Rosi – Beruf:Hure

Rosi – Beruf:Hure
Preis: 4,99 €
Autor:
Genre: Belletristik
Webseite: https://velvetvenus.wordpress.com
Erscheinungsjahr: 2013
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9780615900902
Es ist Nacht in der großen Stadt. Eine lange Straße im Rotlichtviertel. Hier bieten die Damen des ältesten Gewerbes der Welt ihre Dienste an. Eine dieser Damen ist Rosi. Sie lehnt im Regen an einer Laterne und lässt ihr Leben Revue passieren. Erst nur allein für sich, dann beginnt sie zu erzählen. In der kleinen Kneipe, in der sie und ihre Kolleginnen nur Pause machen wollten und nun vom Regen dort festgehalten werden. Der halbe Kiez hat sich dorthin geflüchtet und plötzlich lauschen alle völlig gefesselt Rosis Lebensgeschichte.
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Leseprobe

Rosi steht unter der Laterne, das fahle Licht beleuchtet ihr Gesicht. Man kann die Tränenspuren deutlich sehen. Als sie sich dessen bewusst wird, kramt sie in ihrer Handtasche nach dem kleinen Spiegel, holt ein Tempo raus, und beginnt damit, ihr Gesicht wieder einigermaßen herzurichten. Schließlich dauert die Schicht noch eine ganze Weile. Mist, die Zigaretten sind alle. Sie geht zu Lissy hinüber, schnorrt sich eine Zigarette, und eine Weile rauchen sie beide schweigend. Dann geht sie wieder zu ihrer Laterne zurück.

Plötzlich sieht sie, dass sich Jonny seinen Mädchen nähert. Am Arm seine neueste Eroberung. Sie schaut sich das Mädel genauer an, bisher konnte sie sie immer nur kurz sehen. Höchstens achtzehn Jahre alt ist sie wohl. Das Gesicht ist noch so kindlich, so unverdorben. Strahlend hängt sie an Jonnys Arm, lächelt verliebt. Am liebsten würde Rosi sie schütteln und nach Hause bringen, dorthin, wo diese Kleine sicher ist vor diesen Männern, diesem Milieu. Innerlich kocht sie vor Wut, dass wieder mal ein unschuldiges Leben vernichtet, ein Mensch zerbrochen wird. Äußerlich lässt sie sich nichts anmerken, lächelt so, wie sie es in den vielen Jahren gelernt hat. Auch sie war ja mal jung, hat an die große Liebe geglaubt.

Jonny spricht mit jedem seiner Mädchen, vergewissert sich, dass sie auch ja stehen bleiben, selbst wenn das Wetter noch schlechter werden sollte. Großzügig erlaubt er allerdings, dass sie einen Kaffee trinken gehen dürfen. Aber erst in zwei Stunden. Na ja, besser als nichts. Es ist halb zwölf, noch neun Stunden. So lange dauert die Schicht noch. Dann verschwindet Jonny wieder, dafür biegt ein Wagen um die Ecke. Ein großer, weißer Wagen der Oberklasse. Ein leichtes Lächeln huscht über Rosis Gesicht, einer ihrer Stammfreier ist das. Sehr viele hat sie davon ja nicht, aber der hier, der kommt nur zu ihr.

Das Beste daran ist, er will meistens nur reden. Typischer Fall von Ehemann, der zu Hause nicht einmal mehr reden mag. Geschweige denn, dass noch irgendwas läuft zwischen ihm und seiner Frau. Der Wagen hält neben ihr und sie steigt ein. Lissy weiß, dass das ein guter und vor allem zuverlässiger Kunde ist, winkt ihr hinterher und wartet weiter. Rosi hat sich nicht geirrt. Ihr Kunde begrüßt sie freundlich und fährt mit ihr in ein Café. Das macht er öfter. Er sucht ihre Gesellschaft, redet gern über sein Geschäft. Es scheint, als ob sich seine Frau nur noch für sich selbst interessiert. Sie hört ihm nicht einmal mehr zu. Kinder haben sie glücklicherweise keine, sie wären wohl mehr sich selbst überlassen, bei der Mutter.

Rosi sieht sich ihren Kunden heute mal etwas genauer an. Er kommt ja jetzt schon seit über zwei Jahren zu ihr. Gevögelt haben sie aber selten, so ca. zehnmal, wenn es hoch kommt. Dabei ist er noch gar nicht so alt, sie schätzt ihn auf Anfang vierzig. Gut aussehend, leicht angegraute Schläfen, stattliche Figur. Dabei einigermaßen wohlhabend. Für die Stunde mit ihr zahlt er freiwillig immer einhundert Euro, viel Geld für Gerede. Mit einem leichten Lächeln um den Mund sitzt Rosi ihm gegenüber und hört, zu was er so erzählt. Er redet gerne und viel, Antworten erwartet er nicht. Ihn aufmerksam anschauend kann sie es nicht verhindern, dass ihre Gedanken wieder abschweifen. In eine Zeit, als sie noch glaubte, dieser Hölle entfliehen zu können.

Bewertung: 5.0 von 5 (4 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 32 mal Aufgerufen Am 8. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Bordell, Hure, Prostitution, Reeperbahn, Straßenstrich, Zuhälter
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