Seelenfänger – Jäger und Gejagte

Seelenfänger – Jäger und Gejagte
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Historisch
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
1757: Als der Vater von William Wright durch einen Vampir den Tod findet, bricht die heile Welt des jungen Mannes zusammen. Er ist fortan für seine Schwester und deren vaterlosen Säugling verantwortlich und kämpft in den Straßen Londons um das Überleben seiner Familie. Als er den Kampf zu verlieren droht, erhält er unerwartet die Hilfe eines Vampirjägers und schließt sich dessen Gruppe an. Schon bald erwacht in William der Wunsch nach Vergeltung und er sehnt die Begegnung mit den Vampiren herbei. Diese ist jedoch gänzlich anders, als William sie sich vorgestellt hat. Schon bald droht dem jungen Mann sein Leben erneut zu entgleiten, denn nichts ist wie es scheint…
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Richard keuchte; seine Glieder wurden – auch jetzt wo er lag – schwer wie Blei und seine Gedanken wirbelten unruhig und vom Nebel der drohenden Bewusstlosigkeit ergriffen umher. Er hörte sein Herz schnell und kräftig schlagen, als es den Kampf mit dem Tod aufnahm.

Walther ging vor die Tür und sah die Wachen betroffen an.

»Mein bester Ritter ist Opfer eines Verbrechens geworden. Ein gemeiner Dieb erdolchte ihn vor meinen Augen! Gerade noch konnte ich ihn in die Flucht schlagen… Bringt ihn mir und schickt einen Priester.«

Die Wachen nickten nur und eilten davon. Natürlich ahnten sie was wirklich geschehen war, denn dem Burgpersonal war die Affäre mit der Frau des Ritters kaum verborgen geblieben. Walther hatte sie öffentlich leben können, denn Richard war nicht da gewesen um sie bemerken zu können. Doch niemand würde wagen die Wahrheit auszusprechen. Wozu auch? Damit brachte man nicht nur sich, sondern auch seine Familie in Schwierigkeiten. Recht würde man doch nicht bekommen, denn das Wort des Fürsten stand über allem, solange man sich in dessen Burg befand. Und auch wenn einige des Burgpersonals Richard gut leiden konnten, die Ehre des sterbenden Ritters wieder herzustellen, ging nicht über die eigene Sicherheit. Sie würden die Geschichte so verbreiten wie es Fürst Walther erwartete, irgendeinen Straßendieb gefangen nehmen, verhaften und wahrscheinlich bereits morgen hängen. So wäre der Gerechtigkeit genüge getan. Niemand würde wagen öffentlich irgendetwas anzuzweifeln.

Als der schlicht bekleidete Mann die Tür öffnete, bekreuzigte er sich, senkte betroffen den Blick und küsste das Kreuz, das er um den Hals trug. Sein Blick traf sich mit Richards, wenn auch nur für einen Moment, da der verblutende Ritter zu schwach war und seine Augen wieder schließen musste. Richard hätte nicht mehr sagen können wieso er immer noch bei Bewusstsein war. Etwas in seinem Körper verwehrte ihm die Gnade endlich Ruhe zu finden. Jedes Mal wenn der Ritter glaubte, er könne sich der Ohnmacht hingeben, kämpfte dieses Etwas dagegen an, ohne dass er etwas dazutun konnte. War es tatsächlich der Drang zu überleben? Doch wofür sollte er überhaupt noch leben? Richards Bewusstsein jedenfalls beugte sich dem Unausweichlichen, es musste etwas in seinem Unterbewusstsein sein, das ihn keine Ruhe finden ließ und ihn stets nach oben stieß, wenn er drohte in die Dunkelheit hinab zu sinken. Der Eingetretene kniete sich zu dem Verwundeten, der in einer Blutlache lag.

»Mein Sohn…«, begann der Priester seine Zeremonie, doch dann brach er ab, als spürte er Richards unbewussten und aussichtslosen Wunsch zu leben. Der Priester lauschte aufmerksam auf etwas, das offensichtlich nur er hören konnte, dann sah er sich um, als wollte er sich vergewissern, dass niemand anwesend war. Mit plötzlich funkelnden Augen, wie die einer Katze bei Nacht,  beugte er sich zu Richard hinab und suchte erneut den Blickkontakt mit dem Verletzten. Richard konnte die Stimme des Fremden hören: »Euch ist großes Unrecht widerfahren und auf eurer Seele lasten nur kleine Sünden. Ich will euch etwas anderes geben, als euren Seelenfrieden, denn den habt ihr bereits wie ich sehe…«.

Der schlicht gekleidete Priester streifte seinen Gugel, unter dem sich graues Haar befand, ab und sah Richard eindringlich an. Seine Stimme klang freundlich.

»Seid ihr damit einverstanden?«

Richard öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch anstatt, dass Worte ihren Weg herausfanden, quoll Blut hinaus und gerann in seinem kurzen Bart.

Er schloss die Augen, als er glaubte, nicht mehr atmen zu können. Richards Lider Flackerten unruhig. Dieses Mal schien das Etwas in Richard drin, das so erbitterten Widerstand leistete, besiegt zu werden. Kurz bevor es jedoch so weit war, handelte der Priester, auch wenn er keine Antwort auf seine Frage erhalten hatte.  

Das letzte was Richard in jener Nacht fühlte, waren zwei spitze Zähne, die sich in sein Fleisch gruben.

Bewertung: 5.0 von 5 (2 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 168 mal Aufgerufen Am 10. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Blut, Blutsauger, Dracula, Gott, Gut und Böse, Jäger, Teufel, unsterblich, untot, Vampir
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1 Kommentar

  1. Vampire im 18 Jahrhundert?
    Historie und Vampirismus in einem? Charlotte da Silva hat es getan. Es ist ihr hervorragend gelungen.
    Ihr Schreibstil fesselt den Leser sofort und zieht ihn in den Bann der Geschichte.
    Sie beschreibt die Szenen, Details so wunderbar, dass man denkt in der Szene zu sein.
    Somit ist es ein mehrstündiges Lese vergnügen mit den über 400 Seiten.

    Worum geht es? Ein Jahrhundert alter Vampir tritt in das Leben von Will und seiner Schwester, deren Eltern von Vampiren getötet wurden.
    Will Jagd eigentlich Vampire. Marie seine Schwester, bändelt mit Richard einem Vampir an.
    Gelungen werden die Gewissenskonflikte vor Augen geführt. Ist es richtig sie zu töten? Fühlen sie, können sie Lieben?
    Gibt es nur schwarz und weiß? Oder auch eine Welt voller grau-Töne. Kann er auf sein Herz hören? Vertraut er seiner Schwester? Oder ist er schon zu tief den Pfad des Jägers gegangen.
    Zu viel möchte ich nicht verraten. 😉

    Meiner Meinung nach, ein absolutes Lesevergnügen.

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