Sturmbeben (Flamme der Seelen Bd. 2)

Sturmbeben (Flamme der Seelen Bd. 2)
Preis: 7,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.melanie-voelker.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783741295638
Mit vier von sieben machtvollen Artefakten setzen Elyjas und seine Freunde ihre Reise fort. Obwohl die restlichen Artefakte im Norden Shaendâras verborgen liegen, führt der Erzmagier Albwin die Gefährten in das südliche Wüstenreich Tâlameth. Dort kündigen sich unheilvolle Vorzeichen durch die Machenschaften des selbsternannten Herrschers von Ajjadûr an. In den Weiten Uskûndors schlagen die Gefährten unterschiedliche Richtungen ein und stehen überraschenden Herausforderungen gegenüber, während ihre Seelen zunehmend mit eigenen Schatten konfrontiert werden. Um die Zukunft zu erhellen, müssen sie durch das Dunkel der Vergangenheit reisen. Und bald schon scheint eine grausige Wahrheit die Hoffnung der Freunde zu verdrängen. Wird ihre Kraft ausreichen, gegen die Schatten zu bestehen und ihre Mission zu erfüllen? Ein fantastisches Abenteuer geht weiter ...
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Wie ein Schwarm gefräßiger Wanderameisen, deren Zahl kein Ende nahm, überrannten die Schatten das Land. Beinahe acht Meilen erstreckte sich ihre finstere Front, räuberisch jagend nach Beute, und was einmal in ihre Klauen geriet, blieb verloren. Asche und Rauch brachten die dichten grauen Nebelgeister, die lawinenartig über die Ebene walzten und grasige Weiten zu grauer Dörre verbrannten. Bäume, junge Triebe gleichermaßen wie altgewachsene Stämme fuhren entzwei; jeder Tropfen ihres Marks verdunstete in den feurigen Winden.
Das Leben floh vor der vernichtenden Glut, vergrub sich vor dem Brandmal des Todes, indes der Boden brodelte und spuckte. Doch nirgendwo fand es Schutz. Erdlöcher erhitzten wie Öfen, in denen die Verzweifelten rösteten wie Spanferkel über der Flamme, und Flüsse kochten ihre Leiber wie siedendes Öl. Die Wenigen, die entkamen, trugen Brandblasen davon, groß wie Äpfel, und ihre Haut zerbröselte gleich der knusprigen Schwarte eines Schweinebauchs. Das Atmen schmerzte, es brannte in ihnen und versengte ihre Lungen zu rohem Fleisch. Hinter ihnen blieben nur staubige Erde und zerborstenes Totholz zurück, wo einst Puls und Blut des Lebens geflossen waren. Die Welt erzitterte unter einem qualvollen Schrei, der sich in Ohren und Herzen bohrte wie tausende Nadelstiche. Die Schatten hinterließen eine Schneise der Verwüstung in ihrem Rücken …

Reglos saß er inmitten der Stille, die er sich selbst geschaffen hatte. Im Inneren des kleinen Raumes herrschte Dunkelheit. Durch ein schmales Fenster drang Luft ein, doch sie war stickig und schwül. Die leichte Brise, die noch am Morgen vom Meer heraufgeweht war, war einer bleischweren Last gewichen. Die kahlen Steinwände schirmten ihn vom lärmenden Ungeziefer ab, das die Straßen füllte. Mit den Fingernägeln kratzte er über sein borstiges Kinn.
Ungeziefer. Waren das wirklich seine Gedanken?
Schweiß glänzte auf seiner Stirn und tropfte in die zerrupften grauen Barthaare, während sein Geist die Schatten beobachtete, die von Süden herankrochen. Sie waren schwächer, als jene, die ihnen von Norden her entgegenkamen, und deren schwarze Wucht noch immer das Land überspülte. Nach all den Jahren fühlte sein Geist sie so grausam wie damals, als er jung und unwissend gewesen war, und die stürmischen Wogen ihn direkt in den Tempel geschwemmt hatten. Wieder und wieder hatte er es gesehen, hatte die Erinnerung ihn verfolgt. Manches Mal wusste er nicht, ob er Vergangenheit oder Zukunft sah.
Er fühlte den Brand tief in seinen Eingeweiden, ungnädig und fordernd. Qual und Pein brachte die Schwärze mit sich, deren Flut unablässig gegen die Küste brandete. Mit jeder Welle preschte sie härter heran, und wenn sie sich zurückzog, riss sie ein weiteres Stück Herz und Geist mit sich. Er spürte das Elend. Schmerz und … freudige Erregung?
Seine fleckigen Hände zitterten ob dieses Gedankens und als er den Atem ausblies, glaubte er, seine Lippen würden verbrennen.
Zweieinhalb Jahre waren vergangen, grübelte er und griff mit kraftlosen Fingern nach dem Silberbecher, der neben ihm auf dem Boden stand. Er hatte den Wasserkrug innerhalb der letzten Stunde zu drei Vierteln geleert, nur ein paar Tropfen waren übrig. Doch noch immer empfand er solchen Durst, als habe er seit Tagen nichts getrunken. Inzwischen war das Wasser warm geworden und schmeckte abgestanden. Hastig kippte er es hinunter.
Der Frühling würde erst kommen. Und bald schon die heißeren Tage. Er fühlte ihre Hitze bereits in seinen Knochen. Trotzdem würde er es wagen, entschied Gorgas. Es wäre riskant, doch erforderlich. Er musste aus dem Kessel trinken …

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Seitenaufrufe: 1868 mal Aufgerufen Am 24. April 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Dämmernebel, Fantasy, Flamme der Seelen, Magie, Melanie Völker, Trilogie
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