So fern und doch ganz nah

So fern und doch ganz nah
Preis: 16,80 €
Autor:
Genre: Sachbuch
Webseite: https://www.facebook.com/pages/So-fern-und-doch-ganz-nah
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783944648057
Gibt es einen Trost, wenn man gleich zwei geliebte Menschen auf einmal verliert? Bei einem Autounfall verstarben Claudia Frommes Mann und ihre gemeinsame 13-jährige Tochter. Ihr damals 10-jähriger Sohn und sie selbst überlebten den Unfall mit zum Teil schwersten Verletzungen. Begleiten Sie Claudia auf ihrem Weg in ein neues, anderes Leben - und lassen sie sich berühren von besonderen Erlebnissen, die ihrem Leben - bei aller Trauer und allem Schmerz - wieder lebbare, ja, sogar wieder glückliche Momente schenkten. Tauchen Sie ein in eine Geschichte, die von Wandlung, Dankbarkeit, tiefen Gefühlen und ewiger Liebe erzählt.
Jetzt das Buch bei Weltbild.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Thalia.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Die Tage im Krankenhaus vergingen. Meine und Michaels Eltern und die Brüder fuhren nach Hause, und der letzte Tag des Jahres war da. In der Vergangenheit hatte Silvester in mir immer sentimentale Gefühle ausgelöst.Wenn wir fröhlich das neue Jahr im Kreise guter Freunde begrüßten, spürte ich auch stets Wehmut, weil die vergangenen Tage nie wiederkommen würden.

Ich malte mir aus, was wir machen würden, wenn der Unfall nicht gewesen wäre. Wir wären in der kleinen Holzhütte im Garten unserer Ferienpension und würden den offenen Kamin einheizen, damit wir abends in gemütlicher Runde – wie die vergangenen vier Jahre zuvor -,

gemeinsam ins neue Jahr rutschen könnten. Wir hatten einmal Himmelslaternen gezündet und ich stellte mir bildlich vor, wie ich meinen beiden Engeln damit einen Gruß von der Erde sendete.

Wir schauten wie so oft im Fernsehen „Dinner for one“ … „The same procedure as last year” … Nein. Alles war jetzt anders, und das machte mir zu schaffen.

„Mama“, sagte Felix, „falls du um Mitternacht wach wirst, kannst du mich dann wecken? Ich kann dann den Vorhang öffnen und wir schauen uns gemeinsam das Feuerwerk über Innsbruck an. Wir haben bestimmt eine tolle Aussicht von hier oben!“ Ich nickte traurig und wünschte meinem Sohn eine gute Nacht. Ich selber lag noch eine ganze Weile wach. Zum einen hielten mich die Schmerzen vom Schlaf ab – und auch die Trauer übermannte mich mal wieder mit ihrer ganzen Macht und diesem unbeschreiblichen Schmerz.

Irgendwann fiel ich doch in einen unruhigen Schlaf. Wie in jeder Nacht wachte ich auch in dieser Nacht auf. Ich klingelte sonst immer sofort nach der Schwester, damit sie mir ein weiteres Schmerzmittel verabreichen konnte.Aber das, was dann geschah, ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Zum allerersten Mal in dieser Zeit spürte ich keine körperlichen Schmerzen. Hinter den zugezogenen Vorhängen sah ich das Feuerwerk und Felix schlief ganz entspannt neben mir. Ich hangelte nach meiner Uhr und sah, dass wir kurz nach zwölf hatten. Das neue Jahr war da. Ich atmete tief durch und hatte irgendwie ein gutes Gefühl in mir. Ja, das Jahr konnte nur besser werden … Was sollte mir jetzt noch passieren? Was konnte schlimmer sein als das, was ich jetzt gerade erlebte?

Ich wollte gerade mein Versprechen einlösen und Felix wecken, als mich etwas davon abhielt.

Ich spürte plötzlich eine unglaublich starke Wärme in meiner Brust, die sich rasant durch meinen ganzen Körper ausbreitete. Es war keine dieser Hitzewellen, bei der man am liebsten die Decke aus dem Bett werfen möchte, es war vielmehr ein so wohliges Gefühl, das mich komplett umhüllte. Es fühlte sich ein bisschen so an, als würde ich in warmem Sand liegen, der sich überall an meinen Körper schmiegte.

In diesem Moment fühlte ich eine so starke Liebe in mir, wie ich sie vorher noch nie gespürt habe. Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper leuchtete. Ich konnte es nicht wirklich mit meinen Augen sehen, aber ich spürte um mich herum einen gelbgoldenen Lichtschein. Das ganze Krankenzimmer war erfüllt von Liebe und einem unglaublichen Frieden. Zum ersten Mal war mir der Ausdruck „Ich spüre Frieden in mir“ mehr als nur dahingesagte Worte.Ich war Liebe, ich war Frieden. Eine ungeheure Glückseligkeit erfasste mich.

Und da wusste ich plötzlich, es hat mit meinen beiden Engeln zu tun. Mir war klar, dass es ihnen gut geht und ich die zwei loslassen kann. Ich spürte eine unheimliche Kraft in mir, und täglich denke ich an diese Nacht zurück. Lange habe ich nach Worten für dieses Gefühl gesucht. Heute weiß ich, dass ich in diesen Minuten Gottes Liebe erfahren durfte.

In jener Nacht ist etwas in mir erwacht. Ich wusste, dass ich dieses Leben leben wollte. Dass alles gut ist, so wie es ist. Ich wollte wieder glücklich werden und wusste, dass ich es schaffen würde. Dieses Vertrauen in mein Leben resultiert aus dem Vertrauen in Gott, denn ich habe die göttliche Liebe am eigenen Leib erfahren dürfen. Diese Dankbarkeit und dieses Wissen lässt mich anders leben.Ich bin ein Stück zu Gott zurückgekehrt, und dieser Weg war wichtig und gut für mich. So kann ich auch für meinen Sohn die Mutter sein, die ihn wachsen lässt, – und dafür sorgen, dass er starke Flügel und starke Wurzeln bekommt.

Starke Flügel, damit er weit fliegen kann, und kräftige Wurzeln, die ihm Halt geben, egal wie stark die Lebensstürme auch sein mögen.

Mit dieser unglaublichen Erfahrung gelang mir das Loslassen von Michael und Annika. Ich spürte und wusste, dass sie in dieser Liebe sind und uns nichts trennen kann.

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 50 mal Aufgerufen Am 18. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: geistige Welt, Hoffnung, Liebe, Mut, Nachtoderlebniss, Spiritualität, Tod, Trauer, Trost, Zeichen
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.