Strand.Blut.

Strand.Blut.
Preis: 3,49 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: http://bodomanstein.jimdo.com
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781501092961
Mitten in der Hochsaison halten verwüstete Baustellen die Sylter Kripo in Atem. Die dort zurückgelassenen Hinweise deuten auf eine Bürgerinitiative, die sich gegen den Ausverkauf der Insel einsetzt. Nach dem gewaltsamen Tod eines Lister Immobilienmaklers bekommt die Angelegenheit eine völlig neue Dimension für Hauptkommissar Hinrichs. Zusammen mit Robert Benning, den der Täter aus irgendeinem Grund gezielt in diesen Fall hineinzieht, nimmt er die Ermittlungen auf. Dabei stoßen die beiden auf weitere mysteriöse Todesfälle und kurz darauf nimmt der Fall eine Wendung, mit der sie niemals gerechnet hätten.
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Leseprobe

Westerland / Sylt im Sommer 2012.

Ende des Maya-Kalenders.

»Willkommen zum Grande Finale, die Erde geht unter, erfahren wir soeben …«

(Udo Lindenberg)

1

Sein Blick wanderte langsam den hohen Kran hinauf, der sich wie ein drohender Finger vor ihm in den Sylter Nachthimmel reckte. Dennis Meister schluckte. Da sollte er rauf? Er dachte noch einmal an das verächtliche Grinsen seines Bruders. »Feigling« und »Memme« hatte Arne ihn genannt. Wie schon so oft. Zu oft. Wenn er jetzt nicht beweisen würde, dass er eben nicht nur der kleine Bruder ist, wann dann?

Im matten Licht der Straßenlaternen warf der schiefe Bretterzaun einen langen Schatten auf die Baustelle an der Ecke Schützenstraße und Dr.-Roß-Straße. Vor Dennis erhob sich der Umriss eines Rohbaus an einer Stelle, die ihm nicht unbekannt war. Früher hatte hier ein Einfamilienhaus gestanden, in dem eine Sylter Familie über Generationen gelebt hatte. Torben, einer seiner besten Freunde aus der Grundschule, hatte hier gewohnt. Wie oft er mit Torben zusammen durch den Garten getobt war, vermochte er nicht zu sagen, und wo jetzt Paletten mit Dachziegeln und roten Klinkersteinen standen, hatten sie noch vor wenigen Jahren fröhlich geschaukelt und im Sandkasten gebuddelt.

Nun war Torben weg. Wie so viele seiner Freunde, deren Eltern die ins uferlose gestiegenen Mieten nicht mehr aufbringen konnten. Nach und nach waren sie aufs Festland gezogen und pendelten nun jeden Tag zu ihren Arbeitsstellen auf der Insel. Torbens Mutter kam jedes Wochenende herüber, um Ferienappartements zu reinigen. Vielleicht ja bald auch in dem Ferienhaus, das hier entstehen soll, just an dem Platz, der einst ihr Zuhause gewesen war.

Viele Freunde waren ihm nicht geblieben. Irgendwie schien es ihm, als ob die Insel auszusterben drohte. Dennis Blick fiel auf die Balken des Dachstuhls, die wie die Rippen eines riesigen Skeletts anklagend emporragten. Ein Schauer lief ihm über den Rücken und er spürte, wie seine Knie auf einmal zu zittern begannen. Ganz fest drückte er sich mit dem Rücken an den Zaun und blickte noch einmal zu dem Ausleger des Krans hinauf. Sein Herz schien ihm bis zum Hals zu schlagen.

Die Aufregung, dachte er. Noch vor einer knappen Stunde hatte er in seinem Bett gelegen und darauf gewartet, dass seine Eltern endlich schlafen gehen würden, doch ausgerechnet heute waren sie noch sehr lange aufgeblieben. Irgendetwas lag in der Luft, das spürte er. Sie stritten in letzter Zeit auch häufiger als früher.

Irgendwann war es dann still im Haus geworden und er hatte sich durch ein Kellerfenster hinausgeschlichen. Anschließend war er eine ganze Weile am Strand entlang gegangen, um nicht durch die Stadt zu müssen und möglicherweise gesehen zu werden. Wie ein Phantom wollte er sein Ziel erreichen und genauso ungesehen wieder nach Hause gehen.

Das Motorengeräusch eines näherkommenden Autos riss ihn aus seinen Gedanken. Vorsichtig schob er die losen Bretter, durch die er hereingeschlüpft war, einen Spaltbreit auseinander. Ein Jaguar S-Type mit Hamburger Kennzeichen rollte langsam vorbei und bog kurz darauf nach rechts in die Käpt’n-Christiansen-Straße ab. Dann war es wieder still um ihn herum. Dennis atmete erleichtert aus. Seine Entscheidung, eine Baustelle in diesem Teil Westerlands für sein Vorhaben auszuwählen, war zweifellos goldrichtig gewesen. Hier war es auch während der Saison relativ ruhig. Das Nachtleben tobte einige Querstraßen weiter, zwischen Friedrichstraße und Strandstraße.

Dennis schloss die Augen. Für einen Moment lauschte er dem beruhigenden Rauschen der sich am Strand brechenden Wellen, das von jenseits der nahen Dünenkette herüberdrang. Er zählte bis drei, bevor er seine Augen wieder öffnete und sich mit einem Ruck vom Zaun abdrückte. Geduckt rannte er zwischen Stapeln von Schalbrettern und leeren Europaletten auf die andere Seite der Baustelle und fand im Schatten des massiven Ausgleichsgewichts, das auf dem Unterwagen des Krans ruhte, erneut Deckung. Ehrfürchtig wanderte sein Blick nach oben. Von hier unten aus wirkte der Katzausleger, der wie ein ausgetreckter Arm in Richtung Strand wies, noch furchteinflößender.

In zehn Meter Höhe und ungefähr in der Mitte des Auslegers baumelte träge eine Tischkreissäge an dem schweren Lasthaken des Krans. Dennis schluckte und nahm seinen Rucksack von der Schulter.

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Seitenaufrufe: 65 mal Aufgerufen Am 8. April 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Krimi, Sylt
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