Summer Feeling

Summer Feeling
Preis: 15,95 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: www.vero-kaa.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783737508940
Als ein Gast Eva beim Table-Dance einen Hunderter zusteckt, gerät ihre Welt aus den Fugen – denn es ist niemand anderes als Louis, ihre große Liebe. Vor elf Jahren erlebte sie mit ihm eine leidenschaftliche Sommerromanze, doch dann setzte er sich nach London ab und hinterließ nur ein „Lebewohl“ – und die Zwillinge Lucas und Luna. Die Schwangerschaft kostete Eva den Rückhalt ihrer Eltern und das Studium, aber seitdem hat sie sich ein neues Leben in der Provinz aufgebaut. Doch Louis’ Rückkehr stellt alles wieder in Frage. Ist Eva wirklich glücklich als allein erziehende Mutter? Weiß Louis von seinen Kindern? Und wieso suchen Evas Eltern gerade jetzt wieder den Kontakt zu ihr? Zwischen Intrigen, Familiengeheimnissen und Missverständnissen führt Evas Weg immer tiefer in die Vergangenheit – und vielleicht auch in eine gemeinsame Zukunft mit Louis.
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Leseprobe

Mittwochnachmittag, Feierabend.

Es gab wieder eine Menge Briefe, die ich zur Post bringen musste. Ich klemmte sie unter den rechten Arm, weil ich in der Hand die Handtasche und den Regenschirm hielt. In der linken Hand trug ich die Einkaufstüten mit den schicken Klamotten aus der Boutique. Mit einem lauten „Tschüss!“ wollte ich an meinem Chef, Herrn Rechtsanwalt Dr. Richter, und dem Kopierer, der an der Wandseite des Flurs stand, vorbei Richtung Ausgangstür. Doch vor dem Kopierer hatte sich ein kleiner Stau gebildet. Mona, Annegret und Regina wollten kopieren. Dann stand da noch mein Chef. Als er mich so vollgepackt sah, meinte er: „Na, wenn das mal gut geht!“

Dabei hatte er sein typisches schelmisches Grinsen im Gesicht.

Als Antwort brachte ich ein gequältes Lächeln heraus, denn mich nervten seine Kommentare. Aber er war ein Gentleman und hielt mir die Tür auf. Schnell trat ich in den Flur und eilte die Treppen hinunter zum Ausgang.

Ich hatte es mir angewöhnt, die Eingangstür mit Zeige- und Mittelfinger meiner linken Hand zu öffnen, und war darin mittlerweile ein Profi – zumindest glaubte ich das. Als ich jedoch diesmal mit den zwei Fingern den Türgriff umfassen wollte, fielen die Briefe unter meinem Arm zu Boden und verstreuten sich im Flur. Sonst klappte das immer ganz gut. Nur gut, dass mein Chef nicht da war, um mein Missgeschick mit anzusehen. Er hatte seine Zweifel ja bereits angekündigt. Seit zwei Jahren arbeitete ich nun in dieser Kanzlei. Meine Schusseligkeit war den Kollegen dabei nicht verborgen geblieben. Meinen Chef störte es zum Glück nicht. Er sah es eher als eine Unterhaltungseinlage an, wenn mir ab und zu ein kleines Malheur passierte. Mal blockierte ich stundenlang den Kopierer, weil ich das Papier falsch eingelegt hatte, mal vergaß ich, die Kaffeemaschine auszuschalten – und sie lief dann meist so lange, bis die Warmhalteplatte nach verbranntem Kaffee roch. Das passierte mir öfter – die Kaffeemaschine entpuppte sich im wahrsten Sinne des Wortes als Dauerbrenner. Dann die Akten der Mandanten; wie oft hatte ich sie schon verlegt oder falsch abgeheftet! In meiner Freizeit suchte ich sie dann und schichtete sie stundenlang um. Zum Glück hatte ich auch ein Händchen dafür, alles wieder in Ordnung zu bringen.

Mein schlimmstes Malheur, gleich am Anfang meiner Beschäftigung in der Kanzlei, war das Missgeschick auf dem Klo. Mona hatte mir an einem Dienstag ein Buch mitgebracht, den „Ratgeber für Anwaltsgehilfinnen“. In der Mittagspause – alle hatten zum Essen das Büro verlassen – musste ich dringend aufs Klo. Ich nahm das Buch mit, um einen ersten Blick hineinzuwerfen, und legte es auf die Fensterbank über der Kloschüssel. Ich zog meine Hose herunter, hob mit der linken Hand den Klodeckel hoch, ergriff mit der rechten das Buch und drehte mich ruckartig um, um mich auf die Schüssel zu setzen – dabei fiel mir das Buch aus der Hand direkt in die Schüssel. Ich fischte es heraus. Ein Drittel des Buches war nass. Die Seiten klebten zusammen. Ich setzte mich aufs Klo und begann sie auseinanderzufieseln. Danach wedelte ich mindestens zehn Minuten mit dem offenen Buch in der Luft herum, aber nichts trocknete. Zum Feierabend nahm ich das Buch mit nach Hause und begann die Seiten mit dem Föhn zu trocknen. Aber auch das klappte nicht. So legte ich das Buch über Nacht auf den Heizkörper. Am nächsten Morgen hatten sich die Seiten gewellt. Ich hatte große Mühe, Mona im Büro mein Missgeschick zu erklären. Doch sie lachte nur, warf das Buch in den Papierkorb und gab mir mit den Worten „Wir haben noch zehn Stück davon im Schrank“ ein neues. Meine Kolleginnen und Herr Dr. Richter schmunzelten und sahen mein Missgeschick als Anekdote an: Man hatte etwas zu erzählen.

„Das bringt Leben in die Kanzlei“, war der einzige Kommentar von meinem Chef. Während ich am Boden kniete, um die Briefe einzusammeln, bekam ich einen mächtigen Stoß gegen meinen Po. Jemand versuchte, die Tür zu öffnen. Das ging natürlich nicht, denn ich hockte mit dem Rücken direkt an der Tür.

„Einen Moment, bitte. Bin gleich fertig!“, rief ich.

Flink sammelte ich alle Briefe ein und klemmte sie ein zweites Mal unter meinen Arm. Dann stand ich auf und nahm meine Tasche, den Regenschirm und die Einkaufstüten. Wie ein Packesel sah ich jetzt aus. Aber egal, wen interessierte es schon, wie ich aussah?

Ich rief: „Fertig!“

Antwort: „Wurde ja auch Zeit!“

Jemand wollte eintreten, aber ich versperrte ihm immer noch den Weg. Ich stand so, dass die Tür nur einen Spaltbreit aufging. Durch diesen Spalt erblickte ich einen Mann – und erstarrte. Vollgepackt und wie gelähmt stand ich in der Tür. Er wartete draußen und blinzelte hindurch. Ich hatte nur noch Augen für diesen Mann.

Was für ein Traummann!, Ich war total weggetreten.

Er war groß, von schlanker Statur und hatte breite Schultern zum Anlehnen. Ein spitzbübisches Lächeln im Gesicht, das langsam in ein ungeduldiges überging. Dann diese dunklen Augen – sie strahlten so viel Liebe und Wärme.

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Seitenaufrufe: 117 mal Aufgerufen Am 13. September 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Eltern, Ferienlager, Hannover, Hass, Intrigen, Kinder, Liebe, Mutter-Kindheim, Rechtsanwalt, Table Dancing, Zwillinge
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