Sommer in deinen Augen (Die Sehnsucht)

Sommer in deinen Augen (Die Sehnsucht)
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: www.sarabelin.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Vivian wünscht sich eine Auszeit von ihrer gescheiterten Beziehung und ihrer Arbeit als Bestsellerautorin. Sie hofft, zwei Wochen entspannte Ferien in einer Luxusvilla an einem einsamen Strand werden ihr wieder zu innerer Ruhe und Klarheit für ihr Leben verhelfen. Hals über Kopf verlässt sie New York und kehrt zurück an einen für sie magischen Ort, wo sie als kleines Mädchen unvergessliche Sommertage am Meer verbrachte. Als sie den attraktiven Byron kennenlernt, erlebt sie plötzlich eine noch unbekannte Leidenschaft und ein Verlangen, von dem sie bisher nur in ihren Romanen geschrieben hat. Einen verzauberten Augenblick lang vergisst Vivian alle Hindernisse, die einer richtigen Beziehung mit ihrem aufregenden Liebhaber im Wege stehen und gibt sich ihrer unvergesslichen Romanze völlig hin. Doch bald schon wird ihr klar, dass dieser Sommertraum nicht ewig dauern kann und sie eine schwere Entscheidung treffen muss ...
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Sara Belin

Sommer in deinen Augen (Die Sehnsucht)

copyright: Sara Belin

Vivien dreht sich nervös hin und her auf dem schwarzen Lederstuhl, den ihr ihre Agentin Charlotte mit einer Handgeste angeboten hat. Das große Panoramafenster vor ihr bietet ihr einen atemberaubenden Ausblick über den Central Park, doch ihre rot umrandeten Augen starren in die Leere. Mit ihrem langen, üppigem Haar und der schlanken Figur wirkt sie trotz ihren achtunddreißig Jahren fast mädchenhaft, besonders an diesem Morgen, wo sie außer Mascara kein Make-up trägt. Ihre makellose Porzellanhaut zeigt keine Spur von Falten und ihre blonde, gelockte Mähne ist dicht und glänzend, wie bei einer Sechszehnjährigen; dies entgeht auch Charlottes aufmerksamem Blick nicht. Angelehnt an die Fensterbank hinter ihr, mustert sie Vivien mit einem Blick, der Mitgefühl, Entsetzen, aber auch Bewunderung widerspiegelt. Wie schafft sie es bloß, so hinreißend jugendlich, frisch und knackig auszusehen?

Charlotte seufzt leise. Ihr kupferrot gefärbtes, kinnlanges Haar, ist sorgsam frisiert und ihr Make-up wie immer perfekt, doch mit fast vierundfünfzig Jahren kommt sie sich manchmal furchtbar alt vor, wenn sie sich mit ihrer Freundin und Klientin vergleicht.

„Schätzchen, bist du dir ganz sicher?“, fragt sie schließlich mit misstrauischer Stimme, als ob Vivien sich vorher nicht ganz klar ausgedrückt hätte.

„Charlotte, sicherer kann ich mir nicht sein! Ich habe Terry selbst mit heruntergezogener Hose erwischt, als er sich vor seinem Schreibtisch zwischen die Schenkel dieser kleinen Schlampe gedrängt hat“, presst Vivien verächtlich die Worte heraus. Sie verzieht ihre schönen, weich geschwungenen Lippen und zwischen ihren Augenbrauen zeichnet sich eine Sorgenfalte ab, die irgendwie nicht zu ihrem bildhübschen Gesicht mit den klaren blauen Augen und der hohen Stirn passt. „Außerdem hat er mir danach alles gestanden. Er vögelt sie seit Wochen.“

„Oh man, das tut mir so leid!“, streckt Charlotte ihre Arme aus und tritt näher, um Vivien in eine mütterliche Umarmung zu schließen. „Ich dachte, Terry ist anders als die meisten Männer, welche sich bei den ersten Anzeichen einer Midlife-Crisis gleich eine blutjunge Geliebte anschaffen“, seufzt sie erneut, als sie Vivien an sich drückt.

Vivien lässt sich wortlos von ihr umarmen und hält die Tränen nicht länger zurück. Ihre Freundin streichelt tröstend über ihr langes blondes Haar, fast genau so, wie ihre verstorbene Mutter es tun würde. In diesem beschissenen Augenblick sehnt sich Vivien besonders nach mütterlicher Zuneigung und ist froh, dass Charlotte Brown viel mehr als bloß ihre Agentin ist.

„Das dachte ich auch“, murmelt Vivien und spürt, wie ihre mit Wimperntusche vermischten Tränen auf Charlottes teure Seidenbluse tropfen. Schnell hebt sie ihren Kopf und löst sich aus der Umarmung. „Jetzt habe ich dir die Bluse versaut“, schaut sie besorgt auf den schwarzen Fleck auf der lachsfarbenen Bluse.

