Schau mich an

Schau mich an
Preis: 6,84 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.Fecht-Hut.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781530731978
"Aber du bist doch nur ein Spiegel, du musst mich zeigen, du kannst mir gar nicht antworten!" "Kann ich das nicht? Mit wem redest du dann die ganze Zeit?" "Ich rede nicht, das bist doch du!" Das Spiegelbild lachte schallend auf , wanderte aus dem Rahmen in die spiegelnde Fläche des Badezimmerfensters und verschwand von dort, um im gläsernen Wohnzimmertisch wieder aufzutauchen. Der Spiegel vor Andrea war leer...
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Leseprobe

Versonnen spielten meine Finger mit dem kleinen, hölzernen Eckstück, drehten es im Tageslicht. Es war ein Teil des einstmals großen mit Blattgold verzierten Rahmens.

Jede kleine Rille, die ich ertastete jedes Detail seines feinen Reliefs sagten mir, dass es wahr sein musste.

Wie eine Mahnung ragte der Glassplitter als scharfer Dorn aus dem Holz des Rahmens und warnte mich vor dem Zorn, der einst in ihm wohnte.

Ich konnte das Holz fühlen, das Glitzern des Spiegelglases sehen und doch wollte mein Verstand es nicht wahrhaben.

Ein Teil war also immernoch da, nach all den Jahren tauchte es einfach wieder auf und mahnte mich meiner selbst nicht allzu sicher zu sein.

Wie ein kalter Finger drückte die Erinnerung auf mein heftig schlagendes Herz. Es schien kurz dunkel zu werden im Zimmer, alles begann zu verschwimmen. Ich musste zum Fenster laufen und in die grelle Mittagssonne schauen, um mich zu vergewissern, dass alles noch so war wie es sein sollte.

Die Strahlen der Sonne mussten mir die finsteren inneren Schatten vertreiben.

Langsam konnte ich wieder freier atmen und der Druck in meiner Brust ließ nach.

Zitternd wischte ich mir den kalten Schweiß von der Stirn und betrachtete das Eckstück in meiner Hand erneut.

Das Teil war also immernoch hier, dabei hatte ich geglaubt wirklich alles weggeworfen oder verbrannt zu haben.

Alles hatte ich weggeworfen, bis auf diesen einen Teil. Wieder ergriff mich ein Schaudern, das ich nicht zu

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kontrollieren wusste, das auch die heißen Strahlen der Sommersonne nicht wegschmelzen konnten.

Denn dieses Stück eines eisigen Puzzles, dürfte gar nicht mehr da sein.

Vor Jahren schon hatte ich alles weggeworfen, da war ich mir ganz sicher gewesen.

Wieviel Jahre waren es eigentlich?

 „Sie klammert noch immer!“ schoss es mir durch den Kopf und ich schaute unwillkürlich über meine Schulter.

Fast konnte ich sie wieder auf meiner Schulter fühlen, ihre kalten besitzergreifenden Finger, die so schön und fein aussehen konnten. Die einst so liebevoll mit meinem Haar spielten und doch solche krallenhafte Kraft in sich verbargen.

Meine verkrampften Finger waren nass geworden, ich hatte mich am Rahmen geschnitten und ich starrte das Blut an, das durch meine Hand rann. Dennoch konnte ich nicht loslassen.

Es ist wie damals, es ist sogar die gleiche Ecke des Rahmens wie damals, als ich das verdammte Ding beim Entrümpeln fand.

Damals, dabei ist es gar nicht so lange her.

Sind es wirklich erst drei Jahre?

Das Relief des feuchten Holzes lässt die Farben wieder aufflammen, die Farben des Herbstes, als ich damals in das alte Haus meines Vaters zurückkam…

Das ganze Haus meines Vaters war vom Eingang bis zum Dachboden ein einziges, eigensinniges Chaos.

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Seitenaufrufe: 60 mal Aufgerufen Am 11. April 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fantasy, Mystery, short stories, Suspense, Thrill
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