Schattenzeichen

Schattenzeichen
Preis: 13,95 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.heike-rissel.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch
ISBN: 9783956482496
Durch die mörderischen Machenschaften des Schattenfürsten Dexter zur Flucht gezwungen, versuchen Raffael, einstiges Oberhaupt der vereinten Vampirnation, und seine sterbliche Auserwählte Kate, verzweifelt ihre Unschuld zu beweisen. Verfolgt sowohl seitens menschlicher als auch vampirischer Polizeikräfte. Von der Presse als Highlandkiller tituliert, chancenlos vorverurteilt. Gierig nach Kates Blut und Raffaels Kopf scheut Dexter vor nichts zurück, um das Paar in seine Hände zu bekommen. Die Flüchtigen werden nicht nur mit Dexters Bluttaten, sondern auch mit verstörenden Verwandtschaftsverhältnissen, einem lang gehüteten Familiengeheimnis, ungewöhnlichen Verbündeten und Verrätern in den eigenen Reihen konfrontiert. Und dann wäre da noch Kates Medaillon welches Geheimnis birgt es? Sinnliche Liebesszenen, brutale Gewalt, blutige Schwertkämpfe, knisternde Leidenschaft und freche Wortgefechte ... und Träume, immer wieder verwirrende Träume ...
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Ernüchtert stieg ich in den Hummer, beflissen Logans besorgte Blicke ignorierend, und fuhr in die Nacht hinaus. Meile um Meile ließ ich hinter mir. Meine Augen brannten vor unterdrückten Tränen. Meile um Meile entfernte ich mich weiter von dem Ort, an dem ich eigentlich hätte bleiben müssen und fühlte mich mit jeder Minute schlechter. Wie hatte ich mich nur dazu überreden lassen. Natürlich, Raffaels und Logans Argumente besaßen durchaus ihre Richtigkeit, ich würde vermutlich keine besondere Hilfe sein. Es beschlich mich jedoch immer mehr der vielleicht irrationale Gedanke, ich hätte die beiden Unsterblichen ihrem Schicksal überlassen.

Die Nacht gaukelte mir desaströse Bilder vor. Meine nicht zu begründende Panik schaukelte sich langsam aber sicher ins Unermessliche empor. Der Mond war mir heute auch kein ungemein hilfreicher Reisegefährte. Sein Licht warf unheilvolle Schatten und ich hatte von Minute zu Minute mehr das Gefühl umkehren zu müssen.

 Ich kam nicht eine Sekunde zu spät. Der Anblick eines fünften Krieger ließ mir mein Blut in den Adern erstarren. Zumal dieser sich voll und ganz auf Raffaels Rücken zu konzentrieren schien, der völlig ungedeckt geradezu zum Meuchelmord einlud. Wo zum Teufel steckte Logan?

Der unerwartete Angreifer holte weit mit seiner Streitaxt aus, nahm Maß, um meinen Liebsten einen Kopf kürzer zu machen. Streitaxt? Meine Augen weiteten sich erschrocken. Dieses prähistorische Exemplar sah so aus, als sei es direkt aus dem Naturel History Museum in New York in die Hände dieses Blutsaugers teleportiert worden. So wie es aussah, konnte er unglücklicherweise verflucht gut mit diesem Mordsding umgehen. Ohne lange zu überlegen, sprang ich ihm auf den Rücken und schlang meine Arme um seine Kehle. Nur der Überraschungseffekt ermöglichte es mir, seinen Kopf in den Nacken zu reißen und so den Angriff aus dem Ruder laufen zu lassen. Leider war der Hieb mit der Axt nicht mehr aufzuhalten. Durch mein unerwartetes Manöver traf die Klinge nunmehr anstatt des Halses lediglich Raffaels Schulter, vergrub sich tief darin. McConnors Augen waren vor Entsetzten weit aufgerissen, als er mich auf dem breiten Rücken des Axtschwingers entdeckte und er schmerzerfüllt zusammensackte.

 Die einzige Reaktion seines Widersachers auf mein Eingreifen war ein genervtes Grunzen. Dann schüttelte er sich kurz und fegte mich allein mit seinem Handrücken davon, als sei ich nichts weiter als eine lästige Fliege.

Ich ging zu Boden und blieb erst mal, benommen durch den harten Aufprall, auf dem Hosenboden sitzen. Meine Wange, von der Hand getroffen, schmerzte entsetzlich. Mein linkes Auge würde demnächst zugeschwollen sein und mir ein farbenprächtiges Veilchen bescheren. Frustriert verharrte ich einen Augenblick in dieser Stellung und pustete mir genervt eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Nummer Fünf wandte sich derweil wieder meinem höchstpersönlichen Unsterblichen zu, dem gerade das Ende seiner Erdenzeit drohte.

Es gab genau zwei Möglichkeiten. Erstens: Ich blieb hier sitzen und sah in aller Gemütsruhe dabei zu, wie mein Seelenverwandter zu einem Häufchen Asche verarbeitet wurde oder zweitens: Ich bewegte schleunigst meinen Lektorinnenarsch und setzte Nummer Fünf außer Gefecht. Mir war zwar nicht klar, wie ich das bewerkstelligen sollte, aber ich würde mich nicht für die Variante eins entscheiden. Punkt! Nummer Fünf beachtete mich nicht weiter. Er kehrte mir seinen Rücken zu und vernachlässigte so äußerst fahrlässig seine Deckung, was mich zu einer wirklich todesmutigen Aktion verlockte. Es war ein verzweifelter Akt der Hilflosigkeit, der mich antrieb. Leicht schwankend stand ich auf, ohne über die Konsequenzen nachzudenken, nahm Anlauf und sprang ihm mit aller Kraft, die ich zusammennehmen konnte, mit beiden Füßen voran in seine Kniekehlen. Es knackte entsetzlich und Nummer fünf krachte wie ein gefällter Baum in die staubige Arena. Viel schneller, als ich es von mir gewohnt war, stand ich wieder auf den Beinen. Mein Körper agierte, als sei er nicht der Meine. Wie von selbst streifte ich mein Amulett ab und hechtete dem elenden Blutsauger, der mir meinen Verlobten nehmen wollte, in die Seite. Seinen überraschten Blick werde ich vermutlich niemals vergessen, als ich das Medaillon gegen seine Stirn presste. Dieses Mal brauchte ich nicht lange auf eine Reaktion zu warten. Es gab einen grellen Lichtblitz und es stank bestialisch nach versengtem Fleisch. Das Amulett brannte sich in den Krieger hinein, zerstörte Haut, Fleisch und Knochen. Ein grauenvoller Schrei entfuhr seinen Lippen. Dann ging Nummer fünf in Flammen auf. Übrig blieb lediglich mein funkelndes Schmuckstück inmitten eines kleinen Ascheberges. Schockiert taumelte ich zurück. Raffael kam zögernd näher, betrachtete fasziniert die Überbleibsel des letzten Vampirs.

Als Wind aufkam und die Asche unseres Gegners schonungslos in die Nacht zerstreute, brach ich schließlich zusammen.

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Seitenaufrufe: 215 mal Aufgerufen Am 17. Mai 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Blut, Erotik, Leidenschaft, Liebe, Medaillon, Schattenkrieger, Schwertkämpfe, Seherin, Vampire, Verrat
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