Sigon und das Seeungeheuer

Sigon und das Seeungeheuer
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Webseite: www.drachesigon.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783943380491
Yuri, ein Junge aus Shi-ang, findet in den Palastgärten das Drachenei, mit dessen Hilfe Chiara von Kurumi in die Eisstadt geholt wurde. Anstatt die Wachen zu benachrichtigen, nimmt Yuri das Ei mit nach Hause. Nach einigen Tagen schlüpft ein kleiner Drache aus dem Ei: Frido, ein Meeresdrache, der ohne Fisch und Meerwasser zu verhungern droht. Yuri macht sich auf den Weg zu Sigon und Alba, um Frido zu retten. Sie alle ahnen nicht, dass Shi-ang erneut von bösen Drachen beobachtet wird.
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Yuri liebte es, Frido bei seinen täglichen Flugübungen zu beobachten. Und doch ließ ihn ein Gedanke nicht los. Er hatte noch mit niemandem darüber gesprochen, aber vielleicht sollte er es lieber tun. Heute war ein günstiger Zeitpunkt dafür, denn Do-Lin hatte seinen Besuch angekündigt. Auch er hatte den Drachen schon ein paar Mal besucht und war ganz vernarrt in den Kleinen. Doch der Weg in die Gärten war weit für einen alten Mann wie ihn. Deshalb kam Do-Lin nur einmal pro Woche zu Besuch. Yuri sah, wie der alte Mann langsam und auf einen stabilen Gehstock gestützt auf ihn zukam. Sie begrüßten sich und setzten sich dann auf eine kleine Bank, die der Fürst neben das Bootshaus hatte stellen lassen. Frido drehte begeistert seine Runden über der großen Bucht.

»Bald wird Fridos Existenz kein Geheimnis mehr sein«, brummte Do-Lin.

»Warum? Hat ihn jemand gesehen?«

»Gesehen? Eine Menge Leute sehen Frido jeden Tag. Es ist ein Wunder, dass nicht schon längst die ganze Stadt Bescheid weiß. Die Gärtner und Wachen erzählen so manches, wenn sie sich wichtigmachen wollen oder betrunken in der Kneipe sitzen. Und auch andere Leute haben Augen im Kopf.«

»Wen meinst du damit, Do-Lin?«, wollte Yuri wissen.

Do-Lin wies mit dem Kopf zum anderen Ende der Bucht. Es gab nur eine schmale Öffnung zum offenen Meer, aber Yuri konnte in größerer Entfernung einige Fischerboote ausmachen.

»Frido ist gewachsen, Yuri, und er wächst weiter. Schon jetzt höre ich in der Stadt Gerüchte über einen großen, exotischen, blaugrün schimmernden Vogel, der sich in den Palastgärten aufhält. Irgendwann wird es sich nicht mehr verbergen lassen, dass Frido kein Vogel, sondern ein Drache ist.«

»Aber ist das denn wirklich so schlimm?«

»Nein, natürlich nicht. Aber es wäre besser, wenn der Fürst Frido offiziell den Bewohnern von Shi-ang vorstellt, bevor die Gerüchteküche überkocht. Ich werde mal mit ihm darüber reden.«

Für einige Minuten herrschte Schweigen und Do-Lin zog an seiner Pfeife.

»Irgendetwas macht dir zu schaffen, Yuri«, sagte der Alte schließlich.

Yuri nickte.

»Frido ist glücklich hier«, sagte er dann, »aber du hast doch gesagt, dass Frido ein Meeresdrache ist, oder?«

»Ja, das habe ich. Und da bin ich mir auch ganz sicher.«

»Aber warum setzt er dann keine Kralle ins Wasser geschweige denn, dass er taucht und sich seine Fische selber fängt?«

Do-Lin lächelte schelmisch. »Weißt du, Yuri, ich muss jetzt ein wenig spekulieren. Aber Frido wächst ohne Dracheneltern auf, die ihm alles zeigen können, was er wissen muss, um ein guter Meeresdrache zu werden. Du bist so etwas wie Ersatzvater und -mutter für ihn. Wenn er von selber nicht schwimmen und tauchen gehen will, musst du es ihm zeigen.«

»Ich soll Frido zeigen, wie man schwimmt?«

»Warum nicht. Du könntest ja erst einmal damit anfangen, dass du deinen Kopf kurz ins Wasser tauchst. Vielleicht macht er es dir nach und findet die neue Welt, die er dann sehen wird, so interessant, dass er von alleine weitermacht.«

»Und wenn nicht?«

»Dann wirst du mit ihm schwimmen und tauchen müssen, bis er es gelernt hat.«

Yuri stöhnte. »Muss ich ihm auch zeigen, wie man Fische fängt?«, fragte er, obwohl er die Antwort ahnte.

Do-Lin schmunzelte. »Das könnte sein. Am besten fängst du gleich damit an.«

»Jetzt?«

»Wann sonst? Du möchtest doch, dass Frido sich alleine versorgen kann, oder etwa nicht, Yuri?«

»Doch«, sagte Yuri zögernd. Er wünschte es sich schon, auch wenn es bedeutete, dass Frido ihn nicht mehr so sehr brauchen würde, wie er es im Moment noch tat. Yuri fasste sich ein Herz und rief Frido zu sich. Der junge Drache konnte immer noch nicht sprechen. Das war neben dem Feuerspucken ein weiteres Rätsel, das gelöst werden musste. Aber aus dem Fiepen wurde manchmal schon ein beeindruckendes Fauchen. Frido war wirklich kein Baby mehr, auch wenn dieser Gedanke Yuri ein wenig traurig machte.

»Hallo Frido«, begrüßte Do-Lin den Drachen.

Dieser legte den Kopf schief und zwinkerte Do-Lin zu.

»Ich möchte dir heute etwas Neues zeigen, Frido«, sagte Yuri zu dem wartenden Drachen. »Bislang kennst du den Himmel und die Gärten, aber noch nicht die wunderschöne und interessante Unterwasserwelt.«

Frido blinzelte. Hatte Yuri etwas von Wasser gesagt? Frido betrachtete gerne sein Spiegelbild im Wasser, aber er hatte nur einmal ein Bein hineingetaucht und das hatte sich ganz komisch angefühlt. Das Wasser war viel kühler als die Luft und er konnte nicht gut hineinsehen. Yuri ging zum Strand hinunter und krempelte seine Hose hoch.

»Komm Frido!«, rief er, doch der Drache schaute ihn nur skeptisch an.

Yuri überwand sich und steckte seinen Kopf unter Wasser. Frido fragte sich, was Yuri da tat?

»Nun geh schon, Frido«, brummte Do-Lin. »Du bist ein Meeresdrache und Meeresdrachen gehören nun einmal ins Meer. Das liegt in ihrer Natur.«

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Seitenaufrufe: 17 mal Aufgerufen Am 26. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Drachen, Fantasy, Kinderbuch, Sigon
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