Ole Ohnefurcht und das Geheimnis um den Bach der Tränen

Ole Ohnefurcht und das Geheimnis um den Bach der Tränen
Preis: 2,99 €
Autor:
Genre: Kinder & Jugend
Webseite: www.cordbrammer.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781505278040
Als Ole von der Nordburg-Sage hört, wird er sofort in ihren Bann gezogen. In einer schlaflosen Nacht entscheidet er, dem damit verbundenen Geheimnis um den Bach der Tränen auf den Grund zu gehen. Seine beiden besten Freunde Nina und Peter kann er davon überzeugen, ihn auf die Nordburg zu begleiten. Gemeinsam tauchen sie in ein gefährliches, rätselhaftes und aufregendes Abenteuer ein. Es geschehen unfassbare Dinge, die sie nie für möglich gehalten hätten …
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Leseprobe

Typisch Fritz

Der Herbst hielt Einzug. Draußen wehte ein leichter Wind durch den großen Kastanienbaum und löste die ersten Blätter von den Zweigen. Das satte Grün des Sommers wurde zunehmend durch die Herbstfarben Gelb, Orange, Rot und Braun ersetzt. Durch die Sonne angestrahlt, reflektierten sie ein unwirkliches, aber anziehendes Licht.

Gleich neben der Kastanie stand ein rotes Backsteinhaus, das größtenteils mit Efeu bewachsen war. Dieser gab nur an einigen Stellen die Sicht auf weiße Fenster frei. In einem der Fenster des Erdgeschosses brannte Licht. Man konnte von außen erkennen, dass sich die in dem Haus lebende Familie an einem kleinen Küchentisch versammelt hatte. Vermutlich um zu frühstücken, denn der Tag war gerade erst angebrochen.

Die Familie bestand aus Frida und Hans Landen sowie Lane und Ole Singer. Die unterschiedlichen Nachnamen rührten daher, dass Lane und Ole die Enkelkinder der Landens waren. Ihre Eltern hatten die beiden vor etwas mehr als fünf Jahren bei einem schweren Autounfall verloren. Daher lebten sie bei ihren Großeltern.

Ole und seine Schwester Lane hatten ihren letzten Schultag vor den diesjährigen Herbstferien vor sich. Besonders Ole war froh, bald wieder von morgens bis abends unternehmen zu können, wozu er Lust hatte, ohne dabei vom lästigen Schulalltag unterbrochen zu werden. Außerdem brauchte er dann nicht mehr seinen Mitschüler Fritz ertragen, der ihm schon seit dem Kindergarten gehörig auf die Nerven ging.

Erst gestern hatte Fritz während des Sportunterrichts die Straßenschuhe von Ole und dessen bestem Freund Peter versteckt. Zumindest ging Ole davon aus, dass Fritz dahintersteckte. Für ihn kam niemand sonst für diesen Streich infrage. Denn zwischen Ole und Fritz herrschte schon immer Eiszeit. Und seit dem Seifenkistenrennen im Sommer war das Verhältnis zwischen ihnen noch weiter abgekühlt.

Nach einer langen Suche, bei der Ole und Peter von ihrem Klassenlehrer unterstützt worden waren, hatten sie ihre Schuhe im Papierkorb der Jungentoilette gefunden. Dieser Streich schrie eindeutig nach Fritz, zumal er während der Unterrichtsstunde auf die Toilette gegangen und in dieser Zeit unbeaufsichtigt gewesen war. Genau wegen dieser Tatsache wollte Ole ihn heute zur Rede stellen.

Oma Frida sagte: „Ich bin gespannt, wie Fritz reagiert, wenn er von dir angesprochen wird.“

„Ich wette mit euch“, war Ole sich sicher, denn das hatte Fritz bisher bei jeder Anschuldigung getan, „dass er es nicht zugeben wird.“

„Dann ärgere dich aber nicht, wenn es wieder so kommt“, sagte Opa Hans, „sondern freue dich auf die bevorstehenden Herbstferien und die Fahrradtour, die du mit Nina und Peter unternehmen wirst.“

„Du hast recht. Von dem lasse ich mir nicht noch einmal die Ferien vermiesen“, sagte Ole entschieden, stand auf und machte sich bereit, um gemeinsam mit Lane zur Hohner Oberschule zu fahren, in der er die sechste Klasse besuchte. „Dass er mir die Osterferien und die Sommerferien madiggemacht hat, reicht vollkommen aus.“

In der ersten Stunde hatte Ole Deutsch bei Herrn Krause. Noch etwas verschlafen, sollte er das Gedicht vortragen, das sie zu heute hatten auswendig lernen sollen. Während Ole nach vorne ging, formte Fritz mit zwei Fingern ein V auf seiner Stirn. Ole wusste, dass das V für das Wort Verlierer stand, und dass er damit gemeint war. Er dachte nur: ‚Warte ab, bis wir auf gestern zu sprechen kommen. Dann werden wir sehen, wer der Verlierer ist.’

Als Ole sich vor die Tafel gestellt hatte, räusperte er sich mit geballter Faust vor dem Mund und sagte das Gedicht auf:

Der Herbst ist da!

(Lord Brummer)

Der Herbst ist da, der Herbst ist da!

Er kündigt sich an wie jedes Jahr.

Goldene Blätter, so leuchtend hell.

Himmlische Winde, so rasend schnell.

Bäume verlieren ihr Sommerkleid,

wirken nun kahl, aber befreit.

Der Natur wurde befohlen,

sich auszuruhen und zu erholen.

Draußen wird es immer kälter.

Der Herbst wird alt und noch älter.

Der Herbst war da, der Herbst war da.

Er verabschiedet sich wie jedes Jahr.

In der zweiten Stunde stand Mathematik auf dem Stundenplan. Herr Krause erzählte gerade etwas von den verschiedenen Winkelarten, als Ole auffiel, dass Fritz sich Briefchen mit Ralf und Henrik schrieb. Die beiden waren die besten Freunde von Fritz und folgten ihm nun schon seit dem Kindergarten auf Schritt und Tritt. Sie verhielten sich wie er, kleideten sich wie er und lachten übertrieben, wenn Fritz auch nur ansatzweise etwas Lustiges von sich gab.

Ole erkannte, dass dies die Gelegenheit war, Fritz auflaufen zu lassen, indem er ihn bei Herrn Krause verpfiff. Doch wollte er einerseits nicht wie eine Petze dastehen, andererseits würde es nur dazu führen, dass sich sein Verhältnis zu Fritz noch weiter verschlechterte. Zwar störte ihn das wenig, aber so kurz vor den Ferien konnte er gut darauf verzichten. Denn wer weiß, was Fritz sonst wieder aushecken würde, um Ole auch noch die Herbstferien zu verderben …

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Seitenaufrufe: 18 mal Aufgerufen Am 20. Juni 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Burgen, Floßfahrt, Freundschaft, Geister, Gespenster, Gruselgeschichten, Höhlen, Spannung
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