quintus

quintus
Preis: 3,49 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783738003857
Eine Mordserie erfasst die Stadt Hannover. Sämtliche Opfer sind Lehrer eines Gymnasiums. Für Hauptkommissar Jan Jäger und sein Team beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Brütende Hitze, keine verwertbaren Spuren, eine Mauer aus Schweigen ebenso wie seine hoffnungslose Liebe zu seiner neuen Kollegin erschweren die Ermittlungsarbeit. Und am Ende muss Jäger feststellen, dass er die ganze Zeit einer falschen Fährte hinterhergejagt ist...
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Leseprobe

Prolog

  „Verschwinde jetzt!“, kommandierte er und machte eine Handbewegung, als wollte er eine lästige Fliege verscheuchen.

  Mühsam erhob sie sich. Ihre Beine, an deren Innenseite eine Blutspur klebte, waren wie Pudding. Sie zitterte am ganzen Leib. Ihr blütenweißer Satinslip schimmerte auf der versifften Matratze wie ein Diamant im Schlamm. Er lag verkehrt herum da. Als sie nach ihm griff, packte plötzlich die behaarte Pranke ihr linkes Handgelenk, und umklammerte es wie ein Schraubstock.

  „Du sagst zu niemandem ein Wort!“, befahl er und drückte noch fester zu.

  „Ich sage nichts. Wirklich, Ehrenwort!“, versprach sie wimmernd.

  Sein lautes Lachen hallte von den kahlen Wänden wider.

  „Es wird dir sowieso niemand glauben!“

  Endlich ließ er ihr schmerzendes Handgelenk los. Sie schnappte sich ihre Unterhose, hielt sie schützend vor ihre entblößte Brust  und trat einen Schritt beiseite. Es platschte kurz. Das schleimige Latex saugte sich an ihrem nackten Fuß fest. Ein Schauder ergriff sie, ihr Magen drehte sich um. Sie würgte den Brocken, der in ihrem Hals drückte, runter. Ein saurer Thunfischgeschmack breitete sich in ihrem Mund aus.  

   Selbstgefällig lag der nackte Fettsack in den feuchten Laken, seine Hände nun hinter dem Kopf verschränkt.

   Er beobachtete sie.

   So schnell sie konnte, sammelte sie ihre Kleidungsstücke vom  Teppich auf. Dabei spürte sie seine Blicke im Rücken wie Messerstiche. Hastig zog sie sich an. Es fiel ihr unsagbar schwer, denn alles tat ihr weh, als wäre sie eine große offene Wunde.

   Warum war sie nur so dumm gewesen, hierher zu kommen? Sie hätte es sofort wissen müssen, als sie dieses Drecksloch betrat. Es war ganz offensichtlich, was er von ihr wollte: kein Schreibtisch, keine Bücher – nur diese Matratze. Und dieser penetrante Gestank nach Schweiß, Sperma, Bier! Als sie begriff, dass sie einen schweren Fehler begangen hatte, spürte sie bereits die Matratze unter sich. Unfreiwillig.

    Jetzt wollte sie nur schnell raus aus dieser Hölle. Weit weg.

   „Und, wie war ich?“, dröhnte es wie Hohn in ihren Ohren und riss sie aus ihren Gedanken.

   Tränen stiegen in ihre Augen, die Thunfischpizza kroch wieder in ihren Hals. Nie wieder würde sie Pizza essen können.

   Sie schluckte. Sie zitterte. Schweißperlen strömten aus allen Poren.

   Bloß nicht mehr heulen! Reiß dich zusammen! Sieh zu, dass du hier raus kommst! Beeil dich! Los!

   „War doch gar nicht so schlimm“, beteuerte er mit Unschuldsmiene.

   Bitte lieber Gott, dieses ekelhafte Dreckschwein soll mir nie wieder wehtun. Nie mehr! Bitte!!!

   Sie verlor ihr Gleichgewicht, als sie sich ihre Stiefel anzog, und sie sah aus dem Augenwinkel, dass sein dickes Ding schon wieder begierig stand.

   Nackte Angst packte sie.

   War die Tür verschlossen?    

Montag, 22.40Uhr

    Die Hitze war erbarmungslos.

    Eine fette, grün schimmernde Fliege schwirrte um seinen Kopf, bis sie auf seiner schweißbenetzten Stirn landete.

  Er schüttelte sie angewidert ab, nahm die Fernsehzeitung vom Tisch, rollte sie auf und lauerte bis der dicke Brummer sich auf den Tisch begab. Heftig schlug er zu. Die Fliege war sofort tot. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Nun hörte er, dass es morgen noch heißer werden sollte. 33 Grad!   

  Seufzend wischte Winfried Heller sich den Schweiß von der Stirn, schaltete den Fernseher aus, hievte sich aus seinem bequemen Fernsehsessel und trank den schalen Rest Bier aus seinem Glas. Er stellte es in die Küche und sprach zu seinem Rauhaardackel, der nach dem Pawlowschen Prinzip immer um diese Zeit voller Vorfreude mit dem Schwanz wedelnd hinter ihm herdackelte: „Ja, mein Guter, nun wollen wir beide Gassi gehen“. …

Bewertung: 4.9 von 5 (24 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 113 mal Aufgerufen Am 11. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Hannover, häusliche Gewalt, Homosexualität, Humor, Korruption, Lehrermilieu, Liebe, sexueller Missbrauch, Spannung
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