Roana

Roana
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783847622987
Roana- historischer Liebesroman - Sizilien 1254. Als ihr Onkel Gandar auf unerklärliche Weise verschwindet, brechen für Roana schwere Zeiten an. Sie setzt alles daran, um die Wahrheit herauszufinden. Wurde der Herzog von seinen Feinden entführt oder ist es sein gebrochenes Herz, das ihn endgültig am Leben verzweifeln lässt? Roana wird bald klar, dass Eile geboten ist, wenn sie ihren Onkel lebend wiedersehen will. Ihr bleibt nur noch ein Ausweg. Sie muss Rafael um Hilfe bitten, einen Mann, dem man nachsagt, ein skrupelloser Mörder zu sein. Nichts ist jedoch so, wie es scheint und Roana erkennt beinahe zu spät, in welchen Strudel aus Intrigen und Missgunst, Eifersucht und roher Gewalt sie hineingeraten ist.
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Leseprobe

Immer tiefer ritten sie in die Wildnis hinein, tauchten ein in das Dunkel der Wälder der kalabrischen Berge, und je weiter sie die bewohnte Gegend hinter sich ließen, desto tiefer wurde die Ruhe. Selbst die Hufe der Pferde verursachten kaum noch ein Geräusch auf dem weich federnden Boden.

Das Jagdhaus, ein kleines Castello ohne Turm oder Söller, lag versteckt mitten im Grün. Nael sah sich irritiert um.

Alles war still. Keine Bewegung. Kein Laut.

Rafaels Beunruhigung stieg. Das Jagdhaus wirkte wie ausgestorben, und doch spürte er mit jedem Moment deutlicher, dass sie nicht allein waren. Leise zog er das Schwert aus der Scheide, glitt aus dem Sattel und wandte sich nach links, während Nael, der ebenfalls abgestiegen war, nach rechts huschte.

So leise es ging, schlich Rafael um das Castello herum, geschickt jeden Schatten und jede Deckung ausnutzend. Auch auf der anderen Seite der Mauer rührte sich nichts, aber Rafael war sich fast sicher, dass er beobachtet wurde.

Plötzlich hörte er ein Geräusch unmittelbar hinter sich.

Rafael fuhr herum und schlug aus der gleichen Bewegung heraus zu. Sein Schwert verwandelte sich in einen silbernen Blitz, mit einer Kraft geführt, die Stahl zerschmettern konnte.

Der andere war schneller.

Rafaels Schwert prallte Funken sprühend auf eine Waffe, die mit noch unerbittlicherer Kraft geführt wurde. Die Gewalt des Schlages explodierte als greller Schmerz in seinem Arm und Rafael musste all seine Kraft aufbieten, um die Waffe nicht fallen zu lassen. Er keuchte vor Pein und Überraschung und taumelte zurück, führte aber dennoch zugleich einen geraden Schlag mit dem anderen Arm gegen den Hals der riesigen Gestalt, die hinter ihm aufgetaucht war – die Finger gerade ausgestreckt und versteift, um sie ihm wie eine tödliche Klinge in die Kehle zu rammen.

Seine Hand wurde beiseite geschlagen. Noch während Rafael darum kämpfte, das Gleichgewicht zu behalten, bewegte sich die Klinge seines Gegners blitzartig, zielte nach seinem Hals. Im buchstäblich allerletzten Moment warf Rafael sich zu Boden und die tödliche Schwertklinge zischte über ihn hinweg. Rafael rollte sich hastig herum. Als der Angreifer sich auf ihn stürzen wollte, hob er die Beine und zerschmetterte dem heranstürmenden Gegner mit einem harten Tritt die Kniescheibe.

Der andere brüllte vor Wut und Schmerz und fiel zu Boden, als sein gebrochenes Bein unter dem Gewicht seines Körpers nachgab – aber er stürzte geradewegs auf Rafael und es war, als wäre ein enormer Felsbrocken auf ihn gefallen. Die Luft wurde aus seinen Lungen gepresst. Eine große Hand tastete nach seinem Gesicht, presste seinen Kopf mit erbarmungsloser Kraft gegen den Boden und hielt ihm gleichzeitig Mund und Nase zu. Rafael bäumte sich auf, aber er bekam keine Luft. Sein Gegner war doppelt so stark und dreimal so schwer wie er und Wut und Schmerz verliehen ihm noch zusätzliche Kraft. Rafael spürte, wie seine Kräfte nachließen. Seine Lungen schrien nach Luft, die sie nicht bekamen. Die gewaltige Pranke des anderen drückte seinen Kopf gegen den Waldboden, als wolle er ihn zerquetschen.

Die schiere Angst um Roana gab Rafael die Kraft, sich noch einmal aufzubäumen. Er schob beide Arme zwischen sich und den Angreifer, mobilisierte all seine Energie und schaffte es tatsächlich, seinen Gegner ein winziges Stück in die Höhe zu stemmen.

Plötzlich war er frei. Der Körper seines Gegners löste sich von ihm, wurde über ihn hinweg gezogen. Rafael rang keuchend nach Atem. Obwohl das Gewicht seines Gegners nicht mehr auf seiner Brust lastete, bekam er immer noch keine Luft. Aus der Atemnot wurde schlagartig Todesangst, die seine Gedanken mit lodernder Panik erfüllte. Nur unter Aufbietung aller Willenskraft gelang es ihm, die Panik niederzukämpfen und sich darauf zu konzentrieren, seine geschundenen Lungen wieder mit Sauerstoff zu füllen.  Alles drehte sich um ihn, sodass er Mühe hatte, das Gesicht über sich zu erkennen.

»Himmel, alles in Ordnung mit dir?«, fragte Peire.

»Weiß ich noch nicht«, presste Rafael zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, während er sich mühsam in eine halb sitzende Position hocharbeitete. »Nachdem mir gerade der Himmel auf den Kopf gefallen ist, fühle ich mich etwas zerschlagen.«

Peire verzog die Lippen zu einem freudlosen Grinsen »Der Himmel war Lorenzo di Bora«, sagte er.

Rafael lächelte ebenso knapp, stemmte sich mühsam in die Höhe und bückte sich, um sein Schwert aufzuheben. »Das hätte ich mir denken können. Ist er tot?«

»Nein. Er hat einen Schädel aus Eisen. Mein Stein hat ihn nur betäubt.«

»Peire«, befahl Rafael mit harter Stimme, »sieh in die andere Richtung.«

Er rollte Lorenzo auf den Rücken, hob sein Schwert, bohrte die Klinge in die Kehle des Sklavenhändlers und drehte sie herum. Ein Schwall Blut schoss aus der Wunde und versickerte im Waldboden.

»Aufgepasst, Rafael! Da kommen noch mehr.«

Rafael wirbelte herum und sah drei Männer, die sich ihm aus verschiedenen Richtungen näherten und ihn langsam einkreisten.

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Seitenaufrufe: 44 mal Aufgerufen Am 6. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Glauberg, Liebe, Mittelalter, Ritter, Sizilien, Spannung, starkeHeldin
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