Spitzenripper

Spitzenripper
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Erotik, Krimi & Thriller
Webseite: www.baerbelsirrenberg.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781523211036
Verwesung, Brandleichen, Opfer skurriler Sexspiele, Drogen und Gift gehören zum Berufsalltag der Heidelberger Rechtsmedizinerin, Julia Hessler. Der unerschrockene Leser, der keine Berührungsängste mit allen Stadien menschlichen Verfalls hat, bekommt einen detaillierten Einblick in diese verschlossene Welt. Er lernt unterschiedliche forensische Fälle kennen und kann ihre Aufklärung beobachten. Julia Hessler, die in einer kalten Ehe lebt, lernt durch ihr Verhältnis zu dem Kommissar, Mathias Wandel, Sadomaso Praktiken kennen, die in ihr nie gekannte sexuelle Gier entfachen. Nach und nach gerät sie in den Strudel krimineller Ereignisse. Obwohl Wandel die Frau liebt mit der er seine geheimen Phantasien auslebt, kann er seinen professionellen Blick auf die Ereignisse nicht auf Dauer verschließen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.

Leseprobe

Dienstag, 02.Oktober

Die Brandleiche liegt auf dem Obduktionstisch, die Arme wie zu einem letzten Boxkampf abgespreizt, die Hände zu Fäusten geballt und angewinkelt. Aus der aufgeplatzten Bauchwand quellen hellrote, spiegelglänzende Darmschlingen hervor, die einen seltsamen Kontrast zu der schwarz verkohlten Haut bilden. Es sieht aus, als wären sie noch lebendig und im Begriff, den toten Körper zu verlassen. Die Größe des Leichnams lässt auf ein Kind schließen. Ein unangenehmer Geruch von verbranntem Fleisch und geschmolzenem Fett durchzieht den Obduktionsraum der Rechtsmedizin. Wäre da nicht dieser penetrante Geruch, könnte man dieses Etwas, das auf dem Chromtisch liegt, der das Licht der Deckenbeleuchtung spotartig reflektiert, auch für ein modernes Kunstwerk halten. Statt eines rechten Unterschenkels, ragt eine gräuliches Knochenfragment aus der schwarzen Höhle, in der noch ein Kniegelenk stecken muss. Surreal, nichts, das an einen Menschen erinnert.

„Wie alt mag das Kind wohl gewesen sein?“, fragt Kriminalhauptkommissar, Mathias Wandel, Leiter des Dezernats für Gewaltdelikte bei der Heidelberger Kripo, die Institutsleiterin, die ihm mit ernster, aber durchaus entspannter Miene gegenüber steht. Er bemüht sich so flach und so wenig wie möglich zu atmen, in der Hoffnung, dem Geruch ausweichen zu können.

Julia Hessler verkneift sich ein Lächeln, als sie die vergeblichen Anstrengungen Wandels bemerkt. Bevor sie antwortet geht sie zu einem abseits stehenden Schrank, nimmt einen Tiegel heraus und schraubt den Deckel ab. Sie hält Wandel die Dose, aus der ein stechender Menthol-Geruch strömt, entgegen. „Reiben Sie sich ein bisschen davon unter die Nase, das machen Ihre Kollegen und die Staatsanwälte auch häufig, wenn sie mich hier besuchen”.

Wandel ringt sich ein Lächeln ab und schüttelt den Kopf. Nur Weicheier machen in der Rechtsmedizin schlapp, das hat er schon in seiner Ausbildung verinnerlicht.

„Zu Ihrer Frage“, antwortet Julia, „das ist kein Kind. Das war ein ausgewachsener Mensch”.

Wandel sieht sie an, ungläubig, unsicher, ob sie sich einen kleinen Scherz erlaubt.

„Das ist doch unmöglich. Es sei denn, er war kleinwüchsig. Ich schätze, er ist  höchstens einen Meter vierzig groß”.

„Die Leiche misst einen Meter dreiundvierzig, um genau zu sein. Aber Menschen, die derart stark verbrennen, schrumpfen und, um ihre nächste Frage vorweg zu nehmen, die Stellung der Arme ist normal in einem solchen Fall. Durch die Hitze verkürzt sich die Muskulatur und die Arme beugen sich. Wir nennen das Fechterstellung“, sagt Julia.

Wandel konzentriert seine ganze Aufmerksamkeit erneut auf die Leiche und geht langsam um den Obduktionstisch herum. Dabei fällt ihm ein Riss auf der linken Seite im Schädeldach auf.

„Ist das eine Stichwunde, wie auch die Bauchverletzung?“, fragt er Julia und zeigt auf den Riss.

„Leider muss ich Sie wieder enttäuschen, denn auch das sind lediglich die Folgen der extremen Hitzeeinwirkung. Das Gewebswasser ist verdampft, deshalb sind der Schädel und die Bauchdecke geborsten”. „Es kocht, aber die knöcherne Hirnschale ist kein Dampfkochtopf, sie hat kein Ventil“, denkt Julia, aber sie möchte den Kommissar mit dieser Vorstellung nicht belasten.

„Können Sie mir schon etwas dazu sagen, ob die Person bei Ausbruch des Brandes noch gelebt hat oder zu ihrem Geschlecht?“, fragt Wandel und begibt sich wieder auf kriminalistisches Gebiet, ein Bereich, in dem ihm niemand etwas vormachen kann, während ihm die forensische Medizin immer noch fremd ist, auch nach vielen Dienstjahren.

„Das ist noch zu früh, da müssen Sie bitte die Obduktion abwarten“, antwortet Julia und nimmt die Mappe mit den Angaben über die Auffindesituation zur Hand. Sie blättert die wenigen Seiten durch und sieht Wandel an. „Nicht viel, was hier steht. Erzählen Sie mir etwas. Wie stellt sich der Fall für Sie dar?“

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 511 mal Aufgerufen Am 3. März 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Heidelberg, Kriminalroman, Psychologischer Krimi, Rechtsmedizinischer Krimi
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.