Sommer und mehr

Sommer und mehr
Preis: 3,99 €
»Sommer und Mehr« - der Titel einmal ausgesprochen, bietet viel Platz für Phantasiereisen, einem jeden Einzelnen ganz nach seiner Facon. Für den Einen ist »Mehr« - DAS Meer, die Assoziation mit Meeresrauschen, sanften Wellenbewegungen und heißem Sand. Dem Anderen fallen hundert Dinge ein, die nahezu unlöslich mit dem Sommergedanken verknüpft sind, während einen Dritten Gerüche oder Geräusche inspirieren, die viel mehr vom »Mehr« als vom Sommer handeln. So unterschiedlich wie die eigenen Gedankensprünge zum Titel, so vielfältig sind die Geschichten und Gedichte der Autoren. Jede einzigartig auf ihre ganz eigene Weise, so wie die Gedanken und Gefühle, die dieser Titel uns schenkt. Erneut haben sich siebenundvierzig Autoren zusammengefunden, um Sie mit Geschichten und Gedichten zu unterhalten. Den Erlös durch den Verkauf dieser Anthologie spenden wir der Organisation Stiftung Lesen, die sich dafür einsetzt, Deutschland zum Leseland zu machen. Unsere Autoren für Band 1 – Sommer und Mehr: Alexander Courz - Alexander Frost - Alexander Grun - Christine Kayser - Claudia Wieland - Curly Sue Glander - Dorothe Reimann - Erik Huyoff - Franziska Witt - Hilde Willes - Liandra diLuna - Lyl Boyd - Manuela Efthimiadis - Marion Kreft - Mila EnWood - Nicol Lange - Peter Caprano - Sabine Kohlert - Sam Freythakt - Susanne Ulrike Maria Albrecht - Sybille B. Lindt - Tina Reinhardt - Tuula Schneider - Willie Benzen
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Wann immer ich an ihn denke, erfüllt mich eine Leere, die sich durch nichts auffüllen lässt. Diese eine Stelle, die immer ihm gehörte, ist heute leer und wird für immer leer bleiben.

Als Kinder bekamen wir ihn kaum einmal zu Gesicht. Als LKW Fahrer war er Tag ein Tag aus unterwegs auf den Straßen. Sein Tag begann mit dem Läuten des Weckers um drei Uhr in der Früh und endete abends gegen 23 Uhr. Immer wenn er heimkam, schliefen wir Kinder längst. Aber er kam wenigstens jeden Tag nach Haus, nicht wie andere, die fern von Frau und Kindern wochenlang auf den Straßen unterwegs waren.

Uns gehörte sein Wochenende, das meist am Samstagnachmittag begann. Er spielte mit uns, tobte mit uns herum oder nahm uns einfach nur mit auf den damals obligatorischen Sonntagsspaziergang. Natürlich alle mit Schlips und Anzug. Wir Kinder auch, meine zwei Brüder und ich. Mutter in ihrem Sonntagskleid.

Wir zwei Jungs wuchsen heran, der dritte Bruder war uns acht Jahre voraus, deshalb zähle ich ihn an dieser Stelle nicht mit.

Als ich 11 war, in jenem heißen Sommer 1971, fragte er mich zum ersten Mal, ob ich in den Sommerferien Lust hätte, für eine Weile mit ihm in seinem LKW über die Straßen zu fahren. Ich sagte ja und war mächtig stolz, dass er gerade mich fragte, ob ich ihn begleiten würde.

Zum ersten Mal fühlte ich bei ihm die Einsamkeit, die er Tag und Tag geduldig ertrug, als er mir bei dieser Frage in die Augen schaute. Der Ausdruck in ihnen war voller Hoffnung, dass ich ja sagen würde. Als ich es dann tat, strahlte er über das ganze Gesicht. Nie zuvor hatte ich solch einen glücklichen Ausdruck bei ihm wahrgenommen.

Als ich meine Mutter einmal darauf ansprach, lächelte sie.

»Das liegt daran, dass du ihm so ähnlich bist. Er liebt deine Brüder genau wie dich, nur auf eine andere Art. Zwischen euch beiden ist es etwas ganz Besonderes.«

So begleitete ich ihn in diesen Ferien. Tag für Tag saß ich neben ihm auf dem Beifahrersitz, wenn er Richtung Bremen fuhr. Das war seine übliche Tour. Einen Tag laden in Bremen, abends nach Hause. Am nächsten Tag alles in Braunschweig und Umgebung ausladen. Und am dritten Tag begann alles von vorn.

Manche mögen denken, das muss doch langweilig sein. Aber für mich war es das nicht. Für mich war es  ein Abenteuer.

Meine kleine Welt erweiterte sich von heute auf morgen gewaltig. Von dem eingegrenzten Bereich der paar Blocks rund um unsere Wohnung, die ich allein erkunden durfte, hin zu Autobahnen und riesigen Städten wie Bremen oder Braunschweig.

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Seitenaufrufe: 179 mal Aufgerufen Am 4. Juli 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Anthologie, Gedichte, Kurzgeschichten
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