…plötzlich Covergirl!

…plötzlich Covergirl!
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Nach außen hin scheint Tanja es geschafft zu haben – ihre Hochzeit steht kurz bevor und als Englisch-Dozentin an einer renommierten Universität ist sie auch beruflich erfolgreich. Doch als sie ihren Verlobten in flagranti mit einer anderen erwischt, steht sie von einem Moment auf den anderen unvermittelt vor den Trümmern ihrer Beziehung. Ihr Job erweist sich ebenfalls als Sackgasse - da kommt das Angebot einer alten Freundin gerade recht, den Neuanfang zu wagen und eine Dozentenstelle in Edinburgh anzunehmen. Als sie dem Fotografen Brian begegnet, scheint es auch, als hätten die beiden endlich die große Liebe gefunden. Doch die Liebe setzt das Vertrauen voraus …
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Kapitel 1

„Da ist ja wieder einmal das Ei klüger als die Henne“, sagte Professor Kupfer scharf und blickte Tanja aus seinen schlitzförmigen Schweinsäuglein verachtungsvoll an, weil sie es gewagt hatte, seine – katastrophale – englische Aussprache zu kritisieren. Er fuhr sich mit seinen Wurstfingern durch den spärlichen, fettigen Haarschopf und fing dann an, sich hingebungsvoll seinen Stoppelbart zu kratzen. Es schüttelte Tanja innerlich und sie fragte sich das tausendunderste Mal, wie die Uni jemals einen solchen Menschen hatte einstellen können. Die mussten Tomaten auf den Augen gehabt haben. Tanjas Kollegen schickten ihr mitleidige Blicke zu – bis auf eine. Fräulein Linnenhaupts große grüne Kulleraugen schossen gehässige Blicke auf ihre Wenigkeit ab.

Ihre halblangen schwarzen Haare waren so straff zusammengefasst, dass die Gesichtshaut sich spannte wie nach dem dritten Facelifting. Um ihre zugegebenermaßen hübschen vollen Lippen spielte ein schadenfrohes Lächeln. Miststück! Nachdem Professor Kupfer noch zwei weitere missliebige Kollegen ordentlich abgebürstet hatte, war die Nachmittagsbesprechung beendet und sie waren entlassen. Tanja floh sofort mit einem Glas Wasser und einer Aspirintablette bewaffnet in die Damentoilette. Das Medikament kullerte mit einem Riesenschluck Wasser direkt in ihren Magen; das Glas in ihrer Hand zitterte und in ihrem Kopf hämmerte es, als würde dieser gleich in tausend Stücke zerspringen.

Professor Kupfer, der Leiter des Anglistik-Instituts hatte seit Tanjas Beginn hier sein besonderes Augenmerk darauf gelegt, ihr als seiner jüngsten Dozentin das Leben so schwer wie möglich zu machen. Leider war die Arbeitsmarktlage in ihrem Job mehr als mau und so war sie darauf angewiesen, hier ihre Stunden abzureißen und auf ein Wunder zu hoffen. Tanjas Blick fiel auf ihre Armbanduhr. „Zehn vor fünf. Das Kolloquium fängt gleich an“, seufzte sie und erhob sich. Als Tanja in den Spiegel sah, erschrak sie: ein blasses Gesicht mit einer steilen Ärgerfalte zwischen blaugrünen Augen sah ihr entgegen.

Zur Krönung hingen ihr ihre dunkelbraunen Haare müde ins Gesicht. Seufzend band Tanja die Haare zurück und spritzte sich eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht. Das Kolloquium zog sich ewig hin und Tanjas Kopfschmerzen wollten einfach nicht verschwinden. Nach einer Stunde Quälerei hatte sie keinen Bock mehr. „Leute, es tut mir leid, aber ich muss das Kolloquium abbrechen. Mir ist nicht gut. Nächstes Mal hängen wir eine halbe Stunde dran“, sagte Tanja heiser und erntete breite Zustimmung. In null Komma nichts war der Unterrichtsraum leer. „Gott sei Dank“, sagte sie sich erleichtert und machte, dass sie aus dem Unigebäude herauskam.

Als hätte der Ärger mit Kupfer nicht gereicht, kam Tanja auch noch voll in Stuttgarts Feierabendverkehr; viel zu langsam zogen die Häuser neben der zweispurigen Straße in Richtung Königstraße an ihr vorbei. Die Straßen waren schon beleuchtet und jede Menge Menschen zwängten sich aneinander vorbei. Zum Glück hatte Tanja heute nichts in der Stadt zu tun. Nach mehr als einer Dreiviertelstunde Stunde Stop-and-go und einer halben Rauchvergiftung, die Tanja sich durch den Diesel vor ihrem Auto eingehandelt hatte, hatte sie endlich den Stadtrand erreicht und bog erleichtert in ihre Straße ein.

Als Tanja auf den Parkplatz vor dem großen Mehrfamilienhaus fuhr, in dem sie mit Michael ein Appartement bewohnte, stellte sie erstaunt fest, dass Michaels schwarzes Mercedes-Coupé schon auf dem Stellplatz neben dem Goldregenstrauch stand. Seltsam, heute Mittag hatte er gesagt, er hätte noch so viel zu tun, dass er wahrscheinlich spät nach Hause kommen würde. Michael war gerade dabei, in seiner Firma auf der Karriereleiter eine Sprosse höher zu klettern und da konnte er es sich nicht leisten, pünktlich Feierabend zu machen.

Am Anfang hatte Tanja seinen Ehrgeiz bewundert, aber in letzter Zeit kotzte sie das nur noch an. Ständig sprach er über seine Firma, nicht mal am Wochenende konnte er abschalten. „Hoffentlich vergisst er über seinen Firmenterminen nicht, dass wir in vier Wochen heiraten“, dachte Tanja bitter. Sie schloss die Wohnungstür auf und trat ein. Aus der Stereoanlage kam ihr „Je t’aime“ von Serge Gainsbourg mit dem berühmten Stöhnen entgegen. Stöhnen? Moment, das kam nicht von der CD! Tanja ging in Richtung Schlafzimmer und das Stöhnen wurde lauter. Dann öffnete sie die Tür und es traf sie fast der Schlag. Michael war gerade dabei, seine junge Kollegin zu begatten.

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Seitenaufrufe: 305 mal Aufgerufen Am 16. August 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Liebe, Schottland, Uni, Vertrauen
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