Schattensprünge sind nicht die Leichtesten

Schattensprünge sind nicht die Leichtesten
Preis: 2,99 €
Autor:
Genre: Belletristik
Webseite: http://simoneguette.wix.com/simone
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783737513920
Die 29jährige Jane wird im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. Nach einer Fahrt durch die Nacht findet sie sich samt Fahrrad und gebrochenem Schienbein im Unterholz von Hannovers Stadtwald wieder. Im Krankenhaus wird ihr Bein gerichtet und sie bekommt Zeit, neu laufen zu lernen. Und das im doppelten Sinne. Ihr Bein muss heilen, sie selbst in ihr Leben zurückfinden. Das verändert sich gerade grundlegend: in ihrer Firma, dem Rundblick, geschehen merkwürdige Dinge, die sie ins Grübeln bringen. Während sie diese aufzuklären versucht, gewinnt sie auch Klarheit über ihre Wünsche und Ziele. Fehlt nur noch ein gezielter Sprung über den eigenen Schatten, um sie in Angriff zu nehmen. Und nicht nur sie steht vor solch einem Schattensprung, stellt Jane fest.
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Aushorchaktionen

Jane versuchte sich zu erinnern, wann das letzte Mal so viel auf einmal passiert war. Ihr Vater hatte sich gemeldet. Er war einverstanden mit Janes Vorschlag, dass Herr Winter sich um ihre Kollegin kümmern sollte. Er hatte etwas Mühe gehabt, die Vorwürfe und das Unverständnis aus seinem Tonfall herauszuhalten, aber am Schluss versprach er sogar, das nächste Mal mit ins Krankenhaus zu kommen.

Zum Glück war Lena endlich wieder auf den Beinen. Der lange Schlaf nach der Operation schien ihr gutgetan zu haben und nun hielt sie sich mit ihren Angehörigen draußen in der Besucherzone auf.

Jane schloss die Augen. Es war ihr recht, Zeit für sich zu haben. Lang ausgestreckt lag sie auf ihrem Bett.

Es klopfte. „Wäre ja auch zu schön gewesen.“, knurrte sie leise.

Ohne eine Antwort abzuwarten, rauschte Larissa herein. „Jani, liebe Jani! Oh Gott, ich hab‘ von Deinem Unfall gehört, ist das schrecklich, kann ich irgendwas für Dich tun, meine Liebste?“

Janes Lebensgeister wurden gnadenlos wachgerüttelt und sie musste, ob sie wollte oder nicht, wegen des theatralischen Auftritts ihrer Freundin lachen.

„Oh Mann, Larissa, was habe ich Dich vermisst! Das merke ich jetzt. Wie geht‘s Dir?“

„Also mir geht es gut. Du wirst nicht glauben, wer mich am Samstagabend zur Party eingeladen hat?“, fiel diese mit der Tür ins Haus.

„Nein, wer denn?“ Jane hatte sich auf ihre Ellenbogen gestützt und überlegte. War das die Party, die Tom organisieren wollte, um Ingo auszuhorchen? „Tom, vielleicht? Wegen Ingo?“ fragte sie zögernd.

„Tom ist falsch, wegen Ingo ist richtig! Ich darf Deine Spionin spielen und ihn anflirten. Wird bestimmt spannend!“ Larissa war ganz in ihrem Element. Das schien die richtige Aufgabe für sie zu sein.

„Und wer hat Dich eingeladen?“

„Dein Leo, ist das nicht süß!“

Jane blieb der Mund offen stehen. Nein, das war ganz und gar nicht süß. Was, um Himmels Willen, hatte er geplant? Soweit sich Jane erinnerte, mochte Leon Larissa nicht sonderlich, er fand sie zu schrill und zu laut. Eine echte Dramaqueen eben! Jane war sauer. Hätte er nicht ein bisschen dezenter vorgehen können? Wie wär‘s mit Rücksichtnahme?

Larissa freute sich unbändig. „Dein Leo ist so entzückend, hat sich extra meine Telefonnummer von Deinem Bruder geben lassen, damit er mich daten kann. Die Party wird grandios! Für diesen Ingo lass‘ ich mir was einfallen, der wird mir aus der Hand fressen und ich werde alles aus ihm rauskriegen, was Ihr wissen müsst. Ich freu‘ mich echt darauf! Aber sag‘ mal, Jani, zwischen Dir und Leo ist doch alles in Ordnung, oder muss ich mir Sorgen machen? Schließlich hat er mich noch nie angerufen!“

„Du machst Dir Sorgen? Nein, brauchst Du nicht. Du siehst, Du sollst nur den Köder für Ingo spielen. Zwischen mir und Leon ist alles bestens. Versuch‘ Dir zu merken, dass er Leon heißt. Da ist noch ein n am Schluss, weißt Du?“

„Oh gut, Süße. Leon ist ein Wahnsinnstyp, den kann man einfach nicht übersehen. Du musst ihn jetzt an der langen Leine lassen, Du kannst von hier aus gar nichts machen, Du Arme! Kommt er Dich auch regelmäßig besuchen?“

Jane war genervt. Ihre anfängliche Euphorie war verraucht. Larissa war plötzlich schwer zu ertragen. Sie brauchte Leon bisher nie an irgendeiner Leine zu lassen, sie waren immer ein vertrautes Paar. Auch wenn das neuerdings unklar war. Aber das verschwieg Jane lieber.

„Wie gesagt, es ist alles okay zwischen mir und Leon. Er hat viel zu tun und kann nicht jeden Tag kommen.“, log sie stattdessen. „Geh‘ einfach mit ihm aus und flirte mit Ingo. Der könnte Dir gefallen.“

,Wenn er nicht gerade mit Marlboro-Whisky-Fahne auftaucht‘, fügte sie in Gedanken hinzu. Sie vermied es strikt, ,lass‘ die Finger von Leon‘, zu sagen.

„Mmh.“, machte Larissa. „Er hat viel zu tun. Naja, geht mich natürlich nichts an.“

Sie schien auf eine Antwort zu warten, aber da keine mehr kam, packte sie eine kleine Tasche aus. „Ich hab‘ Dir was mitgebracht, meine liebste Jani, schau‘ mal.“, flötete sie. „Deo, Rouge, Lippenstift und Mascara, damit Du hier nicht verwahrlost. Du musst mir nur sagen, was Du brauchst, ich besorge Dir alles.“

„Du meine Güte, für wen soll ich mich denn aufbrezeln?“ Der kleine Kosmetikberg entlockte Jane ein Grinsen. Kopfschüttelnd betrachtete sie ihre Mitbringsel. „Himbeere? So ein greller Lippenstift passt doch gar nicht zu mir!“

„Das ist der letzte Schrei, die Farbe des kommenden Herbstes, also bitte, Jani, das solltest Du wissen. Probier‘ ihn aus, er steht Dir sicher hervorragend.“

Larissas Mischung aus Vorwurf und Aufdringlichkeit brachte Jane endgültig zum Lachen. Sicher meinte es die Freundin nur gut. Wie war das mit dem gut meinen?

„Wenn Du mir was Gutes tun willst, grüß‘ bitte Leon von mir, sag‘ ihm, dass ich ihn liebe, okay?“

„Aber ja, das mache ich. Und nun muss ich los, ich werde mir für heute Abend gleich ein schickes Outfit zulegen. Alles muss perfekt sein für die Party! Mach‘s gut, meine Jani, Ciao!“

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Seitenaufrufe: 97 mal Aufgerufen Am 28. Oktober 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Freunde, Hannover, Heilung, Karriere, Leben, Lebenssinn, Liebe, Schattensprünge, Unfall
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