Rat der weißen Sterne

Rat der weißen Sterne
Preis: 9,00 €
Autor:
Genres: Belletristik, Science-Fiction
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781519753847
Als Kapitän eines Transportschiffes steht Josephine vor der Entscheidung dem schwachen Lebenszeichen, das von einem unbekannten Raumschiff ausgeht, nachzugehen oder weiterzufliegen. Entgegen den Rat ihres Onkels fliegt sie das fremde Schiff an, wo ein Schwerverletzter zum Sterben zurückgelassen wurde. Ist er womöglich ein Verbrecher, den man zum Tode verurteilt hat, oder kann Josephine dem Fremden die fragwürdige Geschichte des Angriffs glauben? Immer wieder überfallen Josephine große Zweifel, das Richtige getan zu haben. Als sie die Erde zum Entladen erreicht, wird sie mit einer fadenscheinigen Behauptung von der Transportgesellschaft entlassen. Erst nach und nach wird ihr klar, dass sie durch die Rettung des Fremden die Pläne von Dritten durchkreuzt haben muss.
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Leseprobe

2 Gedanken

‚Josephine! Hilf mir! – Bitte!‘ Josephine schoss in die Höhe. Suchend sah sie sich in ihrer Kabine um, woher diese Worte gekommen waren. Sie war allein. Hatte sie schon geschlafen und diesen Ruf nur geträumt? Vermutlich war sie übermüdet. Niemand auf dem Schiff nannte sie ‚Josephine‘, nur Käpt’n oder Jo. Sie legte sich zurück, versuchte, sich zu entspannen und schloss die Augen. Sie atmete bewusst einige Male tief durch. ‚Bitte! – Hilf mir!‘ Erneut richtete sie sich auf. Jemand musste auf dem Flur vor ihrer Kabine stehen. Als sie jedoch vor die Tür trat, war keine Menschenseele auf dem Gang zu sehen. Natürlich war das auch nicht möglich, denn derjenige hätte obendrein sehr laut sprechen müssen, um drinnen verstanden zu werden. Sie rieb sich die Augen und setzte sich auf ihr Bett. Für einen Moment vergrub sie ihr Gesicht in den Handflächen. Begann so vielleicht eine Schizophrenie? Anscheinend war sie wirklich überarbeitet und sollte jetzt versuchen zu schlafen. ‚Bring mich … ins Wasser! – Bitte!‘ Abermals setzte sie sich auf und nahm jeden Winkel ihrer Kabine in Augenschein. Letztlich stand sie auf, durchsuchte das Badezimmer und sogar ihren Schrank. Sie war definitiv allein. Woher nur kam diese deutliche Bitte? Intensiv fing sie an, über die flehenden Worte, die sie soeben vernommen hatte, nachzudenken. Eine Stimme, die sagte, sie wolle ins Wasser? Noch dazu auf einem Raumschiff? Wie schräg war das denn? Selbst für eine beginnende Schizophrenie erschien ihr das zu abgehoben. Josephine rieb sich erneut das Gesicht in der Hoffnung, auf diese Weise klarer denken zu können. Mit ihren Überlegungen kam ihr die ungewöhnliche Erscheinung mit der blutenden Hand in den Sinn. Möglicherweise gab es zu ihrer Vision eine Verbindung, und der Verletzte verfügte über telepathische Fähigkeiten. Vielleicht war Paul gar nicht in der Lage, ihm zu helfen, deshalb versuchte der Fremde, mit ihr in Kontakt zu treten. „Ja genau, Josephine!“ Sie schüttelte über diesen Gedanken den Kopf. Weil sie auch die Expertin auf diesem Gebiet der Telepathie war. So ein Quatsch! Drehte sie jetzt völlig durch? Sie war in den letzten Jahren den verschiedensten Lebewesen begegnet, hatte merkwürdige Sprachen gehört, aber keine der für sie fremden Lebensformen verwendete Gedankenübertragung zur Kommunikation. ‚Josephine!‘ Sie hielt inne, denn nun war sie sich ganz sicher, nicht zu schlafen, sondern hellwach zu sein. ‚Bitte!‘ Es klang, als würde die Stimme leiser, ja schwächer werden. War es am Ende doch der Verletzte? Es gab nur einen Weg, das herauszufinden. Josephine stand auf und eilte über den Flur.

Auf der Krankenstation hatte Paul tatsächlich den Deckel der Quarantänetrage geöffnet. Als sie eintrat, sah er für einen Augenblick auf. „Jo? Ich dachte, du schläfst längst!“ Josephine stellte sich ans Fußende der Trage. „Hast du mich um Hilfe gebeten?“ Paul fühlte sich angesprochen, unterbrach seine Arbeit, die inzwischen wieder blutenden Wunden dieses Wesens mit Hautkleber zu versorgen, und sah sie fragend an. „Ähm, ich? Was meinst du, Jo?“ Sie nahm einen tiefen Atemzug. Warum hörte sie jetzt diese Stimme nicht? War sie am Ende doch verrückt? Sie musste sich selbst beweisen, dass es dieser Fremde gewesen war, und trat seitlich an ihn heran. Durch die Infusion, die Paul ihm verabreichte, waren die Schwellungen und Blutergüsse weitgehend zurückgegangen. Josephine sah dem Verletzten ins Gesicht. Seine Augen, die von dichten, s-förmigen Augenbrauen gerahmt wurden, blieben geschlossen. Seine leicht hervorstehenden Wangenknochen und die schmale gerade Nase gaben seinem Gesicht einen männlichen Ausdruck, ohne kantig zu sein. Ein sanftes Kitzeln durchzog ihren Bauch, denn dieser Anblick zog sie magisch an. Aber deshalb war sie nicht hergekommen. Sie suchte nach der Gewissheit, nicht geisteskrank zu sein. „Was meinst du damit, du musst ins Wasser?“ In seinem kurzen braunen Haar klebte etwas Blut, ebenso wie in den Falten der ungewöhnlich kleinen Ohrmuscheln. Paul legte seine Hand auf ihre Schulter. „Er war bisher nicht ansprechbar. Es tut mir sehr leid, Jo. Trotz all meiner Bemühungen geht es ihm zunehmend schlechter.“ Großartig! Dann sollte sie also doch verrückt sein? Eine bittere Pille, die sie nicht zu schlucken bereit war. Sie klammerte sich weiterhin an ihre Theorie der Telepathie und suchte nach Beweisen für ihre Vermutung. Paul wandte sich seinem Patienten zu, „darüber hinaus scheint mir das ein ziemlich zäher Bursche zu sein. Die Wunden sind mindestens zwei, eher sogar drei Tage alt. Ich gehe davon aus, dass er genauso lange ohne Wasser und Nahrung dort gelegen hat. Wer auch immer das getan hat, muss extrem kaltblütig gewesen sein. Ich habe seit Jahrzehnten keinen Patienten mehr gehabt, den man so zugerichtet hat.“ Errötend zog er das weiße Tuch über den Genitalbereich seines nackten Patienten zurecht.Wie ferngesteuert nahm Josephine die Hand des Verletzten und spreizte vorsichtig seine Finger.

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Seitenaufrufe: 56 mal Aufgerufen Am 13. Januar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Erde, Intrigen, Kapitän, Liebe, Menschen, Raumschiff, Sterne, Telepathie, Universum
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