendwie unter Schock zu stehen. Er konnte ihn doch nicht einfach so hier zurücklassen, auch wenn die Verletzung nur klein war.

„Wo kommst du denn her? Wo bist du zu Hause?“, fragte Christian und wies mit dem Arm im Wald herum, als würde der Junge dadurch seine Worte besser verstehen, „Wenn du hier Pilze sammeln warst, musst du doch hier irgendwo wohnen.“

Der Junge blickte ihn weiter irgendwie erstaunt an und besah sich dann das Pferd, ohne sich von Fleck zu rühren. Christian bemerkte, dass das Kind nun nicht mehr zitterte.

„Wenn ich nur etwas dänisch sprechen könnte!“, fluchte Christian.

„Ich kann dänisch“, sagte der Junge in deutschen Worten, ohne seinen Blick vom Pferd zu nehmen.

„Dann kannst du mich also verstehen“, freute sich Christian und fasste das Kind bei den Schultern.

„Kann ich mal mit dir reiten?“

„Ich weiß nicht recht. Ich hab es nämlich eilig“, versuchte Christian zu erklären, „Meine Freunde, weißt du, die muss ich suchen.“

„Hier im Wald? Da kann ich dir helfen.“

„Vielleicht ist es besser, wenn du mir sagst, wo du zu Hause bist, damit ich dich schnell dahin bringen kann. Dann darfst du dich auch auf das Pferd setzen.“

Schon mühte sich der Junge, die Steigbügel zu erreichen und Christian gab ihm ein wenig Schwung. Nachdem sie beide auf dem Pferd saßen, wies der Junge in die Richtung, die Christian einschlagen sollte und zu dessen Leidwesen führte der Weg weiter von der Weggabelung weg. Nun ja, es würde schon nicht allzu lange dauern.

Bald kamen sie aus dem Wald heraus zu einer grasbewachsenen Fläche, auf der ein größeres Gehöft stand. Dahinter konnte man das Meer sehen, welches tosend gegen die steile Felswand brandete. Eine junge Frau mit rotbraunen Haaren trat aus dem Haus. …

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 51 mal Aufgerufen Am 11. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Christianisierung, Dänemark, Kreuzzüge, Mittelalter, Ostsee, Piraten, Rügen
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.