„Macht nichts, die ist mir sowieso zu eng, sie platzt gleich. Ich habe schon wieder zugenommen“, deutet Charlotte auf ihr üppiges Dekollete, das tatsächlich die Knopfleiste gefährlich überspannt. „Ich verwandle mich langsam in eine Matrone“, fügt sie mürrisch hinzu und reicht Vivien ein Päckchen Taschentücher. Vivien putzt sich erstmal ordentlich die Nase und wischt sich vor dem riesigen Wandspiegel die restlichen Spuren der Wimperntusche vom Gesicht.

„Du bist ein Phänomen! Auch wenn du völlig verheult und aufgelöst bist, siehst du immer noch unverschämt gut aus!“ Charlotte lächelt sie aufmunternd an. Vivien blickt in ihr eigenes Gesicht mit den angeschwollenen Augen und den zusammengepressten Lippen und schüttelt mit dem Kopf. Ja, sie sieht gut aus. Auch ihre Figur in der engen Jeans und dem körperbetonten Oberteil ist schlank und straff. Aber das hilft ihr nicht länger.

„Charlotte, offensichtlich sehe ich nicht gut genug aus, sonst würde Terry mich nicht betrügen. Er findet mich nicht mehr anziehend. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt!“ Bei diesem Gedanken überfällt sie ein ordentlicher Anfall von Selbstmitleid und ihre schönen Augen füllen sich wieder mit Tränen.

„Nicht doch, das ist völliger Quatsch! Bloß weil diese Tussi Terrys Tochter sein könnte, bist du doch nicht zu alt! Du bist erst Mitte dreißig und siehst dazu etliche Jahre jünger aus, wenn du nicht gerade Liebeskummer hast“, protestiert Charlotte. „Und vergiss nicht, dass Terry einundfünfzig ist! Er kann froh sein, dass er dich abgekriegt hat! Eine schöne, sexy und intelligente Bestsellerautorin, die dazu auch noch reich und berühmt ist! Schätzchen, du spielst in der ersten Liga und gehörst spätestens seit deinem letzten Buch zu den zwanzig erfolgreichsten Liebesromanautorinnen weltweit! Terrys Krimis stehen zwar auch in den Top 100 der Bestsellerlisten, doch er kann sich trotzdem nicht länger mit dir messen. Und dazu kriegt er einen ordentlichen Bierbauch und sein Haar wird immer schütterer.“ Diese genussvoll bissige Bemerkung am Ende kann sie sich nicht verkneifen.

„Dass er jetzt eine Affäre mit seiner einfältigen Assistentin hat, beweist nur, dass er dich nicht verdient hat. Er ist zwar auch mein Klient, doch du bist meine gute Freundin und deswegen werde ich immer zu dir halten. Für mich ist jeder Mann, der seine Freundin oder Ehefrau betrügt, einfach ein Schwein und rein privat werde ich ihn ab sofort ignorieren.“

„Was ziemlich unprofessionell wäre“, erwidert Vivien trocken. „Du darfst nicht sauer auf Terry sein. Das ist eine Sache zwischen ihm und mir und darf eure geschäftliche Beziehung keinesfalls beeinflussen.“

„Ja, du hast recht, ich werde mich zusammen reißen und mich professionell verhalten“, nickt Charlotte zustimmend, doch immer noch etwas widerwillig. Ihre warmen braunen Augen ruhen sanft auf Viviens Gesicht. „Ich verspreche dir, ich werde dem Kerl nicht in den Allerwertesten treten, wenn er morgen hier in meinem Büro erscheint, ich werde mit ihm ausschließlich über sein neues Buch reden.“

Vivien schaut sie dankbar an und setzt sich wieder hin. Charlottes Sekretärin erscheint mit zwei verführerisch dampfenden Tassen Kaffee in der Hand und reicht sie an die beiden Frauen. Erst als sie das Zimmer verlässt, meldet sich Charlotte vorsichtig: „Was hast du denn jetzt vor? Wirst du Terry verlassen?“

Vivien holt tief Atem und schließt kurz ihre Augen. Der aromatische Duft des Kaffees hat eine beruhigende Wirkung auf sie und nachdem sie Charlotte von Terrys Untreue erzählt hat, fühlt sie sich wieder gefasst und selbstsicher. Sogar irgendwie erleichtert, was sie ziemlich verwirrt. Natürlich ist sie verletzt und auch gedemütigt, weil ihr Lebenspartner sie mit einer Frau betrügt, die fünfzehn Jahre jünger ist und einen zwei Körbchengrößen üppigeren Ausschnitt besitzt. Das kratzt ganz schön stark an ihrem Ego. Und nach elf gemeinsamen Jahren tut es doch immer weh, wenn man vor dem Ende der Beziehung steht und sich gestehen muss, dass die einstige Liebe und Zuneigung scheinbar längst verblasst und verwelkt ist. ….

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Seitenaufrufe: 133 mal Aufgerufen Am 17. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Hamptons, Leidenschaft, Liebhaber, Montauk, Romanze, Schauspieler, Sommer
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