Rubor Seleno: Im Reich der zwei Monde

Rubor Seleno: Im Reich der zwei Monde
Preis: 4,49 €
Autor:
Genres: Belletristik, Fantasy
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2005
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783935660624
Unter dem Einfluss zweier unterschiedlicher Mondkräfte erzählt die spannende Geschichte von dem jungen Gerrit, der im Kloster der Selenoriten durch besondere Fähigkeiten hervortritt. Seine Ausbildung auf der Burg des geheimnisvollen Vamuns ruft eine fatale Veränderung in ihm hervor. Eines Tages wird er von fremden Gestalten mitgenommen und auf einem Schiff gefangen gehalten. Dieser Fantasy-Roman verknüpft mittelalterliche Geschichte mit alten Sagen über den Mond und seine Energie.
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Leseprobe

Jetzt zog sich eine feste Schlinge um seine Fußgelenke, dann legte man ihn nicht gerade sanft mit angewinkelten Beinen ab. Es roch nach feuchtem altem Holz. Den Geräuschen nach befand er sich auf einem Boot. Das Plätschern der Ruder und das knarrende Holz ließen zumindest darauf schließen. Seine ausweglose Lage brachte sein Herz zum Rasen. Er war diesen Gestalten ausgeliefert! Vermutlich würden sie ihn mit ihren gefürchteten Methoden foltern. Gerrit spürte, wie sein Magen sich ganz weich anfühlte. Ja, er hatte Angst, aber das durfte niemand bemerken! Er bemühte sich, seinen flachen und hektischen Atem zu zügeln. Ein schwieriges Vorhaben unter diesen Umständen, zumal kein Wort gesprochen wurde. Gerrit konnte durch das Tuch über seinen Augen weder die Größe des Bootes noch die Anzahl der Gestalten bestimmen, was offenbar genau ihr Ziel war.

Wie lange das Boot unterwegs war, ließ sich in dieser Lage schwer beurteilen. Gerrit versuchte, seine Sinne zu schärfen und er spürte etwas Warmes auf seinem Gesicht. Die Sonne musste inzwischen aufgegangen sein. Auf dem Boot nahm er nun einige Unruhe wahr. Die Geräusche um ihn herum klangen hektisch. Es gab einen dumpfen Schlag. Gerrit zuckte zusammen. Man packte ihn, hievte ihn vermutlich über eine Schulter, wobei ein beängstigender Zug um seinen Hals entstand. Mit viel Beherrschung gelang es Gerrit, keine Panik in sich aufkommen zu lassen. Er ließ seine gefesselten Füße baumeln. Nach seinen Empfindungen schien es nach oben zu gehen, Seile knarrten hörbar. Der Klang veränderte sich. Erst nach ein paar Schritten meinte Gerrit, sein Träger würde über einen Holzfußboden laufen, aber der hörte sich auffallend hohl an. Weiterhin nahm er keine Stimme, kein Wort der Verständigung wahr. Dem Geräusch nach wurde eine Tür geöffnet und es fühlte sich an, als ginge es nun abwärts. Erneut glaubte Gerrit, einen Türriegel zu hören. Unsanft landete er ohne Vorwarnung auf dem Boden. Schritte entfernten sich, andere näherten sich. Da er nicht wusste, was ihn nun erwartete, versuchte er, langsam eine halbwegs bequeme Position zu finden.

»Mit der halben Portion gab es also Schwierigkeiten?« Eine tiefe, unbekannte Männerstimme, ruhig und sogar sympathisch, bewegte Gerrit. »Er ist noch viel zu jung für das blaue Gewand.«

»Herr, Ihr solltet ihn nicht unterschätzen. Er benutzt die Energie des weißen Mondes.« diese Stimme gehörte eindeutig dem Medaillonträger.

»Wenn er ein Schüler Vamuns ist, bedient er sich in der Regel des roten Mondes«, bestimmte die freundliche Stimme.

»Ja Herr, das ist richtig, aber er verwendet auch die Kraft des weißen Mondes.« Der Medaillonträger klang so nah, als beugte er sich gerade zu Gerrit herunter.

»Das gibt es nicht!« Die sympathische Stimme schien auf Gerrit zuzukommen. »Wahrscheinlich ist er einfach nur sehr stark mit dem Mond verbunden.« Plötzlich spürte Gerrit einen Druck auf seiner Brust. »Möchtest du uns freiwillig erzählen, wie Vamun an diesen Dolch gekommen ist?«

Gerrit hatte augenblicklich die Höhle mit den zahlreichen Waffen vor Augen. Womöglich war der Mann mit der sympathischen Stimme der Gleiche wie der mit dem Sack aus seiner Vision. In diesem Fall war die Höhle sein Versteck und natürlich missfiel es ihm, wenn Fremde sie entdeckten. Gerrit merkte, wie er kaum noch Luft bekam. Seine Lage war viel schlimmer, als er angenommen hatte.

»Nun gut! Dann müssen wir wohl nachhelfen.«

Neben Gerrit mussten weitere Männer stehen. Seine Hände wurden entfesselt, seine Handgelenke aber festgehalten und einzeln an einem Seil befestigt. Das enge Seil um seinen Hals hielt ihn von unbedachten Bewegungen ab. Jetzt packte man ihn an den Schultern. Man legte ihn auf eine harte Unterlage – vermutlich war es ein schmaler Tisch – und zerrte seine Arme an den gefesselten Handgelenken seitlich nach unten. Gleichzeitig fesselte man seine Füße fester zusammen und zog sie vom Körper weg, straff nach hinten. Der Strick um seinen Hals lockerte sich ein wenig. Seinen restlichen Körper konnte er kaum rühren.

Hörbar trat jemand von rechts an ihn heran. »Vielleicht ist dir noch nicht ganz klar, wer dein Meister ist?« Die freundliche Stimme hatte einen betörenden Ton. »Vamun ist das Böseste zwischen weißem und rotem Mond. Er benutzt Jungen wie dich, um sie mit der Kraft der Monde gefügig zu machen.« Ein vernehmlicher Atemzug folgte. »Es gab bereits einige dieser Kinder, die sich uns angeschlossen haben.«

Gerrit hörte seinen inneren Protest. Meister Vamun hatte ihm viel beigebracht, wie konnte diese Gestalt so etwas behaupten?

»Fühlst du dich bei Vamun gut aufgehoben? Hast du seine Grausamkeit schon zu spüren bekommen?«

Was war das? Gerrit bemerkte dieses Durcheinander in seinem Kopf. Einerseits verdanke er Meister Vamun all sein Wissen und seine Fähigkeiten. Andererseits waren die Erinnerungen an die schmerzvollen Rituale, an das Verlies, an seine Dunkelheit plötzlich sehr lebendig. Vor allem, wo waren diese Gefühle, diese Abneigung geblieben, die Gerrit in der ersten Zeit…

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Seitenaufrufe: 13 mal Aufgerufen Am 5. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Begabung, Erwachsen werden, Freundschaft, Kindheit, Magie, Mond, Mondsteine, Suche
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