Schnee – Das Pony aus dem Wald

Schnee – Das Pony aus dem Wald
Preis: 9,90 €
Autor:
Genre: Kinder & Jugend
Webseite: http://marietheresegoldmann.wixsite.com/autorenwebsite
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783981797442
Nach dem tragischen Tod ihres ersten Pferdes steht für Claire eins fest: Nie wieder will sie etwas mit Pferden zu tun haben. Doch eines Tages findet sie auf einer Lichtung im Wald ein verwahrlostes Pony. Trotz ihres Entschlusses macht sie sich auf, den Besitzer ausfindig zu machen, der kleinen Stute zu helfen und ihr ein besseres Leben zu ermöglichen.
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Leseprobe

Prolog

»Nein!«, schrie ich, immer wieder.

»Claire! Es tut mir leid, aber du musst mir sagen, wie ich jetzt vorgehen soll. Er quält sich. Bitte! Sieh mich an!«

Mit roten Augen und triefender Nase blickte ich in das Gesicht von Frau Dr. Hilstädt. Mein Herz klopfte hektisch gegen meine Brust und die Angst, die ich verspürte, schien meinen gesamten Körper zu lähmen.

»Ich kann das nicht! Wie soll ich das entscheiden? Das ist doch alles total verrückt! Heute früh ging es ihm noch gut!«, schluchzte ich und die Tierärztin streckte ihren Arm aus, um mir über den Rücken zu streichen. Sie hatte sich neben mich auf den Boden gehockt. Keine ganze Armlänge von uns entfernt lag mein Pony Jim.

»Claire,« sagte die Ärztin ruhig, »Ich weiß wie schwer das ist. Und ich weiß auch, dass du das nicht allein tun willst. Aber wenn deine Eltern nicht bald hier sind, brauche ich einen Entschluss von dir. Denn die Entscheidung liegt nicht bei mir. So gern ich dir dabei auch helfen würde«

Sie seufzte und setzte dann noch nach: »Wenn nicht einer deiner Elternteile in zwanzig Minuten hier ist, musst du mir sagen, was ich mit deinem Pferd tun soll«

»Ich verstehe das nicht … Er war doch gesund …«, stammelte ich und immer mehr Tränen rannen über meine Wangen. Meine Mascara war sicher total verlaufen, doch wen kümmerte das schon?

Jim, mein erstes eigenes Pony, hatte ich zu meinem elften Geburtstag bekommen. Das war nun schon fünf Jahre her. Meine Eltern hatten ihn mir geschenkt und er war mein Ein und Alles geworden.

Untergestellt hatte ich ihn in einem Privatstall von Bekannten. Auf diesem kleinen Hof gab es gerade einmal zwei Einsteller (Jim eingeschlossen) und die Pferde von den Hofbesitzern. Wenn diese vereisten, hatte ich mich zumeist um die Pferde gekümmert, sie gefüttert, auf die Koppel geschafft und bewegt. So war es auch an diesem Wochenende gewesen.

Es war kurz vor 20 Uhr, als ich den Stall erreicht hatte, um einen letzten Kontrollgang zu unternehmen. Ich hatte in jede Box einen Blick geworfen und hatte zufriedene und dösende Tiere erblickt. Als Letztes war ich zu Jims Box geschlendert. Als ich hineinsah, setzte mein Herz für mehrere Schläge aus. Jeder Reiter kennt die Symptome einer Kolik bei Pferden und wusste, dass das ein gefährlicher Zustand sein konnte.

Als ich mein kleines Pony schweißnass und schwer atmend in seiner Box vorfand, wusste ich also sofort, was los war. Nachdem ich die Boxentür aufgerissen und Jim ein Halfter über die Ohren gestülpt hatte, brachte ich ihn dazu, aufzustehen. Dann führte ich ihn – gegen seinen Willen – hinaus auf den Hof, damit er in Bewegung blieb. Währenddessen wählte sie mit zitternden Händen die Telefonnummer von Dr. Hilstädt. Sie war die Tierärztin, die Jim von Anfang an betreut hatte.

Sie war so schnell gekommen, wie sie konnte, doch als sie im Stall eintraf, war es schon fast zu spät. Trotz meiner Bemühungen war es mir nicht gelungen, mein Pony auf den Beinen zu halten.

Jim hatte sich auf den Asphalt des Innenhofes gelegt und schlug mit seinem Kopf immer wieder gegen seinen Bauch. Die Augen von ihm waren weit aufgerissen und ich konnte das Weiße darin sehen. Sein Anblick zerriss mir das Herz.

Dr. Hilstädt hatte sofort begonnen, ihm Medikamente zu spritzen, welche genau, wusste ich nicht.

Doch dann hatte die Tierärztin mich angesehen und gesagt: »Claire, es sieht nicht gut aus. Wir könnten versuchen ihn irgendwie in die nächste Tierklinik zu bringen. Dazu bräuchten wir allerdings einen Pferdehänger. Und wir müssten ihn irgendwie hineinkriegen. Oder … oh Claire, es tut mir so leid. Aber wenn das nicht funktioniert, musst du mir erlauben, deinem Pony seine Schmerzen zu nehmen.«

In einer solchen Situation fällt es schwer, rational zu denken. Frau Dr. Hilstädt drückte sich zwar einfach aus, doch es dauerte lange, bis ich die Tragweite ihrer letzten Worte verstand.

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Seitenaufrufe: 26 mal Aufgerufen Am 5. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Jugendbuch, Pferde, Ponys
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