Sieh es mit meinen Augen – Eine Geschichte aus Sicht eines Pferdes

Sieh es mit meinen Augen – Eine Geschichte aus Sicht eines Pferdes
Preis: 9,90 €
Autor:
Genre: Kinder & Jugend
Webseite: http://marietheresegoldmann.wixsite.com/autorenwebsite
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783981797404
Die Welt von Sir Toffka, einem Haflinger, der in einem gewöhnlichen Schulreitstall aufgewachsen ist, wird mit einem Mal völlig auf den Kopf gestellt. Von einem Tag auf den anderen wird er in einen Pferdeanhänger gesperrt und findet sich am Ende der Fahrt an einem neuen unbekannten Ort wieder. Dort trifft er auf Katja, ein Mädchen, was ganz anders mit ihm umgeht, als je ein Mensch zuvor. Mit Einfühlungsvermögen und Geduld zeigt sie dem misstrauischen Haflinger, dass für einige Menschen Vertrauen mehr Wert ist, als Macht und Kontrolle.
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Leseprobe

Entspannt stand ich in meiner Box und fraß genüsslich das für mich vorbereitete Heu. Gerade hatte man mich und meine drei Freunde von der Weide geholt und nach drinnen gebracht. Da der Winter schon vor einer ganzen Weile Einzug gehalten hatte, war das Gras draußen unter dem Schnee kaum zu finden. Hier in meiner Box war es wärmer und es gab ausreichend Futter für mich.

»Danni, kannst du Toffel fertigmachen? Das Mädchen, dass ihn anschauen will, kommt in einer halben Stunde!«

Ich spitzte ein wenig die Ohren, als die Stimme von Frau Hartmann, wie sie von allen genannt wurde, meinen Namen rief. Ihre Stimme war immer sehr grell.

Einen Augenblick später hörte ich auch schon Schritte, die sich meiner Box näherten. Sie kamen mir bekannt vor. Als die Boxentür sich öffnete, erkannte ich ein vertrautes Gesicht. Frau Hartmann nannte sie immer Danni. Sie war schon oft auf mir geritten und war zumeist freundlich zu mir. Bei ihr gab es vor allem immer etwas zum Knabbern.

»Komm, du dicker Haflinger, es geht los!«, sagte sie und näherte sich mir mit einem Strick in der Hand. Sie befestigte ihn an meinem Halfter – welches mir nach dem Weidegang gar nicht abgenommen worden war – und machte Anstalten die Box mit mir zu verlassen.

Doch etwas machte mich misstrauisch. Ich konnte spüren, dass Danni irgendwie traurig und ängstlich war. Das passte nicht zu ihr. Sie war sonst immer so fröhlich und selbstbewusst.

Ihre eigenartige Stimmung übertrug sich beinahe sofort auf mein Gemüt. Als sie die Box nun verlassen wollte, weigerte ich mich strikt, mit ihr zu gehen. Ich blieb einfach stehen und hatte auch nicht vor, mich einen Millimeter zu rühren.

»Toffel! Ich bin heute nicht zu Späßen aufgelegt! Komm mit!« rief sie etwas lauter und um ihre Aussage zu unterstreichen, zog sie lange und kräftig am Führstrick. Schließlich gab ich diesem Druck nach und folgte ihr, wenn auch widerwillig.

Meine Box befand sich fast am Ende der Stallgasse und bis zur Reithalle mussten wir einmal von ganz hinten bis ganz nach vorn laufen. Da es schon später Nachmittag war, befanden sich viele Menschen im Stall. Ich mochte das nicht besonders, denn wenn so viele Personen auf einem Haufen waren, bedeutete das für uns Pferde meist Lärm und Hektik. Diese Leute unterhielten sich über Dinge, die ich nicht verstand, in einer Lautstärke, die für meine Ohren unangenehm war.

Nachdem wir die Stallgasse durchquert hatten, bogen wir zu dem Platz mit den vielen Pfosten ab, an welchem ich immer angebunden wurde.

Während Danni meinen Strick dort verknotete, trat ich von einem Huf auf den anderen. Sie hatte mich nun endgültig nervös gemacht. Irgendwas war heute anders, aber ich wusste einfach nicht was.

Völlig unerwartet bekam ich von ihr einen Klaps an den Bauch.

»Jetzt steh aber mal still, Toffel! Was ist denn heute nur los mit dir? Das nervt, echt!«

Wie gern hätte ich ihr zu verstehen gegeben, dass sie selbst es war, die für meine Unruhe sorgte.

Danni verschwand und kam einen Augenblick später mit der mir vertrauten, roten Box zurück. Sie stellte diese neben mir ab und öffnete sie. Neugierig schnupperte ich – meine liebe, gute Danni hatte doch sicherlich etwas Leckeres für mich darin aufbewahrt. Ich stupste das Mädchen leicht an, als sie mir den Rücken zudrehte und hoffte, sie wurde mir etwas Köstliches abgeben.

Es war das erste Mal an diesem Tag, dass Danni’s Angst und Trauer ein wenig von ihr verschwanden und sie lachte.

Bewertung: 4.9 von 5 (12 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 576 mal Aufgerufen Am 5. November 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Kinderbuch, Pferde, pferdeverrückt, Pony, reiten, Tierrechte, Toffka
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