Skyler – Verloren

Skyler – Verloren
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: http://jenny-schneider.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781518833458
Skyler Coleman will endlich raus aus dem Ghetto. Ständig gerät er mit seinem Stiefvater aneinander und als seine Mutter ihn kurzerhand rauswirft, wird Skyler obdachlos und rutscht immer tiefer in den kriminellen Untergrund ab. Sozialarbeiterin Rachel scheint die Einzige zu sein, die das Potential des jungen Mannes erkennt und setzt sich für ihn ein. Skyler erhält schließlich die einmalige Chance, sein Leben zu verändern, doch dann geschieht etwas Unvorstellbares und er rückt ins Visier der Fahndung …
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Leseprobe

Ich rannte los. Mein Atem überschlug sich mit jedem Schritt. Endlich, ich sah die Mauer vor mir.

»Lauf!«, hörte ich Tyson schreien. Er erreichte die brüchige Wand aus Stein zuerst, dicht gefolgt von Myles. Ich bildete das Schlusslicht. Als ich das Mauerwerk mit einem gekonnten Sprung erfasste, lief Tyson bereits in Richtung Dach. Auch Myles hatte sich gerade an dem Hindernis hinaufgezogen, da nahm ich die aufheulenden Sirenen wahr.

»Hey!«, schrie mir der rundliche Mann in dem grauen Anzug nach. Fuck! Ich presste meine Hände krampfhaft an der Steinwand fest und zog mich schließlich hoch. Der Anzugträger rannte mir hinter-her, was ich im Blickwinkel sah. Hinter ihm befand sich die ältere Frau mit ihrem Schickimicki-Kostüm. Sie war entsetzt.

»Halten Sie sie!«, forderte sie den Bankangestellten auf. Ihr kleiner Handtaschenhund kläffte aufgeregt.

Die Sonne stand tief, sie blendete mich, während ich auf der Mauer einen Fuß vor den anderen setzte. »Beeil dich!«, riefen mir die Jungs vom Dach aus zu. Das tat ich, aber es fiel mir schwer. Mit meiner pochenden Hand hielt ich den Rucksack krampfhaft fest, der mir beinahe von der Schulter rutschte. Der Schmerz durchflutete meinen gesamten Körper, schwächte mich. Die Verletzung verlangsamte meine Bewegungen – und das ausgerechnet in dieser Situation.

»Zieht mich hoch!«, befahl ich den beiden, die keine Sekunde zögerten.

»Alles okay?«, wollte Tyson wissen. Ich machte nur eine zustimmende Kopfbewegung, obwohl rein gar nichts in Ordnung war. Er sah mich besorgt an. Plötzlich hörten wir die immer lauter werdenden Sirenen, was seine Aufmerksamkeit schwinden ließ. Offenbar waren sie bald hier. »Jeder für sich«, gab Tyson an, ehe er geradeaus über das Gebäude eilte und in die Tiefe sprang. Myles nickte mir zu, bevor er links über das Dach entkam. Mir blieb nur noch der rechte Weg und den wollte ich auch um jeden Preis nehmen. Ich hörte die quietschenden Reifen auf dem Asphalt. Die Polizei, sie war hier. Ich nahm meine letzten Kräfte zusammen und rannte erneut los. Mein Ziel war es, davonzukommen. »Sie sind da hochgelaufen! Wie Affen!«, schrie die Hundebesitzerin den Beamten fassungslos zu.

»Stehenbleiben!«, forderten mich die Polizisten fast im Chor dazu auf. Doch daran dachte ich nicht. Es war höchste Zeit, endlich außer Sichtweite zu gelangen.

Ich stürmte nach rechts, bis ich das Ende des Daches erreichte. Nur ein einziger Spalt trennte mich vom zweiten Gebäudekomplex. Ein einziger Sprung über diesen lächerlich kleinen Zwischenraum. Ich fixierte das weitere Flachdach, drückte den Rucksack fester an mich und setzte zum Sprung an. Ich landete perfekt auf der anderen Seite. Mit jedem Schritt, den ich wegrannte, verstummten die verzweifelten Rufe, mich endlich zum Stehen zu bringen. Doch diesen Gefallen tat ich ihnen nicht. Ich rannte so lange, bis ich ans Gebäudeende gelangte. Es ging nicht weiter. Keine Mauer, bloß der tiefe Abgrund. Keine gute Idee. Ich lief nach links, sah hinunter und erkannte einen kleinen Hof, darüber zahlreiche Balkone. Perfekt. Ich kletterte über die Brüstung und hüpfte auf den Balkon, der gleich unter mir lag. Bis auf ein paar Gartenmöbel war er leer. Obwohl ich außer Reich-weite war, fühlte ich mich keineswegs sicher. Hektisch schob ich zwei Stühle beiseite und stieg eine weitere Veranda nach unten. Von dort aus sah ich den Innenhof bereits. Ein letztes Mal steckte ich meine gesamte Kraft in meine Beine und sprang vom Balkon. Ich ging in die Hocke, um den Sprung abzufedern. Dabei rutschte mir der Rucksack von der Schulter und prallte auf den Asphalt. Ich hatte es geschafft.

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Seitenaufrufe: 296 mal Aufgerufen Am 27. Februar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Gewalt, Ghetto, Jugend, Kriminalität
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