Spurlos 2012

Spurlos 2012
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Horror & Mystery, Krimi & Thriller
Webseite: www.heike-handschuhmacher.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783000446672
Frank überrascht seine Frau Sophie mit einer Reise in einem alten Wohnmobil. Plötzlich wird sie von Albträumen geplagt, in denen Menschen, die eben erst in ihr Leben getreten sind, zu skrupellosen Bestien werden. Ein verhängnisvoller Fehler aus ihrer Vergangenheit stellt jedoch Sophies Glaubwürdigkeit infrage. Als sie begreift, dass sie auf sich selbst gestellt ist, forscht sie nach und kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur. Hätte sie diese Reise doch niemals angetreten...
Jetzt das Buch bei Thalia.de kaufen.
Jetzt das Buch bei ebook.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Sophie stand mit verbundenen Augen in ihrem Wohnzimmer – unwissend, was auf sie zukam, doch wohl wissend, dass seine Überraschungen in der Vergangenheit skurril ausgefallen waren, wie er an ihrem dreißigsten Geburtstag mit dem Vortrag eines selbst gedichteten Liebeslieds vor ihren Arbeitskollegen bewiesen hatte.

Für einen, der nicht singen konnte, hatte er tobenden Applaus bekommen.

„Was ist es denn?“, fragte sie und setzte unsicher einen Fuß vor den anderen.

Frank hielt ihre Hand und führte sie hinaus auf die Straße. Ein kalter Windzug durchzog ihren Pulli und sie fror sofort.

Plötzlich blieb er stehen. Er löste den Knoten an ihrem Hinterkopf und das Tuch glitt von ihrem Gesicht.

Zwischen ihr und der Morgensonne entdeckte sie nach mehrmaligem Blinzeln einen großen Kasten.

„Tadaa … Das ist meine Überraschung!“, posaunte er fröhlich wie ein Kind.

Ihr Mund war halb geöffnet, sie versuchte, etwas zu sagen, fand aber nicht die passenden Worte. Es trat genau das ein, was ihr Bauchgefühl vor wenigen Augenblicken prophezeit hatte.

„Ich weiß genau, was du denkst. Aber bevor du etwas sagst, lass es auf dich wirken. Ich weiß, du hasst campen, aber mit diesem Prachtstück können wir überall hinfahren.“

Er atmete tief durch, als wäre er erleichtert darüber, seine Überraschung endlich mit ihr teilen zu können.

„Es ist Oktober. Ich glaube nicht, dass es die ideale Jahreszeit ist, um zu campen“, flüsterte sie und betrachtete das Prachtstück, wie er es nannte, genauer.

„Da gebe ich dir recht! Aber wir lassen uns doch nicht von der Jahreszeit stoppen“, erwiderte er und zog sie zum seitlichen Eingang.

Ein altes Wohnmobil stand vor ihnen am Straßenrand.

Er zeigte ihr seine Begeisterung über dieses Gefährt mit einer kindlichen Freude, die sie das letzte Mal erlebt hatte, als sie ihm von ihrer ersten Schwangerschaft erzählte.

Sie hatte nicht vor, mit diesem Ding irgendwo hinzufahren.

Und genau das wurde zum Problem. Wie sollte sie ihm sagen, dass seine Überraschung ihr nicht die Freude brachte, die er gerade genoss?

Er entfernte sich einen Schritt von ihr.

„Bist du bereit?“

Erst wenige Stunden zuvor hatte sie ihre Entlassungspapiere aus der psychiatrischen Klinik unterschrieben.

Dank Franks Unterstützung bekam sie ihre Freiheit zurück und versauerte nicht in einem seelenlosen Patientenzimmer.

„Was hast du denn damit vor?“, fragte sie, während er die Tür öffnete.

Mit einer einladenden Handbewegung bat er sie, einzutreten.

„Lass dich überraschen.“

Sie wollte ihm sagen, dass sie genug hatte von seinen Überraschungen. Überraschung – dieses Wort wollte sie aus seinem Gehirn verbannen, denn jedes Mal, wenn es aus seinem Mund purzelte, bekam sie Magenkrämpfe, weil sie nicht wusste, was auf sie zukam. Spontane Trips missfielen ihr. Sie wollte nicht schnell mal aus dem Alltag entfliehen, ohne vorher alles genau geplant zu haben.

Sophie fühlte sich überfordert, hatte aber nicht den Mut, es ihm zu sagen.

Ihr erster Blick fiel auf den Werkzeugkasten, der mitten im Eingang stand und in dem man ein Sammelsurium von Schrauben aller Art finden konnte.

Sie sah ihn an.

„Ich würde ja gerne eintreten, aber da steht etwas im Weg“, protestierte sie mit einem Lächeln.

Frank neigte seine Kopf zum Eingang.

„Oh, da muss ich etwas vergessen haben. Einen Augenblick“, sagte er, stieg ein und stellte den Notfallkasten, wie er ihn liebevoll nannte, an die Seite.

„Der Weg ist frei. Tritt ein“, verkündete er, nachdem er wieder hinausgesprungen war.

Er verbeugte sich, als sei er ihr Knecht.

Sophie spielte das Spiel mit und nickte ihm zu, als sei sie eine Königin, die ihr Schloss betrat.

Das Innere des Wohnmobils war gefüllt mit einem süßlich penetranten Gestank, der aus den vielen Duftbäumen strömte,die in verschiedenen Farben an sämtlichen Haken hingen.

Sophie blieb die Luft weg und sie hustete, als hätte sie gerade eine Schachtel Zigaretten verqualmt.

Frank ignorierte ihre Reaktion und stürmte an ihr vorbei.

Er setzte sich unbekümmert auf den Fahrersitz und stellte die Außenspiegel exakt ein.

„Wir fahren morgen früh los und machen Urlaub. So sind wir an nichts gebunden und können durch ganz Deutschland fahren.

Dieses Wohnmobil muss steinalt sein, dachte Sophie, als sie die verdreckten Ecken sah und die schwarzen Kratzer an den Wänden, die sich mit den Jahren angesammelt hatten.

Die Einbauschränke waren vergilbt und auf den speckig glänzenden Fußbodenbelag würde sie niemals ihre nackten Füße setzen.

Über dem kleinen Fenster neben dem Bett entdeckte sie einen schwarzen verkohlten Fleck, als hätte jemand seine Zigarette genau dort ausgedrückt.

In dem Moment, als ihr Zeigefinger den verbrannten Fleck berührte, kam ein Gefühl über sie, als schmiege sich jemand an ihren Rücken und küsse ihren Hals.

Sophie schreckte hoch und stieß sich den Kopf am Regal, das über ihr hing.

„Au, was war das?!“, schrie sie auf und stand plötzlich in der Mitte des Wohnmobils.

Frank drehte sich zu ihr um.

„Was meinst du?“

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 196 mal Aufgerufen Am 27. Februar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Geheimnis, Mystery, Spannung, Spurlos, Tod
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.