So nah, so fern

So nah, so fern
Preis: 4,99 €
Autor:
Genre: Belletristik
Webseite: www.alina-stoica.com
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als E-Book
Die Liebe einer Mutter, die zu Tränen rührt: „So nah, so fern“ von Alina Stoica jetzt als eBook bei dotbooks. Kann die Liebe den Tod überdauern? Ihr vierjähriger Sohn Tomás ist ihr großes Glück und der Mittelpunkt im Leben der alleinerziehenden Mutter Alessandra. Als er bei einem Autounfall ums Leben kommt, bricht für die junge Frau eine Welt zusammen. Gefangen im Schmerz weiß sie nicht, wie sie ohne ihren Sohn weiterleben soll – bis ihr Tomás in ihren Träumen erscheint. Er verspricht, zu ihr zurückzukehren, wenn Alessandra sich dem Leben stellt und innerhalb von zwei Jahren drei Aufgaben erfüllt. Doch kann Alessandra ihre Trauer wirklich durch Hoffnung besiegen?
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Leseprobe

„Sie schreckte plötzlich hoch und im ersten Moment wusste sie nicht, was es war, das sie aus dem Schlaf gerissen hatte. Müde rieb sie sich die Augen und fragte sich, wie spät es wohl sein mochte.

Um sie herum war es dunkel und nur einige blasse Mondstrahlen fielen durchs Fenster und tauchten das Zimmer in einen silbrig schimmernden Schein. Und dann hörte sie es wieder. Ein leises Geräusch drang zu ihr, es kam irgendwo aus dem Flur. Sie setzte sich im Bett auf und tastete nach der Nachttischlampe. Doch dann hielt sie mitten in der Bewegung inne. Unter der Türschwelle konnte sie Licht erkennen. Plötzlich war ihr, als sei ein Schatten vorbeigeglitten. Sie bildete sich ein, kleine tapsende Schritte zu hören, die über den Korridor huschten. Ihr Herz begann unkontrolliert zu rasen.

Mit einem Satz sprang sie aus dem Bett und eilte zur Tür. Sie spähte hinaus in den Flur, doch es war niemand zu sehen. Dann bemerkte sie, dass das Wohnzimmer erleuchtet war. Sie bemühte sich, keine Geräusche zu machen, während sie sich langsam auf den Lichtstrahl, der durch die angelehnte Tür fiel, zubewegte. Sie wollte Fernanda nicht wecken, denn ihr Instinkt sagte ihr, dass nicht sie es war, die zu dieser späten Stunde durchs Haus geisterte. Als sie das Wohnzimmer erreicht hatte, hielt sie kurz inne und atmete tief durch. Zögernd griff sie nach der Klinke und öffnete die Tür. Einen Augenblick lang stand sie wie erstarrt auf der Schwelle. Sie presste eine Hand vor den Mund, um ihren Freudenschrei zu unterdrücken, und stürzte in den hell erleuchteten Raum. Dort, auf der Wohnzimmercouch, saß Tomás und blickte sie unbekümmert mit strahlenden Augen an.

»Hallo, Mami!«, rief er fröhlich und ein breites Lächeln erhellte sein Gesicht.

Alessandra stand da, wie vom Donner gerührt, und zitterte am ganzen Körper. Sie konnte selbst nicht sagen, ob es Freude oder Aufregung war. Zögernd ging sie einen Schritt auf den Kleinen zu

und starrte ihn ungläubig an.

»Mein Schatz, bist du es wirklich? Ich … das gibt es doch nicht … aber du bist doch … wie ist das möglich?«

Ihre Stimme versagte und ihre Knie drohten jeden Augenblick nachzugeben. Sie wollte am liebsten auf ihren Sohn zustürmen, ihn in ihre Arme schließen, aber etwas hielt sie davon ab. Er war da und irgendwie auch wieder nicht. Sie konnte ihn deutlich sehen und doch schien sein Körper aus Licht zu bestehen, aus unzähligen durchsichtigen Strahlen. Ein eigenartiges bläuliches Leuchten umhüllte ihn. Er war von einer goldenen Aura umgeben und Alessandra hatte das Gefühl, dass wenn sie die Hand ausstreckte, sie durch ihn hindurchgreifen würde.

»Hab keine Angst, Mami, mir geht es gut«, sagte er sanft, als hätte er ihre Ängste gespürt. »Ich bin jetzt ein Engel aus strahlendem Licht, wie die Sterne, die du mir am Nachthimmel gezeigt hast, weißt du noch?«

Sie nickte und kämpfte mit den Tränen. Vor ihrem inneren Auge tauchten erneut die Bilder von der Nacht auf, in der Tomás ihr die Frage gestellt hatte: »Mami, wo gehe ich hin, wenn ich einmal sterbe?« Mein Gott, das ist gerade mal anderthalb Wochen her, schoss es ihr durch den Kopf. Und nun saß sie da und redete mit einem Wesen, das nicht von dieser Welt zu sein schien und doch gleichzeitig ihr kleiner Sohn war. Das alles kam ihr vor wie ein böser Traum.

»Ich war im Himmel, Mami, wirklich! Dort ist es so, wie du gesagt hast, und noch viel schöner sogar!«, verkündete er stolz. »Alle haben sich lieb! Niemand tut etwas Schlechtes! Dort habe ich Tante Janas Mama getroffen. Weißt du, sie hat mich gebeten, Tante Jana zu sagen, dass es ihr gut geht und sie sie sehr, sehr lieb hat!«

Ein kalter Schauer jagte Alessandras Rücken hinab. Gänsehaut

überzog ihren ganzen Körper wie eine allmählich gefrierende Eisschicht.

»Mir gefällt es im Himmel, Mami! Ich bin gerne dort!«, fuhr Tomás mit seiner Erzählung fort. »Aber ich war trotzdem immer traurig, weil ich dich so vermisst habe. Es wäre viel schöner, wenn du dort bei mir sein könntest. Deshalb hat der liebe Gott einen Engel zu mir geschickt. Er hat gefragt, warum ich so traurig bin. Und ich habe gesagt, dass du mir fehlst. Der Engel meinte, du kannst noch nicht zu mir kommen, dafür ist es zu früh. Aber er sagte, Gott sei bereit, uns eine Chance zu geben, wieder zusammen zu sein. Weil wir uns so sehr lieben und brauchen.«

Er machte eine kurze Pause und sah Alessandra, die ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, bedrückt an.

»Sei doch nicht traurig, Mami, es wird ja alles wieder gut! Ich muss drei Aufgaben erfüllen, hat der liebe Gott mir gesagt. Also, der Engel hat es ausgerichtet, meine ich. Ich habe zwei Jahre Zeit, und du kannst mir dabei helfen. Wenn ich es schaffe, dann darf ich wieder zu dir zurück!«

»Oh, mein Schatz, es gibt nichts, was ich mir mehr wünschen würde!« Sie schluchzte. »Glaub mir, ich bin bereit, wirklich alles dafür zu tun. Du musst mir nur sagen, was es ist. Was soll ich machen, damit du wieder bei mir sein kannst?«

»Das darf ich dir leider nicht verraten, Mami (…)“

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Seitenaufrufe: 22 mal Aufgerufen Am 26. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: dotbooks, Glaube, Gott, Hoffnung, Liebe, Mutterliebe, Schicksal, Tod, Trauer, Wiedergeburt
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