Peter Scott und die Löwen von England

Peter Scott und die Löwen von England
Preis: 16,50 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Webseite: http://pscott.de
Erhältlich: Als gedrucktes Buch
ISBN: 9783942503396
Eigentlich möchte der zehnjährige Peter aus Deutschland nicht nach England auf dieses College. Aber seine Eltern sind Journalisten und werden lange Zeit im Ausland verbringen. Und so muss Peter für ein Jahr in England bleiben. Sein Onkel Sam Scott, der in Schottland lebt, soll sich um ihn kümmern. Als Sam jedoch spurlos verschwindet, macht Peter sich klammheimlich auf den Weg nach Schottland, um ihn zu suchen. Auf seinem Irrweg stößt er auf einen geheimnisvollen steinernen Löwen, der sich als Tor in eine fremde, fantastische Welt erweist, die Peters kühnste Träume übersteigt. Und er trifft auf einen Gegner, wie er ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann. Als er sich ihm und seinen finsteren Plänen entgegenstellt, beginnt für Peter das Abenteuer seines Lebens.
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Witfield College hörte sich gar nicht so schlimm an, wenn es nicht so weit weg in England liegen würde.

„Es wird dir gefallen, du kannst eine riesige Bibliothek nutzen, die Sportangebote sind supertoll und du bist für den Archäologiekurs eingetragen. Du willst doch nach Schätzen graben und das ist der richtige Anfang, um ein echter Indiana Jones zu werden.“ Peters Mutter Anna sprudelte atemlos die Worte hervor, wie immer, wenn sie von einer Sache überzeugt war.

„Aber ich werde in England sein und allein“, meinte Peter kleinlaut.

Peter war zehn Jahre alt. Seine schwarzen Haare waren auch heute wieder von keinem Kamm zu bändigen und standen verwuschelt nach allen Seiten ab. Er verschwand fast in dem großen roten Sessel, den seine Eltern aus Amerika mitgebracht hatten. Ein sperriges Stück, das nur Probleme machte und eine extrem gefährliche Familienkrise ausgelöst hatte, die nur durch Peter entschärft wurde. „Ich mag ihn“, hatte er nur gesagt und der große Krieg war für dieses Mal als beendet erklärt wurden.

„Aber ich werde so weit weg in England sein und ohne euch!“ Peter zeigte sein berüchtigtes Trotzgesicht, vielleicht half es dieses eine Mal. Aus der anderen Zimmerecke erklang ein Brummen hinter einem riesigen Stapel Zeitungen und bunt aufeinander geschichteten Büchern, Heften und wohl auch einigen längst ausgetrunkenen Kaffeebechern. Sein Vater Patrick saß auf dem großen Flickenteppich und suchte nach der Ausgabe 5/02 der National Geographic, seiner Lieblingszeitschrift über ferne Länder und fremde Kulturen. Seine Eltern waren Journalisten und arbeiteten in allen Ecken der Welt. „Ich weiß, Peter, aber wir werden dieses Mal sehr lange fort sein. Das College ist sehr gut und wir wissen dich dort gut aufgehoben. Onkel Sam hat es empfohlen. Er hat sich große Mühe gegeben, dich dort unterzubringen. Das verdankst du nur ihm und deinen Spitzennoten. Eigentlich bist du viel zu jung für diese Schule.“

Sam war Patricks Bruder und lebte in Schottland. Dort war auch Peters Vater geboren. Deshalb war es Peters Eltern auch so wichtig gewesen, dass er zweisprachig erzogen wurde, was sich nun als Vorteil erweisen sollte.

„Und warum kann ich nicht bei Onkel Sam bleiben?“ Peter versuchte es noch einmal.

„Du weißt, dass das nicht geht, Ende der Diskussion, versuch es zu akzeptieren.“ Wenn sein Vater diesen Satz sagte, war es nicht mehr sinnvoll zu antworten. Peter wusste das.

Er rollte sich aus dem Sessel und ging in sein Zimmer. Den mitleidigen Blick seiner Mutter übersah er.

Sein Vater tauchte nach der Ausgabe 6/02, als Peter die Tür schloss, und war mit seinen Gedanken schon am anderen Ende der Welt. Peter wusste, seine Eltern meinten es gut und sie liebten ihn, aber er war trotzdem unruhig und nervös, wenn er an das College dachte. Am nächsten Tag kamen Stefan und Daniela zu ihm.

Sie gingen zusammen zur Schule und unternahmen auch in der Freizeit meistens etwas zusammen.

Die beiden wollten sich von Peter verabschieden. Sie würden ihn lange Zeit nicht sehen und hatten ein kleines Geschenk mitgebracht.

„Sei doch nicht so traurig“, meinte Daniela. „Es ist doch nur ein Jahr, du wirst sehen, wie schnell das vorbei ist. Und bestimmt findest du dort viele neue Freunde.“

Sie umarmte Peter und drückte ihm eine kleine Kiste in die Hand.

Peter fragte sich, ob sie wohl die Kiste mit ihren selbst hergestellten Säften gefüllt hatte, die sie seit einiger Zeit in unglaublicher Vielfalt produzierte. Ihre Mutter hatte kurz vor einem nervösen Anfall gestanden, als Daniela vor einer Woche mit fünf Melonen und ganzen zehn Kürbissen nach Hause gekommen war. Stefan hatte ihr zähneknirschend beim Tragen geholfen, weil er genau wusste, dass sie ansonsten mit dem ganzen Schlamassel irgendwo angestoßen wäre und sich wehgetan hätte. So war die Kleine nun mal.

Aber Daniela musste sich dann eingestehen, dass die Sache mit den großen Früchten wohl um ein Vielfaches schwieriger war als die kleinen Himbeeren in der Woche davor.

Peter öffnete also sehr vorsichtig die kleine Holzkiste und spähte hinein. Aber es war etwas viel Besseres. Die Freunde hatten für ihn eine Fotosammlung zusammengestellt und wollten ihm so etwas von ihnen zur Erinnerung mitgeben.

Sie sahen sich die Fotos gemeinsam an und lachten ohne Ende über Streiche, die sie ihren Lehrern gespielt hatten.

Peters Mutter kam lächelnd ins Zimmer und stellte einen Teller selbstgebackene Kekse auf den Tisch.

„Ich möchte lieber nicht wissen, welche Dinge so wahnsinnig amüsant sind, aber lasst es euch schmecken. Schön, dass Peter wieder lachen kann.“ Sie verwuschelte Peters Kopf und verließ den Raum.

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Seitenaufrufe: 156 mal Aufgerufen Am 17. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Belletristik, College, Denkmal, England, Fantasy, Geheimnis, Kinderbuch, Löwen, Peter Scott
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