Sigon und der Kristall des Königs

Sigon und der Kristall des Königs
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Webseite: www.drachesigon.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783943380309
Caifu, ein böser goldener Drache, verschafft sich mit Hilfe eines magischen Tores Zugang zu Aureons Thronsaal und stiehlt die Kristallkugel des Drachenkönigs. Aureon folgt dem Dieb, wird aber überlistet und gefangen genommen. Caifu ruft sich zum König aller Drachen aus. Um seine Macht über die Drachen zu festigen und die Menschen einzuschüchtern, plant Caifu zusammen mit seinem Gefolge einen Angriff auf das Dorf Yu-on. Wird es Sigon, Emerald und Mei-Linn gelingen, Aureon zu befreien und Yu-on zu retten?
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Aureon, der goldene König der Drachen, lag auf seinem funkelnden Schatz und schlief. Mehr als tausend Jahre war er jetzt schon der König der Drachen. Die langen Jahre der Wache und des Kampfes gegen die bösen Drachen hatten ihn müde gemacht und so war er dieses Mal in einen viel tieferen Schlaf gefallen als sonst. Plötzlich schreckte Aureon hoch. Da war ein Geräusch gewesen, er war sich ganz sicher. Außer ihm befand sich niemand in seinem Thronsaal, der „Goldenen Halle“. Nur einige grüne Drachen wechselten sich mit der Bewachung des Palastes ab. In der Regel blieben sie vor den Toren und betraten den Palast und die Halle nur auf seinen Befehl hin.

Da, er hatte es wieder gehört. Es klang nicht nach Schritten sondern eher wie ein leises Kratzen auf Stein. Was ging hier vor? Der alte Drache erhob sich von seiner funkelnden Lagerstätte und bewegte sich langsam und vorsichtig auf die Stelle zu, von der das seltsame Geräusch zu kommen schien. Aber da war niemand. Kein anderer Drache, kein Tier oder Mensch hielt sich neben ihm im Thronsaal auf. Aureon blickte sich suchend um, dann stutzte er. In der Wand am hinteren Ende des Saales, die nicht von Schnitzereien oder anderen Kostbarkeiten bedeckt war, befand sich ein Riss, den er vorher noch nie bemerkt hatte. In der Nähe des Risses stand ein Tisch und auf ihm sollte seine Kristallkugel stehen.

Der goldene Drache blickte zu dem Tisch, auf dem die Kugel stehen sollte. Doch der Tisch war leer. Seine Kristallkugel war verschwunden. Aureon war stinksauer. Sein wütendes Brüllen hallte von den Wänden der riesigen Halle wider. Wer hatte es gewagt heimlich in sein Reich, ja sogar bis direkt in den Thronsaal, einzudringen und seinen wertvollsten Schatz zu stehlen?

Aureon war im Grunde ein sanfter und weiser Drache. Aber diesen feigen Dieb würde er nicht davonkommen lassen. Nur, wo war der Dieb? Durch den Riss konnte er nicht gekommen sein, denn er war viel zu schmal für einen Drachen. Der König kniff die Augen zusammen. Der Riss schien kleiner zu werden. Handelte es sich etwa um eine Geheimtür, die er, der König der Drachen und Eigentümer dieser Hallen, nicht kannte? Oder war es ein Tor in eine andere Welt, das sich gerade langsam wieder schloss?

Aureon dachte nicht länger darüber nach und steckte die Krallen seiner rechten vorderen Klaue in den Riss, um zu verhindern, dass er sich weiter verschloss. Er war sehr überrascht, als er bemerkte, dass die Wand sich nicht wie der feste Stein anfühlte, aus dem sie eigentlich bestand. Sie war weich wie Butter und der Riss ließ sich mühelos verbreitern. Aureon zögerte kurz, dann sprang er hindurch auf die andere Seite. Für einen Moment fragte er sich, was ihn wohl dort erwarten würde.

Direkt nachdem Aureon durch die Öffnung in der Wand getreten war, begann sich der Riss wieder zu schließen. Schon zwei Minuten später war von der Öffnung nichts mehr zu sehen und die Wand bestand wieder aus festem Stein. Stille breitete sich in der großen Halle aus.

Emerald, der oberste Wächter des goldenen Königs, langweilte sich. Seit er zusammen mit Sigon und seinen anderen Freunden, den grünen und den weißen Drachen, die Stadt Shi-ang vor den bösen Drachen gerettet hatten, war alles ruhig geblieben. Die überlebenden roten und schwarzen Drachen verhielten sich so, wie Aureon es von ihnen verlangte. Er hatte sie schwören lassen, dass sie von nun an friedlich neben den Menschen leben würden. Sie durften Bergziegen, Kaninchen, Rehe und anderes Wild jagen. Aber das Vieh der Menschen und natürlich auch die Menschen selbst und ihre Dörfer, hatten sie gefälligst in Ruhe zu lassen. Deshalb war die Bewachung des Königspalastes, die Emerald und die anderen grünen Drachen schon vor vielen Hundert Jahren übernommen hatten, zurzeit keine allzu schwere Arbeit. Er stellte diese Aufgabe, die ihm der König persönlich übertragen hatte, aber nicht in Frage. Der König würde ihn schon wissen lassen, wenn die Dienste der grünen Drachen nicht mehr benötigte.

Manchmal dachte Emerald etwas wehmütig an die große Schlacht um Shi-ang zurück. Er hatte den Kampf genossen, auch wenn er ihn damals fast das Leben gekostet hatte. Nur das Eingreifen Aureons hatte ihn und seine Freunde sowie die Stadt und ihre Bewohner retten können. Mit verträumtem Blick sah der grüne Drache zu den Wolken auf. Was Mei-Linn, die damals auf ihm geritten war, wohl gerade trieb? Eines Tages würde er nach Yu-on, wo das Mädchen lebte, fliegen und Mei-Linn besuchen. Das hatte er ihr fest versprochen.

Auf einmal hörte er, wie ein anderer Drache laut brüllte. Das musste Aureon sein. Was war nur vorgefallen? Emerald sah sich um. Es hielten sich immer mindestens zwei Wächter vor den Toren des Palastes auf. Der zweite grüne Drache hockte direkt neben dem Tor und hatte ebenfalls erstaunt den Kopf gehoben, als das Gebrüll aus dem Palastinneren zu ihnen heraus drang. Emerald nickte dem zweiten Wächterdrachen zu und machte sich auf den Weg in die „Goldene Halle“.

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Seitenaufrufe: 16 mal Aufgerufen Am 26. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Drachen, Fantasy, Kinderbuch, Sigon
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