Strandgut – Geschichten mit Meerblick

Strandgut – Geschichten mit Meerblick
Preis: 16,75 €
Autor:
Genre: Belletristik
Webseite: www.karin-buchholz.com
Erscheinungsjahr: 2010
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783839156254
Strandgut - Geschichten mit Meerblick ist eine Sammlung von 13 sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten über Menschen und ihre Meere. Es sind stille Erzählungen, die nachdenklich machen - voller Tiefgang und bisweilen auch Melancholie, voller Herz, besonderer Charaktere und Nachhaltigkeit, die den Leser schnell in ihren Bann ziehen und entführen… ans Meer. Die Serie wurde 2011 fortgesetzt mit "Strandgut 2 - Geschichten mit Meerblick"
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Drei der Kurzgeschichten zum Anlesen als PDF (siehe oben).

Der Leuchtturmwärter (Auszug)

Für die Leute im Dorf war er der komische Kauz, Jean der Leuchtturmwärter, der sein

Einsiedlerleben außerhalb der Dorfgrenzen, draußen in dem alten Leuchtturm lebte, dessen

Mauern im Laufe der Jahre durchlässig und dessen Balken und Türen morsch geworden

waren. Jean, der Leuchtturmwärter mit dem komischen französischen Namen, der für diese

Gegend so untypisch war. Hier hießen die Männer Paddy oder Harry, Ian oder Scott, hatten

feuerrotes Haar und hatten sich schon früher über ihn lustig gemacht. Damals, als sie hierher

zogen. Seine Mutter war Französin, eine zarte, kleine Frau, die nicht für das harte Leben an

dieser rauen Küste geschaffen war. Sie hatte ihm seinen Namen gegeben. Sein Vater, Patrick,

war waschechter Ire und handfester Leuchtturmwärter, so wie schon sein Vater vor ihm. Ein

vierschrötiger, grobschlächtiger Mann, der dem Wind und den Gezeiten zu trotzen wusste.

Und dennoch liebte ihn Claire. So sehr, dass sie dieses schwere Leben Jahr um Jahr mit ihm

teilte. Was hatte sie nur miteinander verbunden, den Leuchtturmwärter und seine zierliche

französische Frau, die ihm hierher gefolgt und ihr Leben lang geblieben war?

Auch seine Eltern hatten schon ein zurückgezogenes Leben außerhalb der Dorfgemeinschaft

geführt. Nur sonntags zum Kirchgang gingen sie alle drei – Patrick, Claire und der kleine Jean

– in die kleine Kapelle des Dorfes.

Und Jean sah immer wieder mit Bewunderung und Erstaunen zugleich, mit welcher Inbrunst

seine Mutter dem Herrgott für das beschwerliche Leben dankte, das er ihnen geschenkt hatte.

Sie war wohl eine glückliche Frau gewesen, sagte sich Jean und schüttelte wie immer bei

diesem Gedanken den Kopf.

Während er seine Teetasse ausspülte und kopfüber auf den Spülbeckenrand stellte, blickte er

durch das schmale Küchenfenster hinaus. Stürmisch war es heute, das Meer aufgepeitscht

vom böigen Wind, Schaumkronen tanzten wild auf den aufgewühlten Wellen.

Er schloss den Kragen seines Troyer-Pullovers, zog seine Regenjacke an, schnürte die Kapuze

fest um seinen Kopf und stapfte zur Tür hinaus. Sofort erfasste ihn der Sturmwind und trieb

ihn vor sich her, so dass er schneller ging, als er eigentlich wollte. Er erreichte die Tür zum

Turm, altes verwittertes, vielfach übertünchtes Holz, durch dessen Spalten inzwischen Wind

und Regen ins Innere drangen, so dass sich hinter der Tür eine Pfütze bildete.

Jean betrat den dunklen Turm, dessen schmales Treppenhaus sich zu seiner Rechten nach

oben wand. Er schüttelte den Regen von seiner Jacke und begann, die Treppe emporzusteigen.

Hundertachtundvierzig Stufen – und wie oft schon war er sie hinaufgestiegen in all den

Jahren. Als Kind schon hatte er seinen Vater begleitet, wenn er zum Leuchtfeuer im Turm

hinaufgestiegen war, hatte ihm geholfen, die Starklichtlampe und den großen Glaskörper zu

reinigen, hatte die Scheiben der Lichtkanzel geputzt und dabei dem Pfeifen und Sausen des

Windes gelauscht, der unablässig um den Turm blies.

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Seitenaufrufe: 37 mal Aufgerufen Am 3. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: heiter-besinnlich, Karin Buchholz, Kurzgeschichten, Meer, Meerblick, norddeutsch, Strand, Strandgut, Weltreise
